Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Unser Land > „Das Buffet ist eröffnet“ >
Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 02.09.2016 um 15:18:49

„Das Buffet ist eröffnet“

Erlebnisgastronomie in Annaburg: Nach slawischer Tradition im Erdofen 
geräuchertes Fleisch steht im „Lokal im Wald“ hoch im Kurs. Erlebnisgastronomie in Annaburg: Nach slawischer Tradition im Erdofen geräuchertes Fleisch steht im „Lokal im Wald“ hoch im Kurs.
Foto: Frank Neßler Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Die Gäste von Gerald Lexius dürfen sich auf einen Leckerbissen freuen. Der Koch bietet in Annaburg, ganz im Osten von Sachsen-Anhalt, nach slawischem Vorbild geräuchertes Fleisch an. Damit lockt er Gäste sogar aus der Ferne an, wie die Kennzeichen der Autos vor dem „Lokal am Wald“ am Annaburger Fußballstadion beweisen.

Weg vom À-la-carte-Geschäft, dafür mehr Erlebnisgastronomie, das ist das Leitmotiv von Lexius. Den 50-Jährigen treibt die Suche nach dem Außergewöhnlichen an. Bis 2010 betrieb er erfolgreich die Ausflugsgaststätte „Schöne Aussicht“ im Naturpark Dübener Heide in Bad Schmiedeberg. Mit dem Verpächter wurde er sich jedoch nicht über nötige Gebäude­sanierungsarbeiten und deren Kosten einig. Die „Schöne Aussicht“ wurde aufgegeben.

Für Gerald Lexius war es ein Signal. Er bekam die Möglichkeit und hatte den Mut, seine Ideen an einem anderen Standort zu verwirklichen. Auf der Suche nach einem passenden Objekt wurde Lexius schnell fündig. Das ehemalige Sportlerheim des FC Grün-Weiß Annaburg erwies sich als wie geschaffen dafür, sein Konzept von der „Anhaltinischen Erdräucherei“ umzusetzen.

In „Lokal am Wald“ umbenannt, entstand nur wenige Meter von der einstigen Sportlerkneipe entfernt ein Erd­räucherofen. Lexius entdeckte die slawische Tradition eher zufällig. Freunde aus Wartenburg an der Elbe hatten das Erdgaren aus einer Laune heraus ausprobiert. Die schmackhaften Räucherwaren, nicht nur Schweine, auch Geflügel wird geräuchert, fanden schnell ihre Fans. Ein Ofen wurde entwickelt, der ist mittlerweile sogar patentiert. Die Räuchergrube in Annaburg ist 1,50 Meter tief, zwei Meter lang und einen Meter breit. Sie ist mit Schamotte ausgekleidet. Das Gestein hält die Wärme gut. Über Buchenholz schmort das Räuchergut bei 450 Grad rund fünf Stunden lang im eigenen Saft. Der Backofen wird mit einem Deckel aus Edelstahl verschlossen. Darüber kommt Erde. Die Gäste des Annaburger Erdschweinessens, der Spezialität des Hauses, werden nach einer kurzen Videopräsentation an den überdachten Erdräucherofen gebeten.

Gerald Lexius hat sich eine Geschichte ausgedacht, die er vor dem Essen zum Besten gibt. In Kochjacke, gestreifter Hose und Schürze erzählt er von den Slawen, die schon vor 1500 Jahren ein mit Feldsteinen ausgelegtes Erdloch genutzt hätten, um Fleisch zu räuchern. Außerdem erklärt er seinen Gästen, was ein Erdschwein ist. Ein ganz normales Hausschwein, das Lexius gepökelt von einer Fleischerei aus Bergwitz geliefert bekommt. Nach der Geschichte kommt der große Moment. Lexius öffnet den Edelstahldeckel. In der Grube liegt das geräucherte Erdschwein. Knackig braun ist die Schwarte. Mit einer elektrischen Winde wird es aus dem Erdofen gezogen. Den Gästen läuft das Wasser im Mund zusammen, doch sie müssen sich noch etwas gedulden. Das Erdschwein liegt erst wenig später in der Gaststätte auf dem Buffet, neben hausgemachtem Sauerkraut, Saucen, Salaten, Backkartoffeln, Kräuterquark und selbst gebackenem Brot. Lexius beginnt mit routinierten Schnitten das Erdschwein zu tranchieren. Dann heißt es: „Das Buffet ist eröffnet.“ Die Gäste essen und sind voll des Lobes, weil es ihnen sehr gut schmeckt.

Noch müssen die Event-Esser für das Erdschwein oder die geräucherten Gänse nach Annaburg kommen. Doch Gerald Lexius hat weitere Ideen. Eine davon trägt den Arbeitstitel: „Erdschwein to go“. Das Räuchergut aus der Annaburger Erdgrube soll damit zu den Gästen kommen. Außerdem heißt es im „Lokal im Wald“ seit kurzem immer mal wieder „Matjes und Co“. Hier dürfen sich die Gäste des Hauses auf holländisches Matjesfilet mit verschiedenen Remouladen, gegrilltes Störfilet, frische Salate, Ofengemüse, Backkartoffeln und weitere Köstlichkeiten freuen.

Info:
www.lokal-am-wald.de


 

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Interkulturelle Woche - Vielfalt verbindet Interkulturelle Woche - Vielfalt verbindet Vielfalt kann als Herausforderung und als Bereicherung wahrgenommen werden - vor allem aber ist Vielfalt gelebter Alltag ...
Anzeige
Sag Ja!
Romanik auf 1.000 Kilometern Romanik auf 1.000 Kilometern Die Straße der Romanik ist ein Weg durch Sachsen-Anhalt, dem Kernland frühen deutschen Königtums. Sie bietet Architektur aus dem Mittelalter....
Anzeige
Superwatte rettet bei Ölkatastrophen Superwatte rettet bei Ölkatastrophen Im Süden Sachsen-Anhalts setzten im Frühjahr 2013 heftige Regenfälle Straßen und Keller unter Wasser. Es brachen mehrere Deiche und etliche...
Anzeige
Unser Land