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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 27.01.2017 um 17:00:55

Familienunternehmen mit Tradition: Noch lange nicht weg vom Fenster

Die Akener Glaserdynastie Gottschalk - von links: Monika , Anja, Rosemarie, Werner und Ines Trappiel (geb. Gottschalk) halten in Aken die Glasertradition hoch. Die Akener Glaserdynastie Gottschalk - von links: Monika , Anja, Rosemarie, Werner und Ines Trappiel (geb. Gottschalk) halten in Aken die Glasertradition hoch.
Foto: Stefan Julius Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder)
Handwerker mit Leipb und Seele - Glaswerkstatt Gottschalk in Aken besteht schon fast zwei Jahrhunderte.

Aken (TW).
Dieser Beitrag könnte durchaus mit den Worten beginnen: „Es war einmal ...“ Immerhin liegt der Ursprung des Familienbetriebes Gottschalk aus Aken gut und gerne 172 Jahre zurück. Damals legte August Heinrich Tartsch den Grundstein für die heute noch immer bestehende Glaserei

Gelernt hatte August Heinrich sein Handwerk in Lissa in der Provinz Posen. Ursprünglich eine westpolnische Provinzstadt namens Leszno, die durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 an das Königreich Preußen fiel.

Auch sein Sohn Georg machte seine Lehre in Lissa, wo er um 1897 seine Meisterprüfung ablegte. Eine überlieferte Postkarte mit Datumsstempel vom 21. Februar aus dem Jahr 1917 trägt den Empfängernamen Glasermeister Georg Tartsch in Lissa.

Im Jahr seiner Meisterprüfung erblickte Georgs Sohn Heinrich das Licht der Welt. Ihn hielt es ebenfalls im Familienbetrieb, mittlerweile bereits in dritter Generation. Mit gerademal 26 Jahren legte er in Görlitz schon seine Meisterprüfung ab.

Heinrich war es schließlich, dessen Weg nach Aken an die Elbe führte. Hier übernahm er ein Geschäft, in dem heute seine Urenkelin Anja Gottschalk als Meisterin noch immer die Glasertradition hochhält. Auch ihre Schwester Ines Trappiel führt die Familiengeschichte weiter, als Glasermalermeisterin und diplomierte Restauratorin auf diesem Gebiet.

In die Wiege gelegt wurde den Schwestern die Arbeit mit Glas durch ihren Vater Werner Gottschalk. Er lenkte die Geschicke des Handwerksbetriebes in der Zeit von 1990 bis 2013. Und noch immer hilft er in der Werkstatt, wo er kann, und steht mit Rat und Tat zur Seite. Anja versteht sich bestens mit ihm, wie sie sagt. Ihr obliegt es, in Aken und in der Region den Namen der Glaswerkstatt Gottschalk weiter in bewährter Qualität fortzuführen. Schwester Ines steht dem zwar in nichts nach, doch berufsbedingt arbeitet die gefragte Restauratorin viel auswärts.

Als sehr toughe und bissige Geschäftsfrau - im bestgemeinten Sinn - findet Rosemarie Gottschalk ihren Platz in der Familienhistorie. Diese Eigenschaften brauchte sie zu ihrer Handwerkszeit mehr als andere. Die privaten selbstständigen Handwerker hatten es in der sozialistischen und „volkseigentümlichen“ DDR bekanntlich oftmals schwer, und die Behörden bereiteten ihnen zudem mitunter gern mal Ärger.

Am Generationenbaum lässt sich erkennen, dass sie die erste Frau war, die an der Spitze dieser Akener Glaserdynastie stand. Im Jahr 1928 kam sie auf die Welt. 1960 erhielt sie ihren Meisterbrief, der ihr 2010 nach 50 Jahren vergoldet wurde. Von 1960/61 bis 1990 führte Rosemarie die Glaserei in Aken, die sie dann an ihren Sohn Werner weitergab.

Die Herstellung der farbigen Gläser hat sich nicht verändert. Es werden die gleichen Werkzeuge benutzt wie in den vorangegangenen Generationen. „Das hat Oma Rosel schon gemacht“, sagt sie.

Zugeschnitten, geschliffen und verbleit wird in der Werkstatt nach wie vor. Große Arbeiten, wie beispielsweise das Restaurieren alter Kirchenfenster, gehören ebenso zu den Aufgaben wie Reparaturverglasungen von Holzfenstern oder das Herstellen von Bilderrahmen. Um 7 Uhr beginnt der Arbeitstag von Anja Gottschalk. Die Bleifenster werden in der Werkstatt restauriert, um dann vor Ort eingebaut zu werden. Schon als Kind begleitete sie Ihre Oma und Ihren Vater zu den Kirchen oder schaute interessiert bei der Werkstattarbeit zu.

Zu ihrer zwei Jahre älteren Schwester besteht übrigens nicht nur privat, sondern auch beruflich ein sehr enger Kontakt, da Ines Trappiel aufgrund ihrer Qualifizierung über Spezialkenntnisse verfügt. Expertinnen dieser Art sind in Sachsen-Anhalt sehr rar.

So schreiben die Gottschalks aus Aken eine handwerkliche Familiengeschichte fort, die fast wie ein Märchen klingt: „... dann leben sie noch heute!“

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