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Supersonntag > Quedlinburg > Tischtennisverein plant Abschied vom Sportzentrum Großer Ziegenberg >
Michael Randhahn Michael Randhahn
aktualisiert am 20.03.2017 um 13:55:42

Tischtennisverein plant Abschied vom Sportzentrum Großer Ziegenberg

Die meisten Gebäude auf dem Großen Ziegenberg in Ballenstedt sind ungenutzt. Die meisten Gebäude auf dem Großen Ziegenberg in Ballenstedt sind ungenutzt.
Foto: and
Ballenstedt (and). Er soll neben Schlosspark und Roseburg ein Highlight der Landsgartenschau 2022, sollte Ballenstedt den Zuschlag bekommen: der Große Ziegenberg. Die meisten wissen, dass sie als ehemalige Nationalpolitische Erziehungsanstalt in den 1930er Jahren erbaut und zu DDR-Zeiten über Jahrzehnte als SED-Parteischule „Wilhelm Liebknecht" ge-nutzt wurde. Den wenigsten dürfte der Große Ziegenberg allerdings als Sportzentrum ein Begriff sein. Und doch beherrbergt das Areal Ballenstedts hochwertigste Sportstätte.

Aber der droht nun das Aus. 15 Jahre lang standen dort beim Tischtennis und Karate Sport, Spiel und jede Menge Spaß im Mittelpunkt. Nachdem der „Yamakawa Karate-Do Ballenstedt e.V." als einer der größten und leistungsfähigen Karate-Vereine in Sachsen-Anhalt eine neue Trainingsstätte im einstigen „Modering" für sich herrichtet und Anfang Dezember 2016 den Mietvertrag mit der BAL Stadtentwicklungsgesellschaft als Eigentümerin des Areals des Großen Ziegenbergs kündigte, muss auch der Ballenstedter Tischtennisverein (BTTV) nach Alternativen Ausschau halten. Zwangsläufig, denn die laufenden Kosten im fünfstelligen Bereich kann der auf gut 45 Mitglieder zusammengeschrumpfte Traditionsverein der einstigen Oberliga auf Dauer nicht aufbringen. BTTV-Vize Klaus Gebhardt und seinen Vereinsmitgliedern, einschließlich der 18 Freizeit-Tischtennis-Spieler sowie der Frauensportgruppe blutet beim Gedanken an einen Auszug das Herz. Verständlich. In den Jahren 2001/2002 mit Fördermitteln des Landes, mit Sponsorengeldern und sogar einem Kredit des Verein erbaut, bietet das Sportzentrum nahezu ideale Trainingsbedingungen. Die Sporthalle verfügt über Fußbodenheizung, Voraussetzung für verschiedene Sportarten wie Volleyball, Badminton, Tennis oder Tischtennis natürlich über Umkleide- und Sanitärräume, behindertengerechtes WC, einen Schulungs- und Veranstaltungsraum mit Küche für etwa 35 Personen und in der ersten Etage über Übernachtungsmöglichkeit für rund 18 Personen, zwei Räume für Fitness-Sport und einen Matten-Raum.

Und doch wird sie leider viel zu wenig durch andere Vereine genutzt. Durch den BTTV wurden bereits im November 2016 Hallenzeiten für die Brinckmeier-Sporthalle im Ort beantragt. Es gab zwar Gespräche mit dem Kulturamt, die relevanten Termine wurden aber von Seiten der Stadt zurückgezogen.

Denn ob der vollen Hallenzeiten in Ballenstedt gestaltet sich die Suche des BTTV nach einer neuen Sportstätte in der Heimatstadt schwierig. Es gab bereits Gespräche mit dem Stadtoberhaupt. Auch den zu-ständigen Ausschüssen des Stadtrates schilderte der Verein seine Situation. „Wir brauchen eine politische Lösung", ist Klaus Gebhard überzeugt, „das wäre ein Bekenntnis der Stadt zum Ziegenberg und zu unserem Verein".

Genau daran arbeitet die Stadtverwaltung mit Hochdruck. Ei-ne leerstehende Sporthalle müsse verhindert werden, weil das Vandalismus Tür und Tor öffne. „Der Große Ziegenberg darf kein zweites Heckert-Heim werden", legt der Ballenstedter Bürgermeister das Ziel fest. „Wir müssen eine Lösung finden", fügt das Stadtoberhaupt hinzu. Dr. Michael Knoppik verhandelt dazu gerade mit der BAL Stadtentwicklungsgesellschaft. Die 100prozentige Stadttochter hatte 2010 das ex-Parteischul-Areal bis auf den Glockenturm ersteigert und später den Nutzungsvertrag mit dem „Förderverein Großer Ziegenberg" geschlossen. Um das dortige Sportzentrum zu erhalten plane die Stadt - sie hat bisher bereits erhebliche Zuschüsse für die durch die veraltete Versorgungstechnik immensen Betriebskosten aufgebracht und in kleinen Schritten etwa durch energetische Verbesserungen für deren Reduzierung gesorgt - den Mietvertrag zu übernehmen und dann Hallenzeiten an interessierte Sportvereine gegen Gebühr zu vergeben. Natürlich müsse dazu der Stadtrat entscheiden, betont der Ballenstedter Bürgermeister. Dr. Knoppik unterstreicht: „Die Stadt Ballenstedt bekennt sich seit Jahren zum Großen Ziegenberg."

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