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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.04.2017 um 16:29:04

Kathi-Eventbäckerei: Backen als Erlebnis

In dritter Generation wird das hallesche Familienunternehmen Kathi Rainer Thiele GmbH 
mit Marco Thiele, vom Enkel (rechts) der Gründerin Käthe Thiele, erfolgreich weitergeführt. 
Seit eineinhalb Jahren gibt es eine Eventbäckerei und seit Juni 2016 auch einen Lutherkuchen. In dritter Generation wird das hallesche Familienunternehmen Kathi Rainer Thiele GmbH mit Marco Thiele, vom Enkel (rechts) der Gründerin Käthe Thiele, erfolgreich weitergeführt. Seit eineinhalb Jahren gibt es eine Eventbäckerei und seit Juni 2016 auch einen Lutherkuchen.
Foto: Susanne Christmann Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Man kann sie sich hier schon sehr gut vorstellen, Katharina von Bora, die entflohene Nonne, die am 3. Juni 1525 Martin Luther geheiratet hat und ihm seitdem nicht nur einfach seinen Haushalt führte, sondern die umfangreichen Ländereien verwaltete, Viehzucht betrieb, das Bier, das Luther trank, selber braute und auch Luthers Studenten und Gäste beherbergte und verköstigte.

Dabei wäre ihr eine Eventbäckerei, wie sie die hallesche Familienfirma Kathi Rainer Thiele GmbH am 19. Mai 2015 auf dem Firmengelände in der Jenaer Straße eröffnete, sicherlich sehr zupassgekommen. Hier hätte sie ihre Hausangestellten gut dabei anleiten können, wie man Martin Luther seinen Lieblingskuchen bäckt. Ob dieser nun ganz genau so ausgefallen wäre, wie die im Juni 2016 auf den Markt gebrachte Backmischung, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Aber man weiß, dass Luther – ein tafelfreudiger Genussmensch sowieso – Kirschen sehr gemocht hat. Also kreierte man zu Ehren des berühmten Reformators eine Backmischung für einen Schokokuchen mit Schokosplit, Kirschen und Glasur.

Diese geht seit ihrer Markteinführung im Juni 2016 nicht nur weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, sondern wird auch in der Eventbäckerei derzeit oft gebacken und mal mit der Luther-Schablone auf Puderzuckerguss oder auch mit der Luther-Rosen-Zuckerguss-Variante (Foto in der Galerie) verziert. Mit der Eröffnung der Eventbäckerei folgten Geschäftsführer Marco Thiele und seine Frau Susen aber nicht nur dem Trend, Speis und Trank in Gemeinschaft zuzubereiten, sondern sie erfüllten seiner Oma Käthe Thiele, die die Firma einst 1951 gemeinsam mit ihrem Mann Kurt gegründet hatte, und auch Senior Rainer Thiele damit einen echten Herzenswunsch. Schon Käthe hatte damals den Traum, die von ihr kreierten Backmischungen – allen voran das Kathi-Tortenmehl – den Kunden durch gemeinsames Backen näher zu bringen. Mit einem gemeinsamen Backnachmittag sollte das Familiäre des Unternehmens auch an die Bäckerinnen und Bäcker zu Hause herangetragen werden.
 
Heute nun kann man bei Kathi das Backen tatsächlich als richtiges Erlebnis genießen: die Backkurse, Backvorführungen und Tortendekorationsseminare zu ausgewählten Themen erfreuen sich inzwischen größter Beliebtheit und unter Anleitung der Konditormeisterin entstehen vor allem bei den Torten regelrechte kleine Kunstwerke.

So manche Einzelpersonen, Paare, Familien-, Freundes- und Kollegenkreise, Geschäftspartner, Vereine oder auch Schüler- und Kindergruppen haben hier schon gemeinsam gebacken und gestaunt, was man so alles aus den Kathi-Backmischungen kreieren kann. Seit 2016  kann man auch an einem Pralinenkurs zum Valentinstag, an einer Osterbäckerei für die ganze Familie, an Cupcake-Kursen oder auch am Kinderbacken zum Fußball-Ereignis teilnehmen. Und es muss nicht immer nur süßer Kuchen sein: auch Grillbrot  und Rotkohltartelettes (beides aus der Backmischung Pizza Grandiosa), Kathi-Burger oder Basilikum-Tartelettes lernt man hier herzustellen.

Käthe Thiele hatte einst in der Nachkriegszeit mit „gestreckter Leberwurst“, Kloß- und Knödelmehl und kochfertigen Suppen experimentiert und dann das legendäre Kathi-Tortenmehl kreiert, das auch heute noch in unveränderter Zusammensetzung zu den Top-Produkten des Hauses Kathi gehört. Die Familiengeschichte wird in der inhabergeführten Firma hochgehalten, denn 1972 wurden Käthe und Kurt Thiele radikal und entschädigungslos enteignet.

Davon, so muss ihr Sohn Rainer immer wieder berichten, „haben sich meine Eltern nie wieder richtig erholt.“ Aber Käthe ahnte trotzdem, dass das nicht für alle Zeit so bleiben musste. Sie prophezeite: „Im Jahr 2000 gibt es die DDR nur noch in den Geschichtsbüchern.“ Auf  ihrem Sterbebett – ein halbes Jahr vor der Wende – bat sie: „Kinder, Ihr übernehmt doch einmal wieder unsere Firma?!“ „So wahr mir Gott helfe!“, antwortete Rainer Thiele und strich ihr über die Wange.

Ganz sicher hätte Käthe Thiele ihre helle Freude an der von ihr gegründeten und heute von ihrem Enkel geleiteten Firma. Wenn sie nämlich sehen könnte, wie viel Spaß die Leute in der Eventbäckerei haben und wie an der vollautomatischen Produktionsanlage über 70 Artikel – Mehlmischungen für Torten und Kuchen, Kuchen im Glas, Kleingebäcke und Pizza – hergestellt werden und sich bei der Kundschaft – vor allem im Osten Deutschlands – größter Beliebtheit erfreuen. Und ja – auch Luthers „Herrn Käthe“ (diesen Spitznamen hatte der Reformator für seine resolute Gattin) hat man im Hause Kathi 2016 ein Produkt gewidmet: Katharinas individuellen Lieblingskuchen im Glas mit Nüssen und Feigen.

Info:
www.kathi.de

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