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Supersonntag > Mansfelder Land > Heimatgeschichten > Historische Bahnreise >
Daniela Messerschmidt Daniela Messerschmidt
aktualisiert am 04.06.2014 um 14:39:18

Historische Bahnreise

Jürgen Pohlert. Jürgen Pohlert.
Foto: Jacqueline Franke Galerie (1 Bild)
Benndorf (jf). Mit der Mansfelder Bergwerksbahn fährt Heimatgeschichte übers Land.
 „Die gehörte einfach dazu“, sagt Jürgen Pohlert und meint damit die Werksbahn. Bis kurz nach der Wende war die zwischen den Schächten und Hütten hin und her gefahren, hatte Kupferschiefer transportiert. Tagtäglich war sie im Einsatz. Doch das vertraute Bild verschwand schlagartig. Als 1990 die letzte Hütte geschlossen wurde, wurde die Bahn nicht mehr gebraucht. Ihr drohte das Abstellgleis der Ge­­schichte. Und das 110 Jahre nachdem die erste Strecke in Betrieb genommen wurde. Gäbe es da nicht den Mansfelder Bergwerksbahn e.V., wäre die Bahn wahrscheinlich verschwunden. Denn un­­mittelbar nach der Schließung der letzten Hütte wurden die Gleise zurückgebaut. „Da machen wir nicht mit“, sagten damals Jürgen Pohlert und einige andere Enthusiasten, gründeten den Verein und versuchten die Bahn zu retten. Von Helbra bis Höhe Benndorf waren die Gleise Schneid­­brenner und Bagger schon zum Opfer gefallen. Danach ge­­lang dem Verein der Rückbau-Stopp. Elf Ki­­lometer Gleisanlage waren da noch übrig. Die Bestandsaufnahme der Gleisanlagen, Brücken oder Bahnübergänge war er­­nüchternd. Denn jahrzehntelang war die Infrastruktur vernachlässigt worden - und den Vorschriften der neuen Nachwende-Zeit entsprachen sie schon ganz und gar nicht. Trotzdem machten sich die Vereinsmitglieder unerschrocken an die Instandsetzung und Erneuerung der Infrastruktur und der Loks und Wagen. Eine Mammutaufgabe, die bis heute an­­hält. Erst im April konnte der neue Haltepunkt „Zirkelschacht“ eröffnet werden. „Mit jeder Reparatur, mit jeder Instandsetzung, mit je­­dem Meter Gleis, mit jedem aufgearbeiteten Wagen ist uns die Bergwerksbahn ans Herz gewachsen“, so der 63-jährige Pohlert, der Schatzmeister des Vereins ist. Und so fährt die Bergwerksbahn heute zwischen Benndorf und Hettstedt Kupferkammerhütte. Das Ganze auf 750 mm Spurbreite, also ist sie eine echte Schmalspurbahn. Von April bis Ok­­tober, samstags, 15 Uhr, fährt die Bahn in Benndorf ab. Bis nach Hettstedt braucht sie 40 Mi­­nuten. Unterwegs werden sechs Bahnhöfe angefahren. Den Museumsfahrbetrieb halten 75 Mitglieder aufrecht. Die kommen nicht nur aus Mansfeld-Südharz, sondern aus ganz Deutschland. Lokführer, Heizer, Zugbegleiter - das alles braucht man dafür. Besonders his­­torisch wird es, wenn jeden ersten Samstag im Monat keine Diesellok, sondern die Nummer 20 vor die Wagen gespannt wird. Die Dampflok versprüht nicht nur Eisenbahn-Ro­­mantik, sondern hat selbst seine spannende Geschichte. Sie war nach dem 2. Weltkrieg als Reparationslok in die damalige Sowjetunion verschifft worden. 1994 konnte der Verein sie aus Estland zurückkaufen. Per Fähre wurde sie von Tallin nach Bremen verschifft, kam so nach Benndorf. Dort wurde sie fünf Jahre aufgearbeitet und verrichtet nun ihre Diens­­te für die Mansfelder Bergwerksbahn. Neben dem regulären Fahrbetrieb werden auch zahlreiche Sonderfahrten an­­geboten. Bei den so genannten Ama­­teur­­lokfahrten können Eisbahnfans sogar selbst im Führerstand stehen. „Wir wollten Mansfelder Bergbau-Tradition nicht sterben lassen. und das haben wir ge­­schafft“, bilanziert Pohlert die Ar­­beit des Vereins in den vergangenen 23 Jahren. „Doch“, fügt er hinzu „wir haben Fahrgäste aus aller Welt, würden uns aber mehr Fahrgäste aus unserem Landkreis wünschen. Es gibt Hettstedter, die kennen den Eduardschacht nicht.“ Das ließe sich schnell nachholen auf einer Fahrt mit der  historischen Mansfelder Bergwerksbahn. Ein Stück Heimat, das einfach dazu gehört.

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