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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 03.05.2019 um 15:22:04

Oranienbaumer fordern: baut jetzt endlich die Ortsumgehung

Die Oranienbaumer Initiative „B 107“ rief zu einer gemeinsamen Aktion auf und fordert den Bau einer Ortsumgehung.  Die Oranienbaumer Initiative „B 107“ rief zu einer gemeinsamen Aktion auf und fordert den Bau einer Ortsumgehung.
Foto: Fotostudio Ender
Oranienbaumer thematisieren das Lärmproblem seit Jahren. Historisch sanieren und durch Lärm ruinieren

Oranienbaum (red). Die Oranienbaumer Initiative „B 107" fordert die kommunale und die Landespolitik auf, durch eine Ortsumgehung und Lärmschutzmaßnahmen die Gesundheit der Lärmbelasteten und -belästigten zu schützen.
Dies machte die Initiative erst kürzlich am Tag gegen Lärm mit einer Aktion deutlich.
Die Ortsumgehung ist für den Bund vordringlich. Wann reagiert die Landespolitik, fragen die Teilnehmer der Aktion. Der Bund weist im Bundesverkehrswegeplan die Ortsumgehung als vordringlich aus: das Projekt leiste einen Beitrag zur Verkehrssicherheit und Leis-tungsfähigkeit.
Der Stadtrat bat die Straßenbaubehörde in Dessau die Planungen zu beschleunigen. Doch dort wollen mehrere Projekte gleichzeitig bearbeitet werden. MdB Sepp Müller (CDU) hatte zugesagt, die rasche Planung der Ortsumgehung zu unterstützen.
Die Ortsumgehung ist mit 4,2 km wesentlich kürzer als die Ortsdurchfahrt durch Oranienbaum. Der Ampelhalt entfällt, die Geschwindigkeit kann konstant gehalten werden. So sparen Fahrende nicht nur Kraftstoff sondern auch Schadstoffemissionen in die Umwelt. Das gute Kosten-Nutzen-Verhältnis macht das Projekt „Ortsumgehung Oranienbaum" für den Bund im Bau und Betrieb wirtschaftlich tragfähig.
Oranienbaumer sind gegen lärmenden Verkehr und für das historische Stadtbild.
Für die Oranienbaumer Initiative „B 107" sagt Petra Mahrenholz: „Beide Ziele werden durch die Ortsumgehung realisiert. Unsere heutige Aktion zeigt den Stadträten vor der Kommunalwahl: Wir wollen das historische Stadtbild erhalten. Wir nehmen den Lärm nicht mehr hin. Schützt uns davor!"

Wird innerorts gebaut, wie es in den Plänen steht, würde die Ortseinfahrt in die Barockstadt durch Asphalt und lärmenden Schwerlastverkehr geprägt. Denn alle Bäume an der Dessauer Straße sollen 4,30 m breiten Rad- und Gehwegen auf beiden Straßenseiten weichen. Wohin dann mit dem Niederschlag, wenn viel mehr Flächen als derzeit betoniert sind? Die Planung gibt die Antwort: ab damit in den Schlosspark. Das wollen Oranienbaumer nicht hinnehmen.

68 Antworten auf eine Fragebogenaktion der Initiative zum Verkehr erbrachten: Am Tage fühlen sich 9 von 10, in der Nacht 8 von 10 Anwohner durch Verkehrslärm stark und sehr stark beeinträchtigt. Mehr als die Hälfte beklagen starke oder sehr starke Erschütterungen ihrer Wohnhäuser. Als größtes Problem des als sehr stark zunehmend wahrgenommenen Verkehrstrends wird von den Anwohnern generell der Lärm angegeben, gefolgt vom sicheren Überqueren der Straße und sicherem Radfahren. Fast alle gaben an, mit den Lärmschutzmaßnahmen der Stadt nicht oder gar nicht zufrieden zu sein.
Alle diese Themen griff die Initiative mit ihrer durchgeführten Aktion auf. Sie kamen mit Anwohnern ins Gespräch. Sie wollen Wut produktiv machen und sind überzeugt, dass dies gelingen wird.

Bereits im September 2000 hatten sich Anwohner in einer Unterschriftensammlung über Lärmbelästigungen beim Bürgermeister beschwert. Ende 2008 berichteten Anwohner in einer Unterschriftenaktion dem Straßenverkehrsamt über erhöhte Lärmbelästigungen und baten um Lärmschutzmaßnahmen. Das Lärm-Thema zog sich auch durch die Beteiligungsveranstaltung der B 107-Ausbauplanung im Jahr 2010. „Es ist endlich Zeit, dass Verantwortliche in Politik und Verwaltung handeln", sagt Petra Mahrenholz.

Die nächste Aktion führt die Oranienbaumer Initiative „B 107" am 1. Juni auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule (ehemalige Verkehrswacht) in Oranienbaum durch.
„Das genaue Programm wird noch bekannt gegeben, das stimmen wir erst am 13. Mai ab", so Kerstin Krümmling von der Oranienbaumer Inititive.
 

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