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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 20.04.2017 um 13:51:59

Der Lutherweg in Sachsen-Anhalt

Den Weg zu den einzelnen Lutherstätten in Sachsen-Anhalt weisen die Schilder 
mit dem grünen „L“ auf weißem Grund. Den Weg zu den einzelnen Lutherstätten in Sachsen-Anhalt weisen die Schilder mit dem grünen „L“ auf weißem Grund.
Foto: Frank Henze Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
„An einigen Abschnitten verläuft der Lutherweg auf bekannten Radwegen, doch in erster Linie ist er für Wanderer und Pilger gedacht“, sagt Elke Witt, Geschäftsführerin der WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg.

Auf 410 km geht es durch viele landschaftlich und kulturell gleichermaßen besondere Regionen Sachsen-Anhalts, vorbei an UNESCO-Welterbestätten, der Straße der Romanik, einmaligen Parks und Gärten sowie abwechslungsreichen Flüssen und Seen, die Sachsen-Anhalt wie ein Blaues Band durchziehen.

Den Weg zu den einzelnen Lutherstätten in Sachsen-Anhalt weisen die Schilder mit dem grünen „L“ auf weißem Grund. Die nördliche Route verläuft ab der Lutherstadt Wittenberg über Wörlitz, Dessau-Roßlau, Bernburg und Wettin. Auf der südlichen Route führt der Lutherweg von der Lutherstadt Wittenberg über Bad Düben, Bitterfeld-Wolfen, Petersberg und Halle (Saale). In Höhnstedt treffen sich die beiden Routen und gehen dann weiter über die Lutherstadt Eisleben, Mansfeld-Lutherstadt bis nach Stolberg (Harz). Stolberg (Harz) ist der Verbindungsort nach Thüringen. Von dort geht der Pilgerweg weiter nach Bayern und Hessen. In Bad Düben schließt sich der Pilgerweg an den sächsischen Lutherweg an.

„Als Rundweg kann man den Lutherweg von allen Punkten entlang des Weges aus beginnen“, erläutert Elke Witt.Gemeinsam mit Bernhard Naumann, dem bekannten Darsteller von Martin Luther, starten wir in den Cranach-Höfen in Wittenberg. Die berühmten Maler Lucas Cranach d. Ä und sein Sohn Lucas d. J. haben zur Reformationszeit in Wittenberg gelebt und gearbeitet. Heute befinden sich in den zwei Höfen Ausstellungsräume, Künstlerwerkstätten, eine Malschule, eine Druckerei und die Hofwirtschaft.

Weiter „pilgern“ wir in südlicher Richtung nach Kemberg. Freundschaften, Predigten und Legenden ranken sich um Martin Luther in Kemberg. Als Kollege und Freund der Pröpste ist Luther oft hier gewesen. Luthers Freund, der Kemberger Propst Bartholomäus Bernhardi, war der erste Geistliche, der 1521 in den Stand der Ehe trat und das evangelische Pfarrhaus begründete. Insgesamt gibt es dreizehn Predigten, die Martin Luther von der Kemberger Kanzel gehalten hat. Von dem Altar Lucas Cranachs d. J. ist nach einem Schwelbrand u.a. der Flügel erhalten geblieben und wird in der Sakristei der Kirche (Foto in der Galerie) gezeigt.

Weiter Richtung Süden, an der Bundesstraße 2, inmitten der Dübener Heide zwischen Tornau und Köplitz befindet sich ein von Kiefern und Eichen umgebener Rastplatz. Dort liegt ein mächtiger Granitfindling. Zu einem „Lutherstein“ wurde der Findling durch die zahlreichen Anekdoten und Legenden, die sich um ihn ranken. Unter anderem soll Martin Luther den Stein in der Dübener Heide schon im November 1508 passiert haben, als er auf seiner ersten Reise von Erfurt nach Wittenberg durch die Heide gewandert war.

Weiter geht die Tour über Halle in die Lutherstadt Eisleben. Hier erleben wir Luther quasi live, zum einen, weil auch Eisleben einen eigenen Luther-Darsteller hat – der übrigens auch viel in Wittenberg unterwegs ist – zum anderen, weil man natürlich niemals mehr Luther erleben kann, als in dessen Geburtsstadt.

Die Innenstadt von Eisleben ist lutherarisch, könnte man sagen, wo man auch hinschaut, wird der Reformator dem Besucher hier begegnen. Als erstes führt eine Tour durch die Stadt natürlich zu Luthers Geburtshaus. Am 10. November 1483 wurde Martin Luther hier geboren. Zum Luthergeburtshausensemble gehört neben dem Fachwerkhaus selbst auch das integrierte Museum und das Besucherzentrum, gemeinsam mit der Stadtinformation gegenüber bildet dies die erste Anlaufstelle für jeden Besucher der Lutherstadt Eisleben. Eines der wichtigsten Exponate in der mittelalterlichen Dauerausstellung ist übrigens ein Taufstein aus dem Jahr 1518.

Gleich hinter dem Geburtshaus Luthers (Foto in der Galerie) befindet sich der Schöpfungsgarten mit dem Lutherarchiv und nur ein paar Meter weiter die Kirche St. Petri-Pauli. In dieser Kirche wurde Martin Luther einen Tag nach seiner Geburt getauft. Nachdem umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden, wurde die Kirche unter dem Namen „Zentrum Taufe“ wiedereröffnet. Im Inneren der Kirche befindet sich nach wie vor der Taufbrunnen, der für die Ganzkörpertaufe von Erwachsenen genutzt werden kann.

Danach geht unsere Tour auf den Eisleber Markt. Hier kann man wunderschöne Fotos von und mit Luther vor dem Rathaus machen. Die Statue und ihr Podest wurden im letzten Jahr komplett saniert und erstrahlen nun in neuem Glanz, speziell auch für den Sachsen- Anhalt-Tag, der dieses Jahr – es könnte gemeinsam mit dem Lutherjahr nicht passender sein – in der Lutherstadt Eisleben veranstaltet wird. An der St. Andreas-Kirche vorbei, in der Luther seine letzten vier Predigten vor seinem Tod gehalten hat, kommen wir zu Luthers Sterbehaus. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther hier. Auch in diesem Gebäude und dem angeschlossenen Neubau befindet sich eine Dauerausstellung, die von Luthers letzter Reise erzählt.

Das sind nur die wichtigsten Stationen, die Eisleben für Lutherfans und historisch Interessierte zu bieten hat. Man sollte einfach mal selbst vorbeischauen und ein wenig Zeit mitbringen, um alles in Ruhe zu erkunden. Wer den Weg in die Lutherstadt Eisleben schon einmal gefunden hat, der sollte unbedingt auch die nicht weit entfernt gelegene Lutherstadt Mansfeld besuchen. Hier kann man ebenfalls überall die Spuren des Reformators finden. Luthers Elternhaus steht in der Lutherstraße in Mansfeld, hier verbrachte der Reformator bis 1497 seine Kindheit, bevor er mit seiner Ausbildung begann. Auch dieses Gebäude wurde umfassend saniert und enthält eine Dauerausstellung, die über Luthers Schule, die Schulgeschichte und auch die Rezeption Luthers unterrichtet.

Auch ein Lutherbrunnen ist in Mansfeld zu finden. Dieser zeigt drei Szenen aus dem Leben Luthers: passend zu Mansfeld natürlich dessen Kindheit, dann den berühmten Thesenanschlag in Wittenberg und eine Szene vor dem Reichstag zu Worms, die Medaillons seiner Eltern kann man am Brunnen ebenfalls bewundern.

Info:
www.lutherweg.de

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