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Supersonntag > Unser Land > Der Erfindergeist von Hugo Junkers >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 03.09.2018 um 15:29:23

Der Erfindergeist von Hugo Junkers


Prof. Hugo Junkers führte ein Leben voller Unruhe, Neugier und Unstetigkeit. Sein Schaffen und Wirken ist dabei im Museum nicht nach Zeitabschnitten geordnet, sondern nach Themeninseln in den Bereichen Wohnen (mit dem Stahlhaus), Motoren, Flugzeug und Zellenbau, Wärmetechnik mit Kalorimeter und Gasthermenentwicklung sowie die Raketentechnik, die unter Obhut von Junkers, aber federführend vom „Raketenpionier“ Johannes Winkler entwickelt wurde.

Die prägende Rolle im Museum spielen der Flugzeugbau und die Wärmetechnik, wobei die Letztere „Brot und Butter“ der Entwicklung des Flugzeugbaus war. Die Wärmetechnik, Junkers entwickelte unter anderem Gasthermen und Durchlauferhitzer für Küchen und Bäder, setzte in den 1920er und 1930er Jahren zum Siegeszug in den bürgerlichen Badezimmern an.

Der junge Hugo Junkers studierte in Berlin (TH Charlottenburg) „Junge Elektrotechnik“ bei Professor Slaby. Er war sehr an allem Neuen interessiert. 1888 wechselte er auf Empfehlung von Slaby nach Dessau zur „Continentalen Gasgesellschaft“ und arbeitete hier bei Wilhelm und Wilhelm von Oechelhäuser (Senior und Junior). Diese suchten einen jungen Fachmann und fanden ihn in Junkers.

Unter Oechelhäuser entwickelte und optimierte Junkers Gasmotoren, die unter anderem zum Antreiben von Generatoren dienten. Die Firma „Conti-Gas“ wurde zur Triebkraft der örtlichen Industrie.

In Dessau entstanden damals neben anderen die Bamag 1, 2 und 3, später bekannter als Modell- und Formbau, Abus und Elmo. Doch es dauerte nicht lange und schon 1892 gründete Junkers mit „Junkers Zivilingenieur“ seine erste Firma in Dessau. Seine erste Erfindung war das Kalorimeter, welches er auch in angemieteten Räumen in Dessau selbst produzierte. 1895 gründete er dann seine erste Fabrik, die „Junkers & Co., Fabrik für Gasapparate“. Junkers trennte sich 1897 im Guten von der Conti-Gas und von Oechelhäuser jun.


Professor in Aachen

Für Hugo Junkers erfolgte die Berufung zum Professor in Aachen, und dort baute er ein Maschinenlabor auf. In Aachen lernte Junkers Prof. Reißner kennen, einen Luftfahrtwissenschaftler. Der „Reißner-Virus“ sollte ihn dann bald gefangen nehmen. Junkers entwarf sein erstes Flugzeug nach Ideen von Reißner, die „Reißner-Ente“. Die Ente war ein Eindecker aus Wellblech, die Flügel aus Aluminium. 1911 wurde die „Reißner-Ente“ per Bahn nach Aachen gebracht – und sie flog auch.

Von nun an galt Junkers sein größtes Interesse der Luftfahrtforschung, das Geld stammte aus der Badeofenfabrik. Junkers bekam das erste Luftfahrt-Patent auf den von ihm entwickelten „Dicken Flügel“ und verzichtete im Flugzeugbau ab dann auf die äußeren Verspannungen. Dieser dicke, freitragende und unverspannte Wellblechflügel wurde nun zum eindeutigen Erkennungsmerkmal der Junkersflugzeuge.


F13: Sein erstes ziviles Flugzeug

Hugo Junkers tendierte nach dem 1. Weltkrieg und nach der Revolution in Deutschland zum Pazifismus. Beleg ist sein Zitat: „Krieg und Revolution sind uns bekommen wie ein reinigendes Gewitter.“

In dieser Phase entwickelte und baute er von Januar bis Juni 1919 die F13, sein erstes rein ziviles Flugzeug. Es wurde aus Dural gefertigt, eine Aluminiumlegierung mit hoher Festigkeit. Es hatte Platz für zwei Piloten und vier Passagiere mit Gepäck. Die Passagierkabine war geschlossen und konnte bewärmt werden. Die F13 wurde auch Luftlimousine genannt. Trotzdem blieb Fliegen vorerst ein Abenteuer.

Nun musste er sich erst einmal um die Vermarktung der F13 kümmern, es gab ja noch keinen Markt dafür. Es gelang ihm, Interessenten auf der ganzen Welt zu finden.                        

Neu- und Weiterentwicklungen von Flugzeugen folgten, so die G23, die G24, die W33 und W34 sowie die JU 52. Markenzeichen bei allen Flugzeugen war immer das feste Fahrwerk.


Flugzeuge im Museum

Einen besonderen Raum im Museum nehmen die Flugzeuge JU 52 mit seiner speziellen Geschichte, die F13, welche 2015 im Juni zum Jahrestag des Erstfluges am 25. Juni 1919 fertig wurde und die J1 – sie wird derzeit aufgebaut – ein.

Ständig helfen im Technikmuseum rund 40 Frauen und Männer im Renten- und Vorruhestandsalter mit. Sie kommen aus allen Berufen und sind zweimal die Woche unentgeltlich aktiv. Es ist ihr Ziel, dass die nachgebauten Flugzeugmodelle dem Original so nach wie möglich kommen. Das ist oft nicht einfach, da die Konstrukteure den damaligen Werkmännern freie Hand ließen.

Lücken im System gibt es durch begrenzte Unterlagen, hier sind die Helfer versucht, sich in den Kenntnisstand der damaligen Zeit hinein zu versetzen. Wichtige Quellen sind dabei auch das Deutsche Museum München und das private Archiv vom Junkers-Enkel Bernd Junkers.

Begeistert und erstaunt sind die Besucher immer bei den unterschiedlichsten Modellen, die bis auf wenigen Ausnahmen funktionstüchtig sind. So der Junkers-Motor, hier wird bei Gruppenführungen der Probelauf des Zweitakt-Diesels vorgestellt. Dieser lief schon damals ohne das beim Diesel bekannte Vorglühen. Der IL18-Flugsimulator soll der Öffentlichkeit in absehbarer Zeit wieder zugänglich gemacht werden. An und in ihm trainierten die Flugzeugbesatzungen in St. Petersburg und später in Schönefeld. Er ermöglichte die Simulation von Starts und Landungen.


Zitate von Hugo Junkers:
„Unsere Ziele sind höher gesteckt, nämlich das Flugzeug zu benutzen, um Menschen und Nationen einander näher zu bringen.“

„Die politischen Wogen gehen hoch. Menschen kämpfen gegen Menschen ... Hass- und Habsucht sind schlechte Kutscher, sie führen in den Abgrund.“


Info
Förderverein Technikmuseum „Hugo Junkers“ Dessau e.V.
Kühnauer Straße 161a
06846 Dessau-Roßlau
www.technikmuseum-dessau.de

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