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Wolf-Eike Mardas Wolf-Eike Mardas
aktualisiert am 11.05.2017 um 14:49:38

Vielfalt (nur) mit Sicherheit

Landtagspräsidentin a.D. Thüringen Prof. Dr. Dagmar Schipanski, MdB Dieter Stier,  Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht und Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser (v.l.) stellten sich den Fragen zum Thema. Landtagspräsidentin a.D. Thüringen Prof. Dr. Dagmar Schipanski, MdB Dieter Stier, Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht und Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser (v.l.) stellten sich den Fragen zum Thema.
Foto: W.-E. Mardas Galerie (1 Bild)
Naumburg (wm). Täglich hören, sehen und lesen wir über Raubstraftaten, Einbrüche und sogar von Übergriffen auf Frauen. Ein nicht gerade unwesentlicher Teil geht auf das Konto von Ausländern, so die neueste Kriminalstatistik. Doch woran liegt das? Wie kann das verändert werden? Was ist mit unserer Sicherheit, unseren Werten, unserer Zukunft? Diese und ähnliche Fragen stellen wir uns mehr oder weniger alle. Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. - Politisches Bildungsforum Sachsen-Anhalt hatte am Montag in das Hotel „Alte Schmiede" nach Naumburg zu Statements und anschließender Diskussion eingeladen. Alexandra Mehnert, Leiterin des Politischen Bildungsforums Sachsen-Anhalt der Stiftung, konnte neben den rund 25 Interessenten auch Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Landtagspräsidentin a.D. des Freistaates Thüringen, Holger Stahlknecht, Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser, Beauftragter der ev. Kirchen bei Landtag und Landesregierung Sachsen-Anhalt, begrüßen. Die Leitung der Veranstaltung übernahm Dieter Stier, Mitglied des Bundestags.

Der Moderator begann mit einem aktuellen Fall aus Naumburg, als vergangenes Wochenende ein Deutscher seinen Hund auf zwei Afrikaner hetzte. Warum eskaliert in ganz Deutschland das Zusammenleben mit anderen Völkern, die eigentlich nur Schutz suchen?
Stier führte aus, dass der Bund in der Vergangenheit etwas getan hat, so wurden 3000 Stellen bei der Bundespolizei neu geschaffen, Gesetze wurden verschärft und auch für die Integration und Registrierung der Flüchtlinge habe man Veränderungen herbei geführt. Er räumte aber auch ein, dass in der Vergangenheit Fehler ge­­macht wurden, auch von Seiten der EU.

Die drei folgenden Statements eröffnete Prof. Dr. Dagmar Schipanski. „Wir haben uns vor 27 Jahren die Einheit erkämpft. In der ehemaligen DDR wiegten wir uns in der absoluten Sicherheit. Aber über kriminelle Dinge wurde nichts berichtet und bei Kriminalfilmen war der Schuldige in den meisten Fällen der Klassenfeind. Totale Überwachung und hinter einer Mauer leben - keiner möchte das heute mehr. Toleranz ist gefragt, das Besinnen auf unsere Werte. Und Solidarität bedeutet aber auch Flüchtlinge aufzunehmen. Der Satz von Angela Merkel ‚Wir schaffen das‘ wurde oft fehlinterpretiert, sodass die Unsicherheit geschürt wurde. Angst ist aber ein schlechter Begleiter. Veränderungen müssen jetzt vorgenommen werden. Die Justiz muss konsequent handeln und unser christliches Wertefundament muss auch nach außen getragen werden", so Schipanski.

Innenminister Holger Stahlknecht verwies in seinen Worten auf die Veränderungen der letzten Jahre und räumte auch ein, dass mit der massiven Reduzierung der Polizeikräfte aus Kostengründen ein Fehler gemacht wurde, der korrigierte werden muss. Doch die Ausbildung von Polizeibeamten braucht auch seine Zeit. „Mit dem Auto in einen Unfall verwickelt zu werden ist wesentlich höher, als einem Überfall zum Opfer zu fallen. Zahlreiche Bürger greifen zur scheinbaren Selbsthilfe mit Schreckschusswaffen oder Pfefferspray. Diese Notwendigkeit ist nicht gegeben. Eins ist klar - Freiheit braucht Sicherheit und Sicherheit braucht Freiheit. Und auch im Jahr 2030 wird es nicht so sein, dass hinter jedem Laternenmast ein Polizist steht. Wir arbeiten an der höheren Aufklärungsquote von Verbrechen und dass die Strafe auf dem Fuß folgt. Außerdem wird die Bestreifung von Orten erhöht, an denen es Vorfälle geben könnte. Vor fünf Jahren saßen wir beim Bier und Knabbereien vor dem Fernseher und haben uns im Fernsehen die Bilder angesehen, wie in Syrien der Krieg seinen Lauf nahm. Heute ist die Situation anders. Zeitgleiche Anschläge in anderen Ländern und die Vorfälle in Deutschland zeigen, dass jeder mit offenen Augen durch das Leben gehen muss. Ich sage es aber deutlich, ein absoluter Schutz ist nicht möglich."

„Religion gehört zu den Grunddaten der menschlichen Existenz. In der DDR sollte es ja ohne gehen, was nicht funktioniert hat", wählte Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser den Einstieg zu seinem Statrement. „Freiheit - kann jeder machen was er will oder muss man das tun, was man nicht will? Das Leben ist nicht frei von Risiken und es gilt die Balance von Frieden und Sicherheit zu finden. Die schnelle Verbreitung von Nachrichten in den sozialen Medien, deren Wahrheitsgehalt nicht recherchiert werden kann, schürt die Angst. Die Kirche muss sich selbst neu entdecken. Das ist eine spannende Aufgabe, die vor uns liegt."

Im Rahmen der anschließenden Diskussion warf der Innenminister noch diesen Gedanken ein: „Stellen sie sich doch einfach einmal vor, sie sind Flüchtling und kommen aus einem vom Islam geprägten Gebiet. Sie schlagen die Zeitung auf und sehen nackte Frauen, am Abend im Fernsehen setzt sich das fort mit dem Leben in einem Container, im Dschungel oder beim ersten Treffen nackt auf einer Insel. Sind das unsere Werte oder sind wir da nicht selbst über das Ziel hinaus geschossen?"

Ein Gesprächsabend der viele Antworten gab, der zum Nachdenken anregte, aber auch neue Anregungen gab - kurz eine gelungene Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung, die ihre Fortsetzung finden sollte.

 

Leserkommentare:


Frank Weidauer, Hohenmölsen:
""Vielfalt (nur) mit Sicherheit", Ausgabe 13./14.Mai 2017, Seiten 1 und 2 Mit Verwunderung und Kopfschütteln musste ich lesen, wie ein in der Bevölkerung kontrovers diskutiertes Thema, (unbesehen ob es auf realen Tatsachen oder teilweise medial hochgekochten Emotionen beruht), dazu benutzt wird, um eine ideologisch begründete Geschichtsdebatte und Abrechnung mit der DDR zu betreiben: Frau Schipanski vereinnahmt die Ereignisse vor 27 Jahren zum "Wir haben uns vor 27 Jahren die Einheit erkämpft." Meine Recherchen haben dazu keinen signifikanten Beitrag ihrerseits erbracht, ihr "Wir" hat einen Hauch von Anmaßung. Ihre Ausführungen zur Kriminalität und deren Wiederspiegelung in den Kriminalserien der DDR kann ich nur als albern bezeichnen. Erinnert sei hier nur an die beliebte Serie "Polizeiruf 110" die seit 1971 produziert wurde und ein breites Spektrum der Realität der Kriminalität in der DDR abbildete. Ich empfehle dazu Wikipedia zu lesen, sicherlich unverdächtig nostalgischer Verklärung der DDR. Nicht zu vergessen die Justiz-Serien, z.Bsp. "Der Staatsanwalt hat das Wort". Wo dabei stets der Klassenfeind der Täter und Verursacher der Straftat war bleibt wohl das Geheimnis dieser Dame. Da wundert es nicht, wenn der Herr Oberkirchenrat Steinhäuser in ein ähnliches Horn bläst. Seine kühnen Behauptungen von der Religion als Grunddaten der menschlichen Existenz und des Untergangs der DDR weil dies in der DDR nicht gewünscht war, halten einer Prüfung kaum stand. In Sachsen-Anhalt leben 80 % der Einwohner konfessionslos, alles Menschen ohne menschliche Grunddaten wie Ethik, Moral, Anstand, Solidarität und Mitgefühl ?! Und wenn doch vor 27 Jahren nun endlich das "Paradies freier Religionsausübung" anbrach, warum gibt es dann die genannten 80 % ? Oder sollte dies etwas eine versteckte Kritik am bestehenden System darstellen Herr Oberkirchenrat ?! Frank Weidauer Hohenmölsen"


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