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Supersonntag > Unser Land > Aus aktuellem Anlass: Getrübte Weihnachtsfreuden >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 13.01.2017 um 17:59:00

Aus aktuellem Anlass: Getrübte Weihnachtsfreuden

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Doch, wir werden Weihnachten mit unseren Familien feiern. Auch wenn die Vorfreude auf das Fest am vergangenen Montagabend mehr als getrübt wurde und zwölf Menschen, die gerade noch über den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche schlenderten und sich auch auf das Fest freuten, nun nicht mehr feiern können. Ihnen, den Verletzten sowie ihren Angehörigen gilt unser größtes Mitgefühl. Wir werden beim Feiern des Festes der Familie und des Friedens an sie denken und ihnen wünschen, dass der unsagbare Schmerz, den sie erfahren haben, mit der Zeit Linderung erfährt und sie nicht daran zerbrechen. Unbekümmerte Ausgelassenheit wird es bei unseren Familienfeiern deshalb wohl nicht geben. Zu tief sitzen der Schock und die erneut in unser Bewusstsein gebrannte Unbarmherzigkeit solcher schlimmen Anschläge, die nun auch unser Land erreicht haben. Wir werden uns alle Mühe geben, den (kleinen) Kindern, die mit uns feiern, die Festfreude so weit wie möglich zu erhalten. Die größeren reden ohnehin mit uns und anderen Familienangehörigen über das angstmachende Ereignis. Das ist auch das "Beste", was sie und was auch wir in solch' einer Situation (noch) tun können. Denn unser „seelisches Ab-wehrsystem", so formuliert es der Sozialpsychologe Immo Fritsche von der Uni Leipzig, sei darauf eingestellt, unsere wahrgenommene Handlungsfähigkeit in Situationen persönlichen Hilflosigkeitserlebens wieder herzustellen. Einer der wichtigsten Mechanismen hierfür: das Aufsuchen und Herstellen von Gemeinschaft mit Anderen. Nicht nur mit der Familie, aber zu Weihnachten mit ihr ganz besonders. Die Polizei hat versucht, uns mit verstärkter Präsenz auf den Weihnachtsmärkten das Sicherheitsgefühl (etwas) zurückzugeben. Wie vorher kann es nicht (mehr) werden, dazu sind die Unwägbarkeiten des Lebens in heutigen Zeiten viel zu groß. Nur unterkriegen lassen dürfen wir uns nicht. Denn wenigstens das sind wir den Opfern, uns und unseren Kindern schuldig.  Susi & Susi

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