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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 11.09.2017 um 10:23:01

Obscurum befreit Thale aus der Eindimensionalität

Das „größte Museum der Hexerei und der dunklen Mächte Deutschlands” zeigt im 
Hauptbahnhof Thale auf rund 400 Quadratmetern unzählige Exponate und deren Geschichte. Das „größte Museum der Hexerei und der dunklen Mächte Deutschlands” zeigt im Hauptbahnhof Thale auf rund 400 Quadratmetern unzählige Exponate und deren Geschichte.
Foto: Michael Randhahn-Schülke Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Sie beschert dem Fremdenverkehr im Harz seit Jahren steigende Besucherzahlen: eine auf dem Besen fliegende Hexe. Nährt sie im digitalen 21. Jahrhundert doch Sehnsucht vieler Besucher, bei einem Besuch im nördlichsten Mittelgebirge der Republik etwas Außergewöhnliches zu erleben. In Thale, dem harzweit einzig zertifizierten Mythenort, gehören neben der atemberaubenden Natur Hexentanzplatz, Rosstrappe und Co., Seilbahn und Bodetal-Therme zu den Besuchermagneten.

Neueste Attraktion ist das „Obscurum Thale”. Das Privat-Museum befindet sich im Obergeschoss des Hauptbahnhofes und wurde im Frühjahr 2015 eröffnet. Betreiber Helmut Lautner gewährte den Besuchern bei Führungen Einblicke in die „Dunkelheit” (Obscur; franz.). „Wir zeigen hier die Realität, wie der Hexenwahn im Mittelalter entstand und das Leben aller Schichten beeinflusste”, sagt Lautner. Der Psychologe nimmt im „Scharfrichtermuseum Pottenstein” Jahr für Jahr tausende Interessierte mit in die Welt des Scharfrichters. Deshalb sei der Schritt nach Thale für ihn nur logisch: Wo der Hexentanzplatz zur mystischen Verklärung einlade, „kann das ‚Obscurum’ über historische Hintergründe aufklären”. Das ist das Credo dem Lautner sich im Hauptbahnhof der Stadt verpflichtet hat.

Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski ist begeistert: „Mit dem Obscurum befreien sie Thale aus der Eindimensionalität”, frohlockte er. Er sei von der Bandbreite der Ausstellung begeistert. „Danke, dass sie Thale für dieses Museum ausgesucht haben. Es passt sehr gut zu uns!”

Mit dem „Obscurum” sei der Bahnhof nach Sanierung und Wiedereröffnung vor zwei Jahren nun voll belegt. Auch Dr. Evelyn Diederich von der Bodetal Tourismus GmbH war von der Fülle der Schau beeindruckt, schränkte aber ein: „Sie muten uns einen ganz schönen Spagat zu!”

Den erlebt der Besucher leibhaftig. Wenn er in das „Obscurum Thale” – täglich von 10 bis 12 und 13  bis 17 Uhr geöffnet – in den ersten Stock des Bahnhofes aufsteigt, erlebt eine Zeitreise ins Mittelalter. Helmut Lautner setzt dabei nicht auf billige Effekte: „Alles, was sie hier sehen, ist passiert!” Das gilt für eines der verheerendsten Bücher der Weltliteratur, das tausenden Menschen den Tod brachte Der 1487 erschiene „Hexenhammer” des Dominikanermönchs Heinrich Kramer legitimiert die Hexenverfolgungen durch den Papst und dient als Anleitung zur Überführung und Verurteilung von vermeintlichen Hexen.

Das Zusammenspiel der Präsentation im Halbdunkeln, die Auswahl der Ausstellungsstücke von der Daumenschraube, Scharfrichtermaske bis zu Scheiterhaufen oder Schinderkarren sowie die Erläuterungen auf dutzenden Tafeln sorgen für ein kräftiges Schauergefühl, so schonungslos wird die Realität mittelalterlicher Hexenverfolgung präsentiert. Wohl auch deshalb rät der Betreiber zu einem Mindestalter von zwölf Jahren.  

Das nach Angaben des Betreibers „größte Museum der Hexerei und der dunklen Mächte Deutschlands” zeigt auf rund 400 Quadratmetern unzählige Exponate und deren Geschichte: vom „Vampir von Venedig“, Flugsalben und Krötensteinen über das Grauen der Hexenprozesse bis hin zu Abwehrzaubern gegen den bösen Blick, Rezepturen für den Liebeszauber und der wahren Geschichte der „Zombies“ finden Besucher in dieser einzigartigen Ausstellung vieles, was ungläubiges Staunen aber auch Fassungslosigkeit über das Wesen des Menschen vermittelt.

Was heute noch in Märchen, Sagen und Gruselgeschichten überliefert ist, betrachtete man vor einigen Jahrhunderten als Realität. Dieses faszinierende und einzigartige Museum führt Besucher in eine Zeit zurück, in der  Zauberei und das „Böse"  überall lauerte. „Im Glauben der Menschen waren Hexen, Vampire, Werwölfe, Geister und andere Kreaturen der Nacht reale Bedrohungen, welche Tod und Verderben brachten”, sagte Helmut Lautner.

Besucher können herausfinden, wozu man eine Hexenwaage, Drudensteine oder die Leber eines Einhorns brauchte. Wie schützten sich die einfachen Leute vor den wiederkehrenden Toten, die ganze Dörfer auslöschten? Woran erkannte man eine Hexe? Entdecken Sie Schicksale und Namen hinter den Ausstellungsgegenständen. Wie wurde z.B. die Bestie vom Gévaudan erlegt,  was hatte es mit den Hexen von Salem auf sich, weshalb mauerte man Katzen unter der Türschwelle ein und wozu benötigte man eine Hexenflasche oder die Hand eines Gehenkten? Was steckt hinter Spukerscheinungen und wie wollte Giovanni Aldini, der „Frankenstein von Bologna“ Tote zum Leben erwecken?

Die Menge der Ausstellungsstücke kann selbst Helmut Lautner nur schätzen, „aber es müssen ein paar Hundert sein”. Das Gros der Ausstellung umfasst Originale oder originalgetreue Nachbauten.

Info:
www.obscurum-thale.de

 

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