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Supersonntag > Weißenfels > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 16 - Zettweil >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 07.05.2019 um 09:06:56

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 16 - Zettweil

Zettweil liegt neun Kilometer von der Stadt Zeitz und einen Kilometer von der Grenze zu Thüringen entfernt. Am 1. Juli 2009 wurde Zettweil durch Eingemeindung der Gemeinde Kayna zum Ortsteil von Zeitz.“ Zettweil liegt neun Kilometer von der Stadt Zeitz und einen Kilometer von der Grenze zu Thüringen entfernt. Am 1. Juli 2009 wurde Zettweil durch Eingemeindung der Gemeinde Kayna zum Ortsteil von Zeitz.“
Foto: M. Herrmann Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder) Galerie (8 Bilder)
In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute gemeinsam den Ort Zettweil.
Zettweil (mh).
Helmut Köhler ist im Jahre 1937 in Zettweil im Haus seiner Vorfahren in vierter Generation geboren. In einem Schrank stehen eine Reihe von Ordnern mit Dokumenten sowie Fotoalben. Auf seinem Dachboden fand er die Familienchronik, die mit seinen Urgroßeltern Minna und Bernhard Köhler und deren zwölf Kindern begann. Daraufhin hat er viel aus der Geschichte des Dorfes recherchiert und zusammengefasst: „Zettweil wurde erstmals 1286 urkundlich er-wähnt. Der Name stammt vom wendischen Zetibel ab und bedeutet ‚Ort des Guten Gottes‘. Im Jahr 1605 zählte das Dorf 25 Gehöfte und Häuser, dessen Bewohner der Landwirtschaft nachgingen. Im Jahr 1833 hatte Zettweil 270 Einwohner, die 43 Häuser bewohnten. 23 Jahre später wurde eine Schule gebaut. 81 Kinder wurden dort im Jahr 1877 von einem Lehrer unterrichtet. Das Dorf zählte nun 324 Einwohner.“

Guter Zusammenhalt im Dorf
Heute wohnen noch 136 Einwohner in Zettweil. Gerhard Schuster ist einer von ihnen: „Ich fühle mich auf dem Dorf wohl. Man kennt sich und der Zusammenhalt ist gut.“ Früher saß die Dorfgemeinschaft an lauen Sommerabenden auch beisammen, „doch das hat sich, seit dem es Fernseher gibt, leider geändert“. Mit viel Liebe versorgt der ehemalige Schlosser seine Kaninchen und seit 1960 Bienenvölker. Früher besaß er 20 von ihnen; heute nur noch zehn.  Mit seinen 83 Jahren hat er in Zettweil schon viel erlebt: „Früher gab es 14 landwirtschaftliche Betriebe; heute macht das einer.“

Wenn Familie Schuster Backwaren und Fleisch braucht, sind sie auf ihr Auto angewiesen. „Wir fahren nach Meuselwitz. Ärzte und Apotheke befinden sich zum Glück in Kayna, was näher liegt.“

Viele Jahre haben Kirmses im Haus der Schusters gewohnt. Nach der Wende zogen sie gegenüber in ihr eigenes Haus. „Seit 1964 lebe ich hier. Das Leben auf dem Dorf ist nicht immer einfach“, erzählt Herbert Kirmse, während er Reparaturen an seiner Einfahrt vornimmt. „Das große Haus muss bewirtschaftet werden. Und die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten werden bestimmt auch einmal ein Problem werden.“

Doch Herbert Kirmse ist auch stolz auf sein Heimatdorf Zettweil: „Im Jahr 2000 belegte es im Burgenlandkreis den dritten Platz beim bundesweiten Wettbewerb ‚Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft‘.“ Gerhard Schuster nickt zustimmend: „Hier habe ich meinen ersten Schrei getan. Ich hoffe, dass ich auch mein letztes Gebet hier machen werde.“
 

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