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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 16.07.2016 um 18:46:56

Eine Kutschfahrt als Erlebnis

Die bekannteste Form einer Kutschfahrt mit angespannten edlen Rössern ist wohl die Fahrt mit einer edlen Hochzeitskutsche zum Traualtar. Für viele Brautpaare ein besonderes Erlebnis. Angebote und weitere Infos gibt es unter www.SagJa.org - dem Hochzeitsmagazin.  Die bekannteste Form einer Kutschfahrt mit angespannten edlen Rössern ist wohl die Fahrt mit einer edlen Hochzeitskutsche zum Traualtar. Für viele Brautpaare ein besonderes Erlebnis. Angebote und weitere Infos gibt es unter www.SagJa.org - dem Hochzeitsmagazin.
Foto: Susanne Kiegeland Galerie (1 Bild)
Eine Fahrt mit Kremser, Hochzeitskutsche und Pferdekutsche ist ein unvergessliches Erlebnis. Kutschen waren vor der Erfindung des Motors das Transportmittel Nummer eins.

Region (WS).
Die wohl edelste Form einer Kutsche stellt die Hochzeitskutsche dar. Deshalb dreht sich heute alles um das Thema „Kutschen“. Eine Kutsche ist ein gefedertes Fuhrwerk, also ein von Zugtieren gezogener, gedeckter Wagen. Eine Kutsche kann ein- oder zweiachsig sein, eine geschlossene Karosserie haben oder ein bewegliches Verdeck.

Ganz offene Pferdewagen sind definitionsgemäß keine Kutschen, sondern Wagen. Kutschenexperte Edwin Rotzal ist der Geschichte der Kutsche und Pferdefuhrwagen auf den Grund gegangen. Die ersten wurden übrigens in einem kleinen ungarischen Dorf namens Kosci gebaut. Daher stammt auch das Wort Kutsche, ableitend von kosci szekér, dem „Wagen aus Kocs“.
Man versteht unter einer Kutsche einen offenen oder geschlossenen und gefederten Fuhrwagen, welcher von einem oder mehreren Pferden gezogen wird. Die Kutschen bzw. Wagen entwickelten sich mit der Erfindung des Rades im 4. Jahrtausend vor Chr. und hatten zwei oder vier Scheibenräder auf starren Achsen.

Um 2000 vor Chr. kam das Rad mit Speichen in Nordmesopotamien (Landschaft im Irak zwischen Euphrat und Tigris) auf. Man spannte vor diese Kutschen unterschiedliche Zugtiere an, z. B. Rinder, Esel und Pferde. Große Bedeutung erhielt der Kutschenverkehr bei den Griechen und den Römern. Jedoch konnten die Pferde keine größeren Lasten ziehen wegen des noch unzulänglichen Zuggeschirrs.

Auch der Norden kannte seit der Bronzezeit Kutschen und Wagen. In China war seit dem 5. Jahrhundert (Jh.) das Kummetgeschirr weit verbreitet, jedoch erst im Mittelalter - ungefähr im 9. bis 10. Jh. - machte in Europa die Erfindung des Kumtes die Kutschen und Wagen für größere Lasten geeignet.

Im 13. Jahrhundert wurden durch die Erfindung der drehbaren Vorderachse die Kutschen und Wagen wendig. Eine weitere wesentliche Verbesserung, die vor allem den Reisekomfort steigerte, brachte Mitte des 15. Jh. die Federung von Wagenkasten und Fahrgestell, bei der der Wagenkasten am Fahrgestell mittels Ketten, Lederriemen oder Seilen aufgehängt war. Im 17. Jahrhundert kamen "Mietkutschen" auf, so die Fiaker in Paris um 1650. Eiserne Wagenfedern sind seit dem 17. Jh. bekannt.

Eine Verbesserung der Kutschenbauart war die leicht gebaute, gut lenkbare Berline um 1665. Die Staats- und Prunkwagen des 17. und 18. Jh. bezeichnete man allgemein als Karossen. Ein neuartiger Wagen, mit dem Joseph I. 1704 von Wien nach Landau in der Pfalz fuhr, war der Landauer. Friedrich Wilhelm I. führte um 1740 in Berlin Mietwagen, sogenannte "Droschken", nach russischem Vorbild ein.

Der Begriff "Droschken" für die Anmietung von Wagen wurde übrigens im Sprachgebrauch so bedeutend, dass er sich in Deutschland noch bis in die 1960er Jahre für Taxistellplätze hielt, obwohl es längst keine Kutschen mehr gab.
1816 trat neben der alten Drehschemellenkung des vierrädrigen Wagens die Achsschenkellenkung auf den Plan, die im Kraftwagenbau besondere Bedeutung erlangte. 1818 wurde der von Pferden gezogene Omnibus eingeführt.

Die geschlossene Postkutsche entstand im letzten Viertel des 18. Jh. Mit zunehmender Industrialisierung im 19. und 20. Jh. entstand ein größerer Reisebedarf für Güter und Personen, der dem Kutschen- und Wagenbau neue Impulse gab.

Kremser

Vor allem im 19. Jahrhundert kamen neue Entwicklungen von England ausgehend auch nach Deutschland.
In dieser Zeit etablierten sich in Deutschland Kutschenlinien mit festen Fahrtagen und Fahrzeiten bis in die 20er Jahre des 20. Jh. Simon Kremser gründete 1825 in Berlin ein Fuhrunternehmen mit gut gefederten Wagen für 10 bis 20 Personen, der Kremser war geboren.

Aus England kam der Break, ein offener vierrädriger Gesellschaftswagen für 6 bis 8 Personen. Das Goldene Zeitalter der Kutsche war durch die Verbreitung der neuen Beförderungssysteme entstanden. Eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Erscheinungsformen der sogenannten Kutsche prägte das Bild vor allem in der Zeit des 19. Jahrhunderts.

Die Einsatzbereiche be-schränkten sich nunmehr nicht nur auf den Personentransport, sondern auch auf den Informations- und Warentransport. Verständigung war eines der wichtigsten Güter der damaligen Zeit, denn dadurch konnten Feldzüge geplant und gewonnen werden. Auch der konventionelle Postweg wurde vorangetrieben.  
 
Hochzeitskutsche

Postkutschen waren zuverlässiger und pünktlicher als ihre berittenen Postboten. Zudem fuhren sie nach einem festen Fahrplan. Das gestiegene Interesse an Kutschen nutzten auch die Königshäuser für sich. Sie bauten immer größere und prunkvollere Karossen, welche immer teurer in ihrer Herstellung wurden, selbst vor Goldenen Karossen wurde dabei nicht Halt gemacht. Damals wie auch heute ist die Kutsche nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Statussymbol.  In der heutigen Zeit gibt es auch den sogenannten Fahrsport. Es ist eine Form des Pferdesports und bezeichnet im weitesten Sinne das Fahren mit Kutschen und Wagen. Auf Fahrturnieren wird im Allgemeinen ein-, zwei- oder vierspännig gefahren.

Hindernisfahren

Die meisten Turniere bestehen aus Prüfungen in den Disziplinen Dressur, Geländefahren und Hindernisfahren.
Diese können einzeln gewertet werden, es gibt jedoch auch Prüfungen, bei denen der Gesamtsieger das Gespann mit den besten Resultaten aller drei Teilprüfungen ist.

Ansonsten werden Kutschen in der modernen Zeit nur zu touristischen Zwecken eingesetzt. Neben dem Kremser ist die bekannteste Form einer Fahrt mit Rössern wohl die Fahrt mit einer edlen Hochzeitskutsche zum Traualtar.

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