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Roswitha Hennig Roswitha Hennig
aktualisiert am 04.06.2014 um 15:20:47

Und weiter geht's mit der Super Sonntag Heimattour

Helma Helmbold (l.), hier im Gespräch mit Bärbel Walther, die die Ortsgruppe der Volkssolidarität leitet.  Helma Helmbold (l.), hier im Gespräch mit Bärbel Walther, die die Ortsgruppe der Volkssolidarität leitet.
Foto: fh Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Helma Helmbold
Bleibt Blankenheim noch lebenswert?
Helma Helmbold hat aufgeschrieben, was sie ganz persönlich bewegt.

Ich wurde 1948 hier im Ort geboren, besuchte von 1955 bis 1963 die Schule im Dorf. die war nicht in einem Gebäude untergebracht, wie jeder hier in Blankenheim weiß, sondern auf viele Gebäude verteilt. Wer 10 Jahre zur Schule ging, lernte die letzten zwei Jahre in Riestedt, und später in Sangerhausen. Die Kinder nach uns konnten dann 10 Jahre in Blankenheim zur Schule gehen, zwar immer noch nicht in einem Gebäude, aber schon in weniger Häusern konzentriert. Und dann kam der entscheidende Schritt - Blankenheim erhielt endlich eine neue Schule. Auch die Kinder aus Emseloh profitierten davon und gingen seit 1983 mit in unsere Schule.

Das Dorf entwickelte sich wie andere Orte auch. Wir hatten Zugverbindungen nach Halle, Nordhausen und Magdeburg. Busse verkehrten regelmäßig nach Eisleben und Sangerhausen. Die meisten waren berufstätig und fuhren mit Bus oder Bahn zur Arbeit.

Es ist für mich total unverständlich, dass wir seit einigen Jahren in diesem Großkreis leben und es nicht möglich sein soll, die Kinder aus den umliegenden Orten, egal aus welcher Verbandsgemeinde, in unsere Schule zu bringen. Nein, da fahren die Schüler aus Emseloh nach Holdenstedt und die von Pölsfeld an unserem Ort vorbei auch nach Holdenstedt.

Nun kommt wieder meine persönliche Geschichte mit hinein, denn es ist wichtig, zu sagen, dass meine gesamte Familie auf irgendeine Art nach der Wende ziemlich zu kämpfen hatte. Sei es, weil jemand arbeitslos war oder sein Studium nicht anerkannt wurde. Trotzdem leben wir alle noch gern hier. Zwei von unseren drei Enkeln besuchen das Gymnasium in Sangerhausen, der jüngste Enkel wird das vierte Grundschuljahr nicht mehr in Blankenheim beenden. Nun bewegt mich natürlich der Gedanke, wie lange Blankenheim samt Wohnneubaugebiet noch attraktiv und lebenswert ist. Denn schon der Bahnhof wurde nach jahrelangem Leerstand und Verfall im vergangenen Winter abgerissen. Droht unserer Schule das gleiche Schicksal?


Julian Rothe
Tippt auf die USA und Deutschland
Julian bereitet sich auf die Mini Fußball-WM in Sangerhausen vor.

Blankenheim (rh). Dass seine Schule geschlossen wird, findet Julian nicht toll. Zum Glück ist der Grundschüler zur Zeit mit den Vorbereitungen auf die Fußball-WM beschäftigt, so dass nicht allzuviel Zeit für Traurigkeit bleibt. Aber Julians Mutter, Yvonne Rothe, findet das sehr schade. Gerade für junge Familien sei es wichtig, dass Kita und Schule in der Nähe sind. Julian hat im Moment andere Sorgen. Er soll zur Mini WM im Trikot der USA starten, ist aber zur Zeit an der Hand verletzt. Für einen Stürmer eine ziemlich unangenehme Sache. Naja, aber einen Tipp fürs Endspiel hat er noch für uns. Also, bei der Mini WM gewinnen natürlich die USA. Bei der richtigen WM sollte Deutschland auf jeden Fall im Finale stehen. Mit Brasilien - das stellt sich Julian sehr spannend vor.

Wenn Sie sich jetzt wundern, warum Julian auf dem Foto eine Mondlaterne trägt? Die hat ihm Horst Stübner in die Hand gedrückt und spielt damit auf den neuesten Spitznamen der Blankenheimer an: die Mondschieber. Angelehnt an den dreimaligen Schlachtruf der Blankenheimer Pfingstgesellschaft: „Mond, Mond - schieb, schieb!"

Otto Schmidt hat 1927 mal aufgeschrieben, wie man die Blankenheimer noch so nennt: die Ganeister oder Stährnstecker (sternstöcker?). Die Blankenheimer hingegen nannten die Beyernaumburger „die Bergratten" und für die Holdenstedter hatten sie sich „die Füchse" ausgedacht. Emseloh wird von den Blankenheimern „Klein Galiläa" genannt.


Sandra und Michael Stephan
Eine Liebesgeschichte

Mit Sandra und Michael Stephan ist es schon eine richtige Liebesgeschichte. Klar, dass die beiden sich mögen. Aber ihr Herz hängt auch an Blankenheim. Sie sind hier geboren, zur Schule gegangen, haben sich verliebt, haben geheiratet, drei Kinder bekommen, und seit 10 Jahren ist Michael selbständiger Fliesenleger. Hier möchten sie nicht mehr weg (nicht mal im Urlaub), und sie verstehen nicht, wieso man ihre Schule schließt.


André Strobach
Die Blankenheimer sind fair
Eine Sportskanone ist der OB nicht, aber beim BSC ist er aktives passives Mitglied.

Blankenheim (rh). „Also, dass ich hier mal Bürgermeister sein könnte, hätte ich nie gedacht, als ich vor 5 Jahren zurückkam", erzählt Ortsbürgermeister André Strobach dem Super Sonntag, als der zur ersten Heimattour nach Blankenheim gekommen war.

Aber Heidrun Hara, die damalige Bürgermeisterin, habe ihm „die Sache" irgendwie schmackhaft gemacht. Und dann hat sich André Strobach zur Wahl aufstellen lassen und ist Ortsbürgermeister geworden. „Ich war der einzige Kandidat", schränkt er ein bisschen ein. „Aber die Blankenheimer sind fair. An der Schulschließeung allerdings ha­­ben wir alle zu knabbern. Da weiß ich auch nicht, wie ich so etwas vermitteln soll. Das begreift hier keiner", erklärt Andrè Strobach.

Er hat sich schon mal umgehört und auch selbst Gedanken gemacht, was man mit der Schule machen könne. Die „Villa Domäne" in Uftrungen hat ihm gefallen. Dort haben engagierte Bürger aus ihrer alten Dorfschule ein Vorzeigeobjekt in puncto „Leben im Alter" geschaffen. Er selbst weiß, was Heimat bedeutet. Durch eine glückliche Fügung (sein Unternehmen eröffnete in der Region eine Filiale) konnte André Strobach nach 7 Jahren in Koblenz wieder in die Heimat zurückkehren.

Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt, Familie und Freunde hat. „Ich bin zwar keine Sportskanone", lacht André Strobach, „aber beim BSC fühle ich mich wohl, dort bin ich passives Mitglied, aber das ganz aktiv."



Renate Rothe
Vergesst mir Klosterrode nicht!
Im September begeht Renate Rothe ihr 40 jähriges „Dienstjubiläum".

Blankenheim (rh). „Und schreiben Sie unbedingt noch auf, wie schön es sich in Klos­­terrode lebt, dass die Leute dort so nett sind, und dass wir ein wunderschönes Schloss haben, in dem sogar ein Sänger wohnt, und dass wir zu feiern verstehen", ist Renate Rothe nicht zu bremsen. Seit 1958 lebt sie in dem idyllischen Ortsteil von Blankenheim. Zwei Jungs hat sie und zwei Enkelkinder. Einer ihrer Söhne lebte 6 Jahre am Bodensee. Auch eine wunderschöne Landschaft dort. Aber jetzt ist er wieder zurückgekommen. „Was willst du machen, wenn hier deine Wurzeln sind", weiß Renate Rothe. Sie hat Angst, dass bald nur noch Ältere hier leben, wenn die Schule dicht macht. Dabei kann‘s so gut gehen mit Alt und Jung. Sie arbeitet in der Kita, die ist auch in der Schule untergebracht. Im September steht ihr 40jähriges „Dienstjubiläum".

Bis dahin wird aber noch ganz schön viel gefeiert. Gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren von der Volkssolidarität. Da gibts nämlich eine richtige Patenschaft. Die Kita- und Hortkinder sind mit ihren lustigen Programmen regelmäßig dort zu Gast.

 

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