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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 05.03.2017 um 08:56:39

Familienunternehmen mit Tradition: Holz ist ein ständiger Begleiter

Die vier Tischlergenerationen (von links) mit Britta Grahneis, Wolfgang Körting, Franz Körting (Bild) und Marvin Grahneis. Die vier Tischlergenerationen (von links) mit Britta Grahneis, Wolfgang Körting, Franz Körting (Bild) und Marvin Grahneis.
Foto: Detlef Barth Galerie (1 Bild)
Die Tischlerei Körting aus Dessau und ihre vier Generationen.

Dessau (db).
Familienunternehmen, wie leicht spricht sich das aus, wenn die gesamte Familie in einer Firma arbeitet. Doch auch in Dessau, Köthen oder Bitterfeld gibt es noch einige Familienunternehmen, die auf eine lange Tradition zurückblicken können. Die Redaktion hat sich auf die Suche gemacht und wurde in der Polysiusstraße in Dessau fündig. Hier gibt es die Tischlerei Körting.

Der 1910 geborene Franz Körting lernte bereits mit 14 Jahren den Beruf des Tischlers in verschiedenen Dessauer Tischlereien. Und bereits im Alter von 22 Jahren gründete er 1933 im Bereich der heutigen Hirtenhaustraße einen Betrieb. Er befasste sich in der Hauptsache mit Reparaturarbeiten, stellte aber auch Küchen- und Wohnzimmerschränke her. Trotz der schweren Jahre bildet er erste Lehrlinge aus.

Im Jahre 1955 begann der Sohn von Franz Körting, Wolfgang Körting, ebenso im Alter von 14 Jahren, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Er lernte ebenfalls Tischler, und als er im Jahr 1963 die Meisterschule beendete, da wurde er jüngster Meister im damaligen Kammerbezirk Halle.

Wolfgang Körting übernahm die Tischlerei vom Vater dann 1976, dieser war jedoch noch einige Jahre aktiv mit dabei. Da sich in diesen Jahren die Mitarbeiterzahl auf fünf bis sechs erhöhte, begann Wolfgang Körting auch Lehrlinge auszubilden.

In dieser Zeit wurde er zudem Vorsitzender der Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Holz verarbeitenden Handwerks im Bezirk Halle („Wir hatten zum Glück dadurch nur wenige Beschaffungsprobleme“). Nach der Wende gehörte Wolfgang Körting zu den Gründungsmitgliedern der Tischlerinnung Dessau, die er von 2000 bis 2014 anführte.

Das Jahr 2000 war auch gleichbedeutend mit der Standortaufgabe in der Hirtenhaustraße und es wurden die heutigen Geschäftsräume und Werkstätten an der Polysiusstraße bezogen.

Da mit der politischen Wende auch die Aufgaben für die Tischlerei wuchsen, und Eva, die Ehefrau von Wolfgang Körting, die nebenberuflich in der Buchhaltung tätig war, die Aufgaben nicht mehr allein bewältigen konnte, stand für die Tochter von Wolfgang Körting die Frage im Raum: „Willst Du mit einsteigen?“

Tochter Britta (1965 geborene Körting), heute Grahneis, hatte Kindererzieherin gelernt („Ich durfte nicht lernen, was ich gern wollte“ - Lehrerin d. R.) und war Mutter zweier kleiner Kinder.

Die Entscheidung fiel dann schnell, 1993 wurde Britta in der Firma angestellt. Neben der Arbeit in Vaters Firma und der eigenen Familie setzte sie sich auf die Schulbank und bekam 2000 die Berufsabschlüsse zum Betriebswirt und zur Fachkauffrau der Handwerkerschaft.

Kaum war das geschafft, wartete schon die nächste große Aufgabe, denn der Vater übergab 2007 die Tischlerei an seine Tochter Britta. Seitdem hat sich eine Arbeitsteilung herausgebildet, Britta Grahneis bestreitet den kaufmännischen Bereich, Vater Wolfgang ist für das Rechnungswesen zuständig.

Doch Vater Wolfgang weiß das Familienunternehmen weiterhin in guten Händen. Enkel Marvin, der „kleine Sohn“ von Tochter Britta, hat ebenfalls Tischler gelernt und möchte die Meisterschule in diesem Jahr abschließen. Dann wird er in die Fußstapfen seiner Vorväter treten.

„Auch wenn es heute fast alles gibt, es ist nicht einfacher geworden“, betont Wolfgang Körting. Denn in der Tischlerei gibt es zwar auch neue und moderne Maschinen, doch im Profil ist alles Einzelfertigung (alles Unikate) geblieben. Das hat sich bei vielen Aufträgen an denkmalgeschützten Objekten ausgezeichnet. So unter anderem bei der Fertigung der Fenster für den Eichenkranz in Wörlitz oder derzeit bei den Arbeiten am Mutterhaus der Diakonie in Dessau. Britta Grahneis und Wolfgang Körting schicken ihre ca. 15 Mitarbeiter nicht auf Montage, „sie sollen am Abend bei ihren Familien sein“. Also bleibt man in der Region.

Jährlich bildet die Tischlerei Körting einen Lehrling aus, sodass derzeit zwei Auszubildende in der Firma beschäftigt sind. Dass diese Ausbildung Erfolge zu verzeichnen hat, zeigen die Ehrungen der Lehrlinge für Spitzenplätze bei der Teilnahme an Bundeswettbewerben.

Wenn Wolfgang Körting heute zurückblickt, dann ist er begeistert von der Faszination Holz und weiß, dass er vieles richtig gemacht hat. „Ist es nicht toll, wenn man dem Enkel einmal sagen und zeigen kann, was der Opa gemacht hat?“, so sein schmunzelnder Kommentar zum Abschluss.

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