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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 24.05.2019 um 12:16:38

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 19 - Hohenkirchen

Zu Besuch am südlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt

In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute gemeinsam den Ort Hohenkirchen.

Hohenkirchen (mh). „Ich liebe die Abgeschiedenheit und die Ruhe von Hohenkirchen“, sagt Reiner Geßner, während er die Erde auf seinen Beeten lockert. „Auf der anderen Seite sind es nur rund 15 Kilometer nach Ronneburg, Schmölln, Gera, Altenburg, Meuselwitz und Zeitz.“ Der Hohenkirchener wurde in Beiersdorf bei Pölzig geboren. 1970 zog er der Liebe wegen nach Hohenkirchen. Heute ist er einer von rund 50 Mitgliedern im Dorfverein Schnauderblitz Hohenkirchen e.V. Durch sie werden die jährlichen Feiern wie das Dorf- und Kinderfest, die Rentnerweihnachtsfeier, das Osterfeuer sowie das Sportfest organisiert.
Ein weiterer Einwohner Hohenkirchens ist Siegmar Eckert. Er hat sich ausführlich mit der Chronik des Dorfes befasst und Interessantes herausgefunden: „Die erste Erwähnung von Hohenkirchen wurde auf das Jahr 1336 datiert. Den urkundlichen Beweis lieferte ein Heimatforscher in einer Bete-Jahressteuer von 1378“, erzählt der Hobbyheimatforscher. „Nach Recherchen rund um das Rittergut im Ort habe ich festgestellt, dass der Ort wesentlich älter sein muss. Hohenkirchen wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut.“ Aus diesem Grund freuen sich die 150 Hohenkirchener - unter ihnen 37 Rentner und 30 Kinder - auf die 900- Jahrfeier im Jahr 2021.

„Wir haben einen guten Zusammenhalt im Dorf“, erzählt der Rentner. „Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum die Einwohnerzahl seit vier Jahrzehnten fast unverändert bleibt.“ Auch wenn der Laden im Dorf seit vielen Jahren geschlossen ist und auch der Kindergarten nur von 1935 bis 1970, die Schule vom 19. Jahrhundert bis 1948, existierte, das Leben im südlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt finden die Einwohner weiterhin ansprechend. „Die meisten von uns haben aber eine geringe Bindung zum früheren Kreis Zeitz. Viele gehen in Thüringen arbeiten und auch einkaufen.“ Auch Siegmar Eckert hat in Thüringen bei der LPG, später beim Rat des Kreises, gearbeitet. Auf seinem Vier-Seiten-Hof gab es früher viele Tiere und durch sie viel Arbeit. Heute laufen nur noch die Hühner über den Hof der Familie Eckert.

Zur Geschichte
Hohenkirchen liegt an der von Hirschfeld kommenden „Wilden Schnauder“. Das grüne Bild des Schnaudertales ist verändert worden. In früheren Jahrhunderten war das Gebiet bewaldet. So erstreckte sich der Zeitzer Forst bis zum Thüringer Wald. In diesen undurchdringlichen und zum Teil auch sumpfigen Wäldern gab es vereinzelt Hütten und eine spärlich zerstreut wohnende Bevölkerung. Diese lebte von der Jagd und dem Fischfang. Im 12. Jahrhundert begann die Erschließung des Landes. Wälder wurden gerodet und in fruchtbares Ackerland umgewandelt. Die ältesten, uns bekannt gewordenen Bewohner waren die Hermunduren. Diese werden erstmalig im Jahre 5 erwähnt. Gleichzeitig wird dieses Gebiet von den Sorben besiedelt. Ihnen verdankt unsere Heimat die erste Kultur. Die wendische Sprache hat sich bis 1424 erhalten, danach erfolgte eine starke Vermischung mit den germanischen Stämmen. Die Anfänge der Kultivierung verdankt unsere Heimat dem Wendenvolk.
Schon in vorgeschichtlicher Zeit war das Schnauder-Ufer besiedelt. Es lebten Menschen hier, die aus Steinen ihre Werkzeuge schufen und Tongefäße fabrizierten. Diese Zeugnisse fand man auch in Hohenkirchen.

Am 1. Juli 1950 wurde Hohenkirchen nach Bröckau eingemeindet. Mit der Verwaltungsreform in der DDR am 25. Juli 1952 kam Hohenkirchen als Ortsteil der Gemeinde Bröckau an den Kreis Schmölln im Bezirk Leipzig. Bei der am 1. Januar 1956 erfolgten Rückgliederung der Gemeinde Bröckau in den Kreis Zeitz im Bezirk Halle wurde Hohenkirchen der südlichste Ort im Bezirk Halle. Als Ortsteil der Gemeinde Bröckau kam Hohenkirchen 1994 mit dem Landkreis Zeitz zum Burgenlandkreis und 2010 zur Gemeinde Schnaudertal.

Termin
Am 1. und 2. Juni feiern die Einwohner Hohenkirchens das Dorf- und Kinderfest. Am Samstag wird 20 Uhr zur Disco eingeladen. Das Kinderfest startet am Sonntag, 13.30 Uhr mit Spielen wie Blumen- und Scheibenschießen, Viehschätzen und Kegeln. Außerdem gibt es Zuckerwatte, Eis, Kuchen und Roster. Der Eintritt ist frei.

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