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Supersonntag > Unser Land > Malzit - Veganer Brotaufstrich >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 19.04.2017 um 17:04:40

Malzit - Veganer Brotaufstrich

Im kleinen Ort Bräunrode, ganz am Rand des Mansfelder Landes, ist die Idee für einen 
Brotaufstrich auf Basis von Bierwürze entstanden. Malzit erfreut sich großer Beliebtheit und 
wird nun bundesweit verkauft. Im kleinen Ort Bräunrode, ganz am Rand des Mansfelder Landes, ist die Idee für einen Brotaufstrich auf Basis von Bierwürze entstanden. Malzit erfreut sich großer Beliebtheit und wird nun bundesweit verkauft.
Foto: Nadine Rößler Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Steffi Tomljanovic (Foto) hat sich 2004 aus der Not heraus selbstständig gemacht, sagt sie.

Begonnen habe die ganze Geschichte um Malzit mit normalen Fruchtgelees, hauptsächlich aus Wildfrüchten, die sie in der Gegend um Bräunrode im Landkreis Mansfeld-Südharz gesammelt hat. „Ich bin damit auf Wochenmärkte gefahren, habe dann aber ganz schnell gemerkt, dass man schon etwas Besonderes braucht, wenn man davon leben möchte“, erzählt sie.

Die Idee zu etwas ganz Besonderem kam ihr dann durch ihre Kinder, diese brachten ihr nämlich aus dem Urlaub ein Weingelee als Geschenk mit. So lieb der Gedanke gemeint war, das Weingelee hat fürchterlich geschmeckt, lacht sie. Doch von Anfang an hat sie sich gedacht, dass man in diese Richtung doch bestimmt etwas Besseres machen könnte. Steffi Tomljanovic findet Schwarzbier sehr lecker und so war eine Idee geboren.

Da sie eine Frau der Tat ist, fuhr sie gleich in eine Brauerei. Die Mitarbeiter von Wackerbräu, die noch heute ihre Partnerbrauerei ist, waren sofort von der Idee begeistert und zeigten ihr alles. Am Ende konnte Steffi Tomljanovic mit zwei Bierwürzen, einer für helles und einer für dunkles Bier, nach Hause fahren. Sofort begann sie, damit zu experimentieren und die ersten Rezepte auszuprobieren, zunächst zubereitet wie ein Fruchtgelee. Mit diesen fuhr sie dann weiterhin auf Märkte und stellte schnell fest, dass sie damit das Besondere gefunden hatte, das sie wollte und brauchte.

2008 suchte die Agrarmarketing in Magdeburg dann regionale Produkte für den Vertrieb und Steffi Tomljanovic war klar: Jetzt oder nie. Sie bewarb sich also und wurde auch genommen, allerdings entsprach ihr Malzit zum damaligen Zeitpunkt noch nicht der EU-Verordnung für Brotaufstrich. Ein Jahr lang hat sie gekocht und getüftelt, sich sogar Hilfe beim Institut Fresenius geholt, bis sie endlich die perfekte Rezeptur hatte. Wer nun glaubt, ab dann ginge es für sie steil bergauf, der irrt. Nun mussten erst eine Menge Klinken geputzt werden und Steffi Tomljanovic bewarb sich bei jedem größeren Händler einzeln. Ihre Produkte überzeugten allerdings und so wurde Malzit nach und nach zum Renner in den Regalen der Supermärkte. Noch im Jahr 2015 kochte Steffi Tomljanovic alle Malzit-Gläschen selbst und verpackte sie dann eigenhändig. 20 000 Gläser schaffte sie so in einem Jahr mit Hilfe einer Mitarbeiterin herzustellen.

Heute gibt es Malzit bundesweit zu kaufen und ein Großteil der Produktion liegt in Berlin. Hier kann an einem Tag so viel hergestellt werden, wie sie in einem Jahr in ihrer Malzit-Küche in Bräunrode gekocht hat. „Trotzdem ist es aber noch Handarbeit“, betont sie, denn auch in Berlin wird Malzit in einer Manufaktur zubereitet. Es werden dieselben Rezepte und Zutaten verwendet, die sie auch für ihre kleine Produktion im Harz verwendet, darauf habe sie extra geachtet, sagt sie. Ihre eigene Malzit-Küche in Bräunrode hat sie übrigens auch nicht aufgegeben, Händler vor Ort beliefert sie noch immer selbst und auch der Direktverkauf auf ihrem Grundstück bleibt weiterhin bestehen.

Was ist denn nun aber drin im absolut veganen Brotaufstrich? Zunächst einmal Bierwürze und Zucker, dann noch Geliermittel und Zitronensäure - und das war es schon, denn Konservierungsstoffe sind im Brotaufstrich nicht erlaubt. Insgesamt elf verschiedene Sorten Malzit sind mittlerweile auf dem Markt. Die Sommersorte mit Pfefferminze und die Wintersorte mit Pflaume und Spekulatiusgewürz sind allerdings nur saisonal erhältlich. Besonders beliebt sind bei den Kunden die Sorten Ingwer, Chili und neuerdings auch Kaffee.

Steffi Tomljanovic hat aber noch viele andere Ideen und wird auch nicht aufhören, in ihrer Küche neue Rezepte zu kreieren. Dabei ist sie übrigens ziemlich flexibel, denn in ihrer kleinen Manufaktur in Bräunrode kann sie auch auf Kundenwunsch fertigen. So war die Sorte mit Ingwer ein reiner Kundenwunsch, den sie selbst gar nicht ausprobiert hätte, der sich aber durchgesetzt hat. Und die Wintersorte von Malzit gibt es in Bräunrode auch ohne Zimt.

Übrigens ist Malzit, obwohl die Grundlage Bierwürze ist, auch von Kindern problemlos zu genießen. Es ist nämlich kein Alkohol drin.

Info:
www.malzit.de

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