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Mario Wetzel Mario Wetzel
aktualisiert am 26.04.2016 um 10:33:02

Aschersleber Majoran in aller Munde

Der Aschersleber Fleischermeister Sven Sauerwein schwört auf heimischen Majoran und setzt das „Wurstkraut“ vielfältig innerhalb seiner Produktpalette ein. Der Aschersleber Fleischermeister Sven Sauerwein schwört auf heimischen Majoran und setzt das „Wurstkraut“ vielfältig innerhalb seiner Produktpalette ein.
Foto: Jens Dammann

Gewürze aus Aschersleben haben weit über die Region hinaus einen guten Ruf und das ist nun schon seit weit über 120 Jahren so.

Dass im Slogan immer noch das Wort „Thüringen“ auftaucht, geht auf die Ursprünge zurück. Der Aschersleber Unternehmer Gustav Bieder­­mann startete bereits vor 1890 in der Nähe von Erfurt auf Kleinparzellen den Anbau von Majoran. Später zog es ihn mit seiner  dort gesammelten Erfahrung wieder zurück in seine Heimat. Seither wird im Großraum Aschersleben Majoran angebaut und anschließend hochwertig veredelt.

Die hiesigen besonderen klimatischen Bedingungen im Regenschatten des Harzes er­­wiesen sich sprichwörtlich als „sehr fruchtbringend“ für den Anbau des Krautes. Der Name „Thüringer Majoran - Original Aschersleber Ware“ ist bis zum Jahr 2023 rechtlich geschützt und wird deshalb auch so weitergeführt.

Besonders bei der Wurstherstellung hat Majoran einen festen Platz gefunden. Der Aschersleber Fleischermeister Sven Sauerwein setzt auf Majoran als eine ganz wichtige Komponente seiner Produktherstellung. Während eines Gesprächs erläuterte er, dass dieses unter Metzgern auch „Wurstkraut“ bekannte Gewürz aus der Herstellung leckerer Würste nicht mehr weg zu denken ist. Da wäre beispielsweise die so genannte „Aschersleber Lockere“. Das ist eine grobe Bratwurst, die in der hiesigen Region schon beinahe ein Identitätssymbol ist, weil sie fast jeder kennt und so ziemlich bei allen kulinarischen Gelegenheiten Verwendung findet.
„Aber Majoran verwenden wir noch weit vielfältiger und das nun schon, seit mein Vater einst unser Geschäft eröffnet hat“, erklärte Sven Sauerwein weiter und zählte weitere Wurstsorten auf, die ohne Majoran einfach nicht schmecken würden: Leberwurst, Zwiebelwurst, Schwartenwurst und Rotwurst nach Hausschlachterart. Auf die Frage, warum es denn gerade Aschersleber Majoran sein müsse - er wird ja auch noch wo anders angebaut - erklärte Sven Sauerwein: „Du brauchst nicht so viel davon, weil der Aschersleber Majoran sehr kräftig ist und das ist wiederum sehr gut für uns.“

Und dann gab der Fleischermeister noch ein paar  leckere Tipps, sozusagen aus der „Hausfrauenküche“. Ein absoluter Hochgenuss sei seiner Meinung nach Schweinebraten mit einer leckeren Majoransauce. Das Wurstkraut lässt sich aber auch hervorragend für das Würzen von Bratkartoffeln einsetzen. Außerdem findet Majoran Verwendung in der Erbsen- und Linsensuppe sowie bei vielen anderen deftigen Gerichten. Noch ein ganz wichtiger Hinweis: „Majoran bewahrt das Fett vor dem Ranzigwerden. Wird Schmalz mit Majoran versetzt, dann hält es bedeutend länger!“

Aber auch in der Hausapotheke hat Majoran einen festen Platz. So hilft es gegen Appetitlosigkeit ebenso wie gegen Blähungen. Das Gewürz soll die Bildung von Gallensteinen hemmen, Darmkoliken vermeiden und der allgemeinen Nervosität entgegen wirken. Es lohnt sich also, immer eine gewisse Portion Aschersleber Majoran im Hause zu haben.

Trotzdem aber noch ein abschließender Tipp des Fleischermeisters: Nie zuviel Majoran verwenden, denn das würde zu einem sprichwörtlich bitteren Nachgeschmack führen!

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