Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Mansfelder Land > Heimatgeschichten > „Eisenbahner wollte ich aber nie werden“ >
Daniela Messerschmidt Daniela Messerschmidt
aktualisiert am 04.06.2014 um 15:14:49

„Eisenbahner wollte ich aber nie werden“

Wolfgang Werthmann an seiner Modellbahnanlage Wolfgang Werthmann an seiner Modellbahnanlage
Foto: daniela messerschmidt Galerie (1 Bild)
Hettstedt (dM). „Früher, als kleiner Junge, da habe ich mit der Uhrwerkbahn meines Großvater ge­­spielt“, erinnert sich Wolfgang Werthmann an die Anfänge seiner Leidenschaft für die Mo­­dellbahn. „Aber ich wollte nie Eisenbahner werden. Förster oder Lehrer, ja, aber nie Eisenbahner“. Studiert hat er letztlich Landwirtschaft. Beim Studium hat er seine Frau Ur­­sula kennen gelernt. Das war das Schöns­te daran, resümiert er. Als die ihm 1962 verkündete „Es ist ein Junge“ war das für Wolfgang Werthmann das Signal, dass nun keine Puppenstube, sondern eine Eisenbahnplatte angeschafft werden kann. Im Kinderzimmer ihrer Zweieinhalbzimmerwohnung stand die erste Mo­­dellbahnanlage. In den nächs­ten Jahren hat er mo­­dell­­bahn­technisch viel „rumprobiert“ und dann, neben Ehefrau Ursula, seine zweite große Liebe ge­­funden - die Schmalspurbahn. Gattin Ursula un­­terstützt ihn bei seinem Hobby, begleitet ihn auf Ausstellungen. Beide waren 1987 - wohlgemerkt im historischen „Outfit“ - zur Jubiläumsfeier „100 Jahre Selketalbahn“ im Harz unterwegs. Und wenn mal jemand aus der Familie einen Tipp braucht, was man Wolfgang zum Geburtstag schenken kann, oder zu Weihnachten, dann weiß sie Rat. „Oder ich kauf mir selber etwas für die Bahn, gebe es meiner Frau und vergess es dann schnell wieder“, erläutert er mit einem Augenzwinkern die Schenkpraxis im Hause Werthmann. Seit 2001 wohnen die beiden und Kater Burli im Dahlienweg in Hettstedt. Hier ist im Keller des Hauses eine 12 Quadratmeter große Anlage entstanden. Die vielen Ar­­beitsstunden, die er hier verbracht hat, er hat sie nicht gezählt. Momentan bewegt sich jedoch kaum ein Zug auf den sorgfältig verlegten Gleisen. Jetzt gibt es draußen einfach mehr zu tun. Ab No­­vember aber ist Modellbahnsaison. Dann sitzt er hier und baut an seiner HO - M Anlage. Und an einigen Gleisen auf OE, ein etwas größeres, im Alter einfach handlicheres Format. „Die ist dem Enkel gewidmet“, lacht er. Das zumindest ist seine „Ausrede“ für Ehefrau Ursula. Die übrigens wird immer dann von ihm zur Hilfe ge­­holt, wenn es „poplig“ wird, sprich Feinarbeit gefragt ist. Ursula hat eine ruhige Hand. Und ist für die Blumen verantwortlich. Im Garten am Haus, in dem die Gartenbahn an schönen Sommertage ihre Kreise zieht, und auch auf der Mo­­dellbahnanlage. Ganz vorsichtig setzt sie mit der Pinzette die winzigen Pflänzchen aus vielen Einzelteilen zusammen. Ganze Blu­­menbeete mit Rosen, Dahlien (natürlich) und Margeriten sind so entstanden, Gewächshäuser und Äcker. So­­­­gar eine kleine Ta­­bak­plan­tage „wächst“ hier. „Meine Frau und ich ha­­ben lange überlegt, was wir da anbauen. Dann dachten wir, ach nehmen wir doch einfach Tabak,“ scherzt er. Und dabei sind beide Nichtraucher. Mit Landschaften kennt er sich aus. Das ist sein Spezialgebiet. Immer wenn im Mo­­dellbauclub, dem er seit 1979 an­­gehört, jemand für die „Landschaft“ gebraucht wird, ist Wolfgang zur Stelle. Die einen sind für die exakte Gleisverlegung, ohne die geht bzw. fährt gar nichts, zuständig, andere für die Elektrik. Erst wenn die fertig sind, legt der „Landschaftsbauer“ Hand an. Im Verein trifft er auf Gleichgesinnte. Der Mittwoch ist für ihn, den 75-jährigen Rentner, ein „Ar­­beitstag“. Dann treffen sie sich, allesamt zwischen 44 und 85 Jahre, in Helbra und arbeiten an ihren Anlagen, planen Ausstellungen und Exkursionen. Auf denen sie sich wiederum neue Anregungen holen. Bis zur nächsten eigenen Ausstellung des Vereins - die letzte war Anfang Mai zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins im Sonnensaal Helbra - wird erst einmal kein Modellzug fahren. Nach Berlin und Jena hat sich der Verein um eine Ausstellung be­­worben. Dass die wunderschönen Anlagen bald im Magdeburger City-Carré zu bestaunen sind, ist indes schon gewiss.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Super Sonntag-Heimattour in Blankenheim: Das Schöne, hier kennen sich alle! Super Sonntag-Heimattour in Blankenheim: Das Schöne, hier kennen sich alle! Es hat gegossen wie aus Ei­­mern, aber einige Blankenheimer hat das nicht aufgehalten. ...
Anzeige
Rectangel
Und weiter geht's mit der Super Sonntag Heimattour Und weiter geht's mit der Super Sonntag Heimattour Helma Helmbold ...
Anzeige
Historische Bahnreise Historische Bahnreise Benndorf (jf). Mit der Mansfelder Bergwerksbahn fährt Heimatgeschichte übers Land. ...
Anzeige
Rectangel