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Supersonntag > Zeitz > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 15 - Nißma >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 06.05.2019 um 15:02:19

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 15 - Nißma

In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute gemeinsam den Ort Nißma.
Nißma (mh).
Mit stolzgeschwellter Brust trägt Hanno Thiemann Auszüge aus seinem Heimatgedicht vor:
 
Nißma, gelegen in einem Tale,
Heute zeigst Du Dich
ganz in Schale.
Du bist umgeben
von Hügeln und Wald.
Hier kann sich wohl fühlen Jung und Alt.
Die kleine Kirche als
Wahrzeichen für unseren Ort,
Menschen wurden getauft,
konfirmiert und finden
die letzte Ruhe dort.
Steh` ich oberhalb
der Augustushöhe
Kann ich fast
mein ganzes Nissen übersehe.
Vom Pfingstgrund bis zum Hammerholz -
Nissen, auf Dich bin ich stolz!

Im Jahr 1931 wurde Hanno Thiemann in Zeitz geboren, doch seine Wiege stand in dem kleinen Ort Nißma, nahe Meuselwitz. Heute ist Nißma ein Ortsteil der Ortschaft Spora innerhalb der Gemeinde Elsteraue im Burgenlandkreis.
Mit 16 Jahren fing Hanno Thiemann eine kaufmännische Lehre an, danach wurde er zum Molkereifachmann ausgebildet. Später absolvierte er seine Meisterausbildung und arbeitete ab 1973 als Produktionsleiter in der Molkerei in Nißma.

Tanz in Starkenberg und Oelsen
Im Jahr 1955 lernte Hanno Thiemann seine Frau Hanna auf dem Reiterball in Starkenberg kennen. Die beiden waren sich sofort sympathisch. Doch erst nach einer Tanzveranstaltung im Rosengarten Oelsen brachte er das junge Mädchen mit nach Hause. Drei Jahre später fand die Hochzeit in Sitzendorf im Schwarzatal statt. Wenige Tage vor der Geburt ihres Sohnes Lutz im Juli 1959 zog Hanna Thiemann mit in die Molkerei, wo sie bis zum Jahr 1992 wohnten. Auch sie fand dort Arbeit als Milchwiegerin. Wenige Jahre später kam Tochter Heike auf die Welt. Heute haben die Thiemanns zwei Enkelinnen, einen Urenkel und eine Urenkelin. „Wir sind glücklich, auch wenn unsere Lieben nicht mehr in der alten Heimat wohnen“, sind sich beide einig. „Doch generell vermissen wir das fröhliche Kinderlachen und das Toben auf Nißmas Straßen. Ein Ort wird ärmer ohne Kinder.“ Sonst vermisst Hanno Thiemann nichts. Er weiß: die Zeiten ändern sich eben. Einkaufen geht es nach Zeitz oder Meuselwitz mit dem Bus - Auto fährt der Rentner seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Seine freie Zeit verbringt das Ehepaar gern draußen in der Natur. Die Familie hat seit 60 Jahren einen Garten wenige Gehminuten von ihrer Wohnung entfernt. Außerdem gehen die Thiemanns gern spazieren.Wenn der 87-Jährige mit Verwandten oder Freunden durch ‚sein Revier‘ streift, kommt auch schon mal eine Rüge von ihm. Dann sagt er: „Ihr wisst gar nicht, wie schön ihr wohnt. Es gibt so wunderbare Wanderwege, die Heide, die Hügel und das Hammerholz.“ Der Meuselwitzer Heimatforscher Heinrich Meyer erkannte bereits im Jahr 1935 diese Vorzüge. In der Zeitung „Die Heimat“ schrieb er folgende Betrachtung: „Nißma ist ein schönes Dorf, mit einer so prächtigen Lage, wie man sie selten antrifft, inmitten einer romantischen Umgebung, voll schönster Aus- und Durchblicke. Von allen Dörfern des Zeitzer Kreises sind in Nißma die schönsten und saubersten Wohnungen anzutreffen.“

Da rollte die Mark über den Ladentisch
Nißma hatte zu DDR-Zeiten viel Handwerk: es gab zwei Tischlereien, zwei Fleischereien, einen Konsum, einen Tante- Emma-Laden, eine Bäckerei mit Café, einen Quark- und Käseverkauf, ein Strickwarengeschäft, drei Gaststätten, acht Schuster, einen Fellhändler, eine Oberhemdenbüglerin, einen Friseur, eine Schmiede, ein Bauunternehmen, eine Schafschererin, einen staatlich geprüften Kastrierer und eine Ziegendeckstation. „Es gab sogar ein Kittchen mit Gendarm. Das befand sich in der Friedensburg“, erinnert sich der Rentner. „Es gab auch sieben Teiche. Heute gibt es nur noch einen.“ Nicht nur die Teiche wurden weniger, auch die Einwohnerzahl ging rapide zurück. Während im Jahr 1931 in einer Denkschrift noch 900 Einwohner notiert wurden, sind es heute nur noch 320 Einwohner.

Das gesellschaftliche Leben
In Nißma war zu DDR-Zeiten auch noch viel Gesellschaftliches los: „Es gab einen Ge-sangsverein, einen Raucherclub, Maskenbälle und Pfingsttanz. Wir haben Raffball, Handball und Fußball gespielt. Wir hatten auch einen Kegelverein, bei dem ich von 1954 bis 1970 Sektionsleiter war.“ Heute spielen die Nißmaer immer noch Fußball: es gibt Männermannschaften, eine Frauenmannschaft und auch die Jugend trainiert vor Ort auf dem Fußballplatz. Die Männermannschaft spielte in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich in der Bezirksklasse. Heute sind sie in der Kreisoberliga.

Hanno Thiemann hängt sehr an dem Ort, der auch durch die Braunkohle und durch die Mülldeponie bekannt wurde. „Ich habe so viele schöne Erinnerungen an Nißma“, schwärmt er, während er durch seine alten Fotoalben blättert.

Leserkommentare:


Micha, Nißma:
"Danke Hanno, Du bist der Beste!"


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