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Stephan Woithe Stephan Woithe
aktualisiert am 09.02.2017 um 11:20:34

Bauen und Renovieren: Alternative Heizformen im Vergleich

Solarenergie, Wärmepumpe und Co.: Wer eine neue Heizung plant, sollte sich über alternative Heizformen informieren.
 

Solarenergie, Wärmepumpe und Co.: Wer eine neue Heizung plant, sollte sich über alternative Heizformen informieren.
Foto: Fotolia, © arsdigital Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Zur weit verbreiteten Öl- oder Gasheizung gibt es zahlreiche Alternativen. Wer vorhat ein Haus zu bauen, oder eine Immobilie zu sanieren und in diesem Zuge eine neue Heizung plant, sollte sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren. Welche Heizform wann geeignet ist, und wie langfristig Kosten gespart werden können, findet sich in dieser Übersicht.

Viele Faktoren sind dafür ausschlaggebend, ob eine alternative Heizung in Frage kommt und wie umweltfreundlich damit für Wärme gesorgt werden kann. Vor allem im Bereich der regenerativen Energien sorgt die kontinuierliche Weiterentwicklung der verschiedenen Systeme ständig für Verbesserung und steigende Effizienz. Nicht jedes Modell ist jedoch überall gleich gut geeignet und verspricht günstige Heizkosten im Winter.

Abschied von fossilen Energieträgern?

Noch immer sind Heizungen die mit Gas oder Öl betrieben werden in Deutschland am häufigsten anzutreffen. Vor dem Hintergrund, dass diese Brennstoffe zur Neige gehen und einmal nicht mehr zur Verfügung stehen werden, sind mehr und mehr Alternativen auf den Markt gekommen, welche regenerative Energien zur Wärmeerzeugung nutzen. Sachsen-Anhalt liegt bezüglich des Anteils der erneuerbaren Energien unter den führenden Bundesländern. 

2017 tritt eine aktualisierte Fassung der Energieeinsparverordnung in Kraft. Hier sind bestimmte Mindeststandards für die Energieeffizienz von Heizungsanlagen vorgesehen. Der Staat fördert zudem verstärkt den Einbau umweltfreundlicher und effizienter Systeme. Anlagen, die mit Hilfe regenerativer Energien betrieben werden, sind dabei klar zu bevorzugen. Die Investitionskosten sind im Vergleich zu den traditionellen Methoden zwar um einiges höher, die Energieeinsparung macht sich jedoch über die Jahre bezahlt.  

Nutzung der Sonnenenergie

Vor allem bei den strengen Richtlinien für Neubauten kann eine Solarheizung punkten, da sie die alle Kriterien in der Regel spielend erfüllt. Bei der Solarthermie wird eine spezielle Flüssigkeit im Inneren der Kollektoren durch die Sonnenenergie erhitzt und die Wärme kann über einen Wärmetauscher in einem Solarspeicher gesammelt werden. Dieser Pufferspeicher arbeitet ähnlich wie eine Batterie und sorgt dafür, dass auch Energie zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint.

Es kann zwischen zwei Varianten – Flach- oder Röhrenkollektoren – gewählt werden. Erstere sind preisgünstiger, zweitere dafür um etwa 30 Prozent effektiver. Ob eine Solarheizung sinnvoll ist, richtet sich vor allem nach den zu erwartenden Sonnenstunden in der Region, sowie der Ausrichtung der verfügbaren Flächen, die mit den Kollektoren ausgestattet werden können.

Bereits kleinere Strommasten, die tagsüber zumindest teilweise Schatten werfen, können bereits eine große Einschränkung bei der Effizienz verursachen. Bei einem Neubau kann die Ausrichtung des Hauses bezüglich der Nutzung von Sonnenergie optimiert werden. Gegebenenfalls muss von einem Statiker geprüft werden, ob das Dach für eine Installation einer Anlage ausreichend gerüstet ist.

Viele Gemeinden stellen ihren Bürgern inzwischen ein sogenanntes Solarkataster zur Verfügung. Auf dieser Karte kann eingesehen werden, welche Dachflächen sich für eine Sonnenstrom- oder Solarheizungsanlage eignen.

Da gerade im heizintensiven Winter oft seltener die Sonne scheint, kann eine Solarheizung oftmals als alleinige Energiequelle nicht ausreichend sein. Die Dämmung des Hauses hat hier einen entscheidenden Einfluss auf die Nutzung. Bei einem Niedrigenergiehaus kann eine Sonnenheizung kombiniert mit einem entsprechenden Pufferspeicher alleine jedoch durchaus genügen.


Vorteile:
  • Relativ einfache Anbindung an das Heizsystem (Heizkörper) im Haus.
  • Hohe Effizienz
  • In der Regel keine Baugenehmigung notwendig.
Nachteile:
  • Relativ hohe Anschaffungskosten für Kollektoren und Wärmespeicheranlage (Förderung möglich!).
  • Meist nicht als alleinige Heizquelle ausreichend.

Heizenergie durch Wärmepumpe

Auch bei den Wärmepumpen gibt es verschiedene Systeme um die Technik zum Heizen von Gebäuden zu nutzen. Dabei funktioniert diese Technik jeweils ähnlich wie bei einem Kühlschrank. Von Wärmequellen wie Luft oder Wasser wird durch einen Tauscher die Energie entzogen und zum Heizen nutzbar gemacht.

Bei Luft-Wärmepumpen wird dabei die Außenluft oder bei neueren Gebäuden mit Lüftungsanlage auch die bereits angewärmte Abluft genutzt. Je nach Konfiguration der Anlage und Isolationsvermögen der Gebäudehülle kann diese Art der Heizung alleine für ausreichend Wärme sorgen, oder muss mit einem anderen System ergänzt werden.

Auch die Erdwärme kann zur Energiegewinnung genutzt werden. Vor allem das Grundwasser bietet sich als Lieferant mit konstant gleichbleibender Temperatur an. Aber auch die Wärmeenergie der Feuchtigkeit im Boden kann durch Erdkollektoren angezapft werden. Die verschiedenen Systeme erreichen dabei unterschiedlich hohe Effizienzgrade. Je nach Ausführung muss mehr oder weniger Fläche für die Anlage zur Verfügung stehen.  

Vor allem bei Bestandsbauten kann eine Wärmepumpenanlage eine gute Investition sein. Der Staat fördert entsprechende Maßnahmen bei einer Modernisierung. Nicht vergessen werden darf die Tatsache, dass für den Betrieb der Pumpe mit Strom zusätzliche Kosten anfallen. Je nachdem aus welchen Quellen der Strom bezogen wird, relativiert sich die Ökobilanz dieser Heizart wieder. Dennoch kann mit einer solchen Anlage der CO2‑Ausstoß eines Haushaltes verringert werden.

Vorteile:
  • Permanent vorhandene Energiequelle
  • Wartungsarmer Betrieb
  • Gute Ergänzung zu anderen Heizanlagen
Nachteile:
  • Relativ hohe Anschaffungskosten im Vergleich zu Techniken mit fossilen Brennstoffen (Förderung möglich!).
  • Zusätzliche Stromkosten nicht unterschätzen.

Wärmegewinnung aus Holzpellets

Eine moderne Holzpelletheizung ist gleichzeitig kostengünstig und umweltfreundlich. Dabei unterscheidet sich die Bedienung kaum von einer herkömmlichen Öl- oder Gasheizung. Die gepressten Pellets setzen bei der Verwertung jedoch bis zu 15 Mal weniger CO2 frei.

Auch Warmwasser kann mit einer solchen Heizung bereitgestellt werden. Die Technik eignet sich besonders als Kombinationsmöglichkeit mit einer Solaranlage. Für eine optimale Ausnutzung des Brennguts ist ein zusätzlicher Pufferspeicher ratsam. Staatliche Förderung kann auch hier bewilligt werden.

Für ein Einfamilienhaus genügt es meist, einmal jährlich eine Lieferung neuer Pellets zu beziehen. Für etwa vier bis fünf Tonnen des Brennstoffs ist ein Raum von fünf Quadratmetern Grundfläche bereits ausreichend. Durch die Förderung der Pellets über Ansaugrohre oder Förderschnecken ist auch ein Speichertank im Außenbereich denkbar.

Im Vergleich zu einer Scheitholzverbrennung ist die Technik dabei um einiges wartungsarmer und sauberer. Die Befüllung des Ofens geschieht automatisch und der Aschebehälter muss nur wenige Male pro Woche geleert werden. Zudem sind Systeme auf dem Markt, die sowohl Pellets als auch Scheitholz verbrennen können.

In gut gedämmten Häusern lohnt sich als Ergänzung in manchen Fällen ein kleiner Ofen, der einen einzelnen Raum beheizen kann. Diese Modelle sind bereits ab 2.000 Euro erhältlich.

Beim Kauf der Pellets sollte auf die DinPlus Kennzeichnung geachtet werden. Sie zeigt eine nachhaltige Gewinnung des Holzmaterials an. Durch die Zunahme der Nachfrage des Brennstoffes haben sich teilweise besorgniserregende Entwicklungen gezeigt. Bevor die Ölpreise gefallen sind, waren die Holzpellets bis zu 30 Prozent günstiger als die vergleichbaren Mengen an Öl oder Gas.

Zukünftig ist ein entsprechender Preisvorteil gegenüber den anderen Brennmaterialien wieder zu erwarten. Deutsche Hersteller der Pellets verwenden zum größten Teil hochwertige Holzabfälle aus heimischen Wäldern. Denn auch minderwertige oder feuchte Presslinge beeinträchtigen die Heizleistung und die Lebensdauer der Heizanlage negativ.

Vorteile:
  • Gute Ergänzung zu anderen Heizanlagen.
  • Meist umweltfreundliche Verwertung von Holzabfällen.
  • Hoher Wirkungsgrad
Nachteile:
  • Raum zum Speichern der Pellets notwendig.
  • Relativ hohe Anschaffungskosten für Heizung und Unterbringung der Pellets (Förderung möglich!).

Einsatz von Niedrigtemperatursystemen

Ergänzend zu verschiedenen modernen Heiztechniken wie Wärmepumpen oder Solarthermie können statt der herkömmlichen Heizkörper sogenannte Niedertemperatur Heizungen eingesetzt werden. Diese arbeiten statt mit Temperaturen zwischen 70°C und 90°C bereits in einem Bereich von 35°C bis 55°C. Durch besonders große Flächen kann die Strahlungswärme dabei optimal genutzt werden. Eine gut gedämmte Fassade ist hierfür jedoch Pflicht.

Fazit

Wer eine Haussanierung plant sollte neben einer neuen Heizung auch immer eine entsprechende Verbesserung bei der Dämmung vorsehen. Durch weniger Wärmeverluste kann eine Heizungsanlage dann meist eine Nummer kleiner ausfallen und die Investitionskosten werden geringer. Zudem sind die staatlichen Fördermittel für Komplettmaßnahmen umfangreicher.

Welche Heizform schlussendlich gewählt wird, hängt von den individuellen Gegebenheiten vor Ort ab. Die höheren Anschaffungskosten bei den umweltfreundlichen Alternativen rechnen sich in der Regel nach einigen Jahren. Sonnenenergie oder Erdwärme stehen auch in Zukunft in großer Fülle kostenlos zur Verfügung.

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