Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Sangerhausen > Inklusion am Arbeitsplatz - Angelique hat eine Chance bekommen >
Jacqueline Dallmann Jacqueline Dallmann
aktualisiert am 09.01.2019 um 09:55:12

Inklusion am Arbeitsplatz - Angelique hat eine Chance bekommen

Angelique Bruchmann arbeitet vor allem am „Salatposten“. Dort bereitet sie die Zutaten für den Salat zu und richtet ihn als Beilage auf den Tellern an. Angelique Bruchmann arbeitet vor allem am „Salatposten“. Dort bereitet sie die Zutaten für den Salat zu und richtet ihn als Beilage auf den Tellern an.
Foto: J. Dallmann Galerie (1 Bild)
Agentur für Arbeit wirbt für Fachkräftesicherung durch Inklusion.
Hettstedt (red). „Das ist unsere Angie“, lacht Stefan Leißring, Küchenchef im Ratskeller Hettstedt, als er die junge blonde Frau an seiner Seite vorstellt. Angie, das ist Angelique Bruchmann. Die 20-Jährige arbeitet seit Ende August in der Küche des Ratskellers Hettstedt - und ist eine Verstärkung und Bereicherung für das Team. „Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann und solche Kollegen habe“, sagt die Hettstedterin.
Der Weg in den Beruf war für Angelique allerdings nicht ge­­­radlinig. Sie hat die Förderschule besucht, hat Defizite im theoretischen Be­­­reich. Eine „normale“ Berufsaufbildung hätte sie nicht gepackt, erzählt die Leiterin der Agentur für Arbeit Sangerhausen, Dr. Martina Scherer. Die Agentur berät und unterstützt Förderschüler oder Menschen mit Behinderungen bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche und darüber hinaus. „Wie müssen feststellen, dass es Menschen mit einer Behinderung schwer auf dem Arbeitsmarkt haben. Sie profitieren nicht von der positiven Entwicklung der Arbeitsmarktes. Dabei sind sie oft sehr motiviert. Ihr Qualifikationsniveau ist eigentlich ganz gut, 2/3 verfügen über eine Ausbildung“, so Scherer. 2018 waren im Jahresdurchschnitt 281 schwerbehinderte Menschen im Landkreis ar­­­beitslos ge­­­­meldet. Die Agentur für Ar­­­beit möchte daher mehr Inklusion am Ar­­­­beitsplatz, um damit dem Fachkräftemangel zu be­­­gegnen. An­­­gelique Bruchmann ist ein Beispiel, wo das geklappt hat.
Als anerkannter Rehabilitant hatte sie zunächst eine dreijährige Ausbildung im Kolping-Werk zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft abgeschlossen. Zum Hettstedter Ratskeller ist sie durch ein Praktikum in der Küche gekommen. Chefin Ines Machatschek und Küchenchef Stefan Leißring haben gesehen, dass Angelique arbeiten möchte. Als sie nachfragte, ob sie nach ihrer Ausbildung im Ratskeller arbeiten kann, waren sich Machatschek und Leißring einig: Angie bekommt ihre Chance.
„Fachkräfte in Hettstedt zu finden, ist sehr schwierig. Im vergangenen Jahr war das unmöglich für uns“, konstatiert Ines Machatschek. Und gerade in der Küche, im Herzstück des Restaurants, braucht man Fachkräfte. Hinzu kommt, dass das Stammpersonal immer älter wird und Pauschalkräfte, etwa Studenten, nicht zu finden sind. Arbeiten in den Abendstunden oder an den Wochenenden wollen viele nicht. Für Angelique ist das kein Problem.
Klar hat sie Defizite. Sie hat nicht so eine rasche Auffassungsgabe. „Durch viele Wiederholungen und immer vormachen und nachmachen, be­­­kommt sie die Arbeiten in der Küche aber gut hin“, erzählt Stefan Leißring und weiter: „Wir sind keine Großküche wie das Kolping-Werk. Wir haben rund 50 Ge­­­richte, die immer frisch zubereitet werden. Das war schon eine Umstellung für Angie.“  Doch die junge Frau macht ihre Arbeit richtig gut. Ines Machatschek und Stefan Leißring hatten keine Vorbehalte wegen ihrer Defizite, sondern sie sehen ihre Potenziale.

Info:
Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Ansonsten müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen.
Im Jahr 2016 waren in MSH 716 Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt. Die öffentlichen Arbeitgeber er­­­reichten eine Beschäftigungspflicht von 5,2 %, die privaten Arbeitgeber von 3,3%.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Drei Männer in Hettstedt angegriffen Drei Männer in Hettstedt angegriffen Hettstedt / Geschlagen und getreten ...
Anzeige
Rectangel
Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V. Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V. Nachwuchs und neue Mitglieder immer gern gesehen: Der Verein hat aktuell etwa 150 Mitglieder, das dürfen gern noch mehr werden. ...
Anzeige
Wirtschaftsjunioren Mansfeld-Südharz e.V. Wirtschaftsjunioren Mansfeld-Südharz e.V. Der Wirtschaftsjunioren Mansfeld-Südharz e.V. existiert zwar erst seit einigen Monaten, doch hat sich der Verein für das nächste Jahr schon...
Anzeige
Sag Ja!