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Supersonntag > Zeitz > Kinder wollen gehört werden - Zwischen Liebeskummer, Schubsen und Kreativ-AG >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 04.05.2018 um 14:39:36

Kinder wollen gehört werden - Zwischen Liebeskummer, Schubsen und Kreativ-AG

Silvia Rümmler: „Als Schulsozialarbeiter bin ich für die Kinder da, wenn sie mich brauchen. Der Kontakt zu mir ist freiwillig. Alles, was wir besprechen, bleibt unter uns. Mit den Kindern gemeinsam kümmere ich mich um ihr Anliegen.“ Silvia Rümmler: „Als Schulsozialarbeiter bin ich für die Kinder da, wenn sie mich brauchen. Der Kontakt zu mir ist freiwillig. Alles, was wir besprechen, bleibt unter uns. Mit den Kindern gemeinsam kümmere ich mich um ihr Anliegen.“
Foto: M. Herrrmann Galerie (1 Bild)
Schulsozialarbeiter werden oft belächelt. Wir zeigen, was wirklich hinter dem Beruf steckt.
Zeitz (mh).
Dicke Tränen kullern Mia (Name von der Redaktion geändert) über die Wangen als sie die Tür zum Raum der Schulsozialarbeiterin öffnet. Silvia Rümmler hat sofort ein offenes Ohr für die Neunjährige. Diese erzählt, dass Ben (Name von der Redaktion geändert) sie eine dumme Kuh genannt habe. Gerade Ben, den sie so doll liebe. Silvia Rümmler lässt es zu, dass Mia sich in ihre Arme schmeißt. Sie bietet der Drittklässlerin ein Taschentuch an und fragt, wie es zu diesem Vorfall kam.
Jeden Tag hat Silvia Rümmler mit Streitigkeiten innerhalb der Klasse zu tun. Oft geht es insbesondere um Freundschaften. „Die Schüler kommen zu mir, weil sie vom Klettergerüst geschubst oder gehauen worden sind oder sich böse Worte anhören mussten.“ Themen in der vierten Klasse sind dann schon Liebesfragen und Eifersucht. Ihre Aufgabe ist dann, den Kindern zu zuhören und mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden. Kinder in dem Alter können nicht immer Konflikte selbst lösen. Oft kann die Hilflosigkeit der Kinder mit einer vorher erlebten Enttäuschung in Verbindung gebracht werden. „Lehrer oder Eltern haben dem Kind in einer bestimmten Situation nicht geholfen. Das muss noch nicht einmal mutwillig passiert sein“, erklärt Silvia Rümmler das Gefühlsleben der Grundschüler. Sie weist darauf hin, dass Kinder Anerkennung und Lob in einem gesunden Maß brauchen.

„Viele Kinder möchten auch einfach nur über Geschehenes reden. Sie wollen gehört werden.“
Silvia Rümmler ist beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland e.V. angestellt. Ihre Stelle wird über das ESF-Programm gefördert. Seit Januar 2017 ist sie Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Elstervorstadt in Zeitz. Sie kennt alle 115 Schüler. Sechs Lehrer, die Schulleitung, zwei pädagogische Mitarbeiterinnen, eine Förderschullehrerin, eine Schulsozialarbeiterin und vier Integrationshelfer sind täglich für die Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und elf Jahren da. Das Fachpersonal ist knapp bemessen aber Alltag an allen Schulen. Schulsozialarbeit hat eine beratende Unterstützung und bildet eine Brücke zwischen Lehrern, Kindern, Eltern und soziale Einrichtungen. Auch Eltern können sich am Nachmittag in Fragen der Erziehung vertrauensvoll an Silvia Rümmler wenden. Sie vermittelt die Eltern bei spezifischen Fragen gern zu pro familia. „Aufgrund der hohen Nachfrage, kann es zu Wartezeiten kommen.“ so die Schulsozialarbeiterin. Eltern müssen weite Anfahrtswege zum  Kinder- und Jugendpsychiater nach Altenburg, Naumburg oder Weißenfels in Kauf nehmen. Silvia Rümmler wünschte, das wäre anders und es gäbe vor Ort mehr Angebote.

Prävention wird in der Zeitzer Grundschule groß geschrieben. Vielleicht kann Silvia Rümmler auch deshalb mit Stolz sagen: „Mobbing gibt es an unserer Schule nicht.“

Neben den Arbeitsgemeinschaften Flöte, Chor, Schulgarten und Theater kann auch die Kreativ-AG belegt werden. Dort wird neben allerlei Bastelei das friedliche Zusammenleben in der Gruppe vorgelebt. Freitag in der letzten Stunde hauen die rasenden Reporter in die Tastatur. Die vier Mädels aus der vierten Klasse berichten unter Anleitung von Silvia Rümmler über aktuelle Projekte. So werden auch außerhalb des Unterrichts Talente entdeckt und gefördert.

Silvia Rümmler bietet in jeder Klasse eine Stunde pro Woche Sozialtraining an, die von den Kindern begeistert wahrgenommen wird. In der dritten Klasse gibt es gerade ein Literaturprojekt. Gelesen wird das Buch „Faustdicke Freunde“, das sich um Gewalt, Mobbing und Freundschaft handelt. In der zweiten Klasse lernen die Kinder richtiges Sozialverhalten mit dem kleinen Raben Socke. Beim Sozialtraining sitzen die Kinder und Silvia Rümmler im Kreis. „Bereits diese Anordnung ist für die Kinder etwas Besonderes - so locker und sich abgrenzend von grauer Theorie. Jede Stunde fangen wir mit dem Wetterbericht an.“ In den Händen hält die junge Frau drei Karten: eine mit einer Sonne, die zweite mit einer Wolke und die dritte mit beiden. Emma (Name von der Redaktion geändert) zückt die „Sonne-Karte“. „Heute bin ich glücklich“, sagt die Achtjährige und strahlt Silvia Rümmler an. „weil ich eine Stunde mit Ihnen verbringen kann.“

2020 läuft das Projekt aus und niemand weiß, ob Schulsozialarbeit weiter existieren wird.

Info: Das CJD bietet jährlich 155.000 jungen und erwachsenen Menschen Orientierung und Zukunftschancen. Sie werden von 9.500 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden an über 150 Standorten gefördert, begleitet und ausgebildet. Grundlage ist das christliche Menschenbild mit der Vision „Keiner darf verloren gehen!“.
Angebot:

• Beratung und Begleitung in schwierigen Lebenslagen
• Hilfe bei Mobbing, Sucht und Gewalt
• Unterstützung bei der Zukunftsplanung
• Organisation und Durchführung von Projekten
Infos unter www.schulerfolg-sichern.de

Die Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ im Bildungsbüro
Die 31 Schulsozialarbeiter leisten eine unverzichtbare Arbeit an den Schulen. Sie stehen als vertrauensvolle und erste Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und Eltern innerhalb von Grundschulen (11), Sekundarschulen (12), Gymnasien (2), Förderschulen (3) und der berufsbildenden Schule Burgenlandkreis (3) bei individuellen und schulischen Problemlagen zur Verfügung.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Schulleitern, Beratungslehrkräften, sowie den Schulpsychologen und schulfachlichen Referenten ist dabei unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeit im Burgenlandkreis.
www.burgenlandkreis.de/de/netzwerkstelle-schulerfolg-sichern.html     



 

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