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Supersonntag > Sangerhausen > Graffiti, Sachbeschädigung und Vandalismus – Was tun? >
Susan Thomas Susan Thomas
aktualisiert am 08.06.2018 um 11:01:43

Graffiti, Sachbeschädigung und Vandalismus – Was tun?


Foto: fotolia.com © 41807257 | Gina Sanders Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Graffiti an der Hauswand oder Vandalismus am eigenen Auto. Viele Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit der Problematik Sachbeschädigung in Berührung. Zwar versuchen viele Städte, solche Vorkommnisse präventiv zu verhindern, doch nur mit begrenztem Erfolg. Aber woran liegt das und was können Geschädigte bei Graffiti, Sachbeschädigung oder Vandalismus tun?
 
Mehr als 570.000 Fälle von Sachbeschädigung pro Jahr…

 
…registriert die Polizei bundesweit. Dazu gehören sowohl Graffiti an Hauswänden als auch zerstochene Autoreifen, mit dem Schlüssel zerkratzter Autolack, zerstörte Garteneinrichtung, eingeworfene Fenster bis hin zu gänzlich verwüsteten Wohnungen. Je nach individuellem Fall, handelt es sich also um Sachbeschädigung oder eine Kombination mit Hausfriedensbruch und Diebstahl.

Die Täter sind jedoch häufig schon längst über alle Berge, bis die Betroffenen den Schaden überhaupt bemerken – weil das Auto vielleicht in der Nacht an der Straße geparkt war oder sie gerade erst aus dem Urlaub zurückkehren. Die Täter kommen dabei aus allen sozialen Schichten und sind häufig noch im Jugend- oder sogar Kindesalter. 577.010 Fälle von Sachbeschädigung wurden allein im Jahr 2017 bundesweit erfasst, so die Statistiken der Polizei. Jährlich entsteht dabei ein Schaden in Höhe von rund 200 Millionen Euro nur durch illegale Graffiti. Überraschend ist zudem, dass Vandalismus vermehrt in kleineren bis mittleren Gemeinden stattfindet, etwas weniger jedoch in Metropolen wie Hamburg, München oder Berlin. Bei Graffiti ist genau das Gegenteil der Fall. Viele der selbsternannten Künstler leben im großstädtischen Umfeld.

Sachbeschädigung ist kein Problem der Städte
 
Viele Verbraucher würden die Verantwortung für Themen wie Sachbeschädigung gerne an die Städte abschieben. Tatsächlich sind aber auch Städte und Kommunen, wie z.B. das Mansfelder Land vom Vandalismus betroffen und versuchen durch Maßnahmen wie eine Nulltoleranzstrategie oder die gezielte Auswahl von Materialien und Designs beim Stadtmobiliar die Hemmschwelle für Sachbeschädigungen zu erhöhen. Moderne Stadtmöblierung ist so gestaltet, dass sie gleichzeitig attraktiv und stabil ist und mit geringem Wartungs- und Pflegeaufwand auskommt. Dies hilft dabei, auch bei knappen Stadtkassen die Kosten niedrig zu halten.

Die Hemmschwelle für Sachbeschädigungen und Vandalismus ist in einem attraktiven öffentlichen Umfeld größer. Städte und Kommunen haben hier verschiedene Möglichkeiten, den öffentlichen Raum ansprechend zu gestalten und dabei auch die Bürger selbst miteinzubeziehen. Damit erhöht sich nicht zuletzt auch das Verantwortungsgefühl und die Verbundenheit mit dem eigenen Lebensumfeld.

Konsequente Maßnahmen sorgen durchaus für spürbare Erfolge, doch im privaten Raum greifen diese meist nicht. Das Eigentum der Einwohner wird dadurch nicht ausreichend geschützt. Für flächendeckende Strategien gegen Sachbeschädigung fehlt es meist an Budget. Es ist und bleibt also Sache der Bürger, ihr Eigentum zu schützen, beispielsweise ihre Hausfassade oder ihr Auto. Sachbeschädigung liegt zwar auch in der Verantwortung der Städte, schlussendlich hat das Problem aber nur der Geschädigte selbst. Wie also sollten Betroffene handeln, wenn beispielsweise das Auto mit dem Schlüssel zerkratzt oder die Hauswand mit fragwürdigen Malereien beschmiert wurde?

Definition: Was zählt eigentlich als Sachbeschädigung?
 
Sachbeschädigung, Vandalismus und Graffiti sind drei Begriffe, die eng zusammenhängen. Während es sich bei Graffiti um Bilder, Schriftzüge oder Zeichen handelt, welche mit spezieller Farbe auf Flächen im öffentlichen oder privaten Raum gesprüht werden, sind Sachbeschädigung und Vandalismus Oberbegriffe.

Vandalismus bezeichnet die mutwillige Zerstörung oder Beschädigung von Gebäudeteilen oder Sachen. Bei der Sachbeschädigung gibt es im juristischen Sinne bestimmte Unterscheidungen – etwa, ob sie vorsätzlich erfolgt ist oder fahrlässig. Während die vorsätzliche Sachbeschädigung mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann, erwirkt die fahrlässige Sachbeschädigung im Regelfall keine Sanktionen. Die vorsätzliche Sachbeschädigung und Vandalismus sind also zu gewissen Teilen – jedoch nicht vollständig – als Synonyme zu betrachten. Egal, ob Handy, Haus, Auto oder Fahrrad: Wie sollten Geschädigte handeln, wenn sie Opfer von Vandalismus, Graffiti oder auch fahrlässiger Sachbeschädigung werden? Und wer bezahlt den Schaden?

Handlungsanweisung für Geschädigte im Akutfall
 
Im ersten Moment zeigen sich die Opfer von Vandalismus & Co. häufig schockiert. Je nach Ausmaß der Zerstörung ist es ihnen nicht immer möglich, direkt einen klaren Gedanken zu fassen und angemessen auf die Situation zu reagieren. Im Akutfall sind zwei verschiedene Möglichkeiten zu unterscheiden:
 
  1. Entweder der Geschädigte ertappt die Vandalen noch auf frischer Tat oder
  2. er entdeckt den Schaden erst im Nachhinein. 

Wer Vandalen oder Sprayer persönlich erwischt, sollte keinesfalls die Konfrontation suchen. Unter Umständen reagieren die Ertappten panisch oder aggressiv. Auch der Besitz von Waffen wie Knüppeln oder Messern lässt sich nicht immer ausschließen. Die Geschädigten sollten sich daher nicht selbst in Gefahr, sondern stattdessen in Sicherheit bringen und unmittelbar die Polizei kontaktieren. Je schneller, desto höher ist die Chance, dass die Täter noch geschnappt und zur Verantwortung gezogen werden. Gibt sich der Geschädigte hingegen zu erkennen, ergreifen sie in der Regel schnell die Flucht und sind zumeist bereits außer Reichweite, bis die Polizei eintrifft.

Im zweiten Fall ist keine Eile geboten. Die Geschädigten sollten zwar nichts anfassen oder verändern, bevor die Polizei den Schaden ermittelt hat, können aber durchaus erst einmal kurz verschnaufen, sich sammeln und anschließend die Polizei kontaktieren. Die Schadenmeldung bei der Polizei ist sowohl für die Versicherung wichtig als auch für die eventuelle Suche nach den Tätern, auch wenn hier die Erfolgschancen zumeist verschwindend gering sind.

Wann zahlt die Versicherung bei Sachbeschädigung?
 
Nach dem ersten Schock drängt sich in der Regel vor allem eine Frage auf: Wer bezahlt den Schaden? Dieser geht nicht selten in den vier- bis fünfstelligen Bereich. Eine Graffiti-Reinigung kostet je nach Größe, Verfahren und Untergrund beispielsweise zwischen 40 und 100 Euro pro Quadratmeter. Bei einem demolierten Gartenzaun sind es bis zu 200 Euro pro Meter, ein Fenster kostet bis zu 1.000 Euro und bei einem Einbruch werden eventuell teure Geräte wie ein Laptop oder Designer-Möbel im Wert von 10.000 oder mehr Euro zerstört beziehungsweise entwendet.

Je nachdem, um welchen Gegenstand es sich handelt, greift unter Umständen eine Hausrat-, Auto- oder Wohngebäudeversicherung. Hier sollte beim Abschluss einer Police jedoch darauf geachtet werden, dass Vandalismusschäden explizit mit abgedeckt sind. Denn sonst übernehmen die Versicherer die Kosten meist nicht.

Wer hingegen über keine entsprechende Versicherung verfügt, die den jeweiligen Schaden abdeckt, bleibt wohl oder übel auf den Kosten sitzen, es sei denn, die Täter werden gefasst und selbst zur Kasse gebeten. Wer eine zuständige Versicherung besitzt und dort eine entsprechende Schadenmeldung tätigen kann, sollte die Beschädigungen erst einmal aus allen Blickrichtungen fotografieren. Weiterhin wird ein Nachweis über die Anzeige bei der Polizei benötigt. Die Versicherung sollte bestenfalls noch am gleichen Tag informiert werden. Nur so wird eine eventuelle Entschädigung zeitnah ausbezahlt. In der Regel ist hier ein Zeitraum von etwa sechs Wochen zu veranschlagen.

Prävention ist besser als Reaktion
 
Doch ob eine Versicherung den Schaden schlussendlich auch in voller Höhe übernimmt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Eine solche für das Wohneigentum, das Auto oder andere wertvolle Gegenstände wie das Fahrrad abzuschließen, kann dennoch ein sinnvoller Schritt sein, um präventiv gegen Vandalismus vorzugehen. Jedoch gibt es noch zahlreiche weitere mögliche Maßnahmen zur Vorbeugung, damit ein solcher Schaden gar nicht erst entsteht. Welche im Einzelfall empfehlenswert sind, hängt stets von der individuellen Situation ab.
 
Wertsachen wie das Auto oder auch ein Fahrrad sollten bestenfalls geschützt in einem abschließbaren Raum wie einer Garage aufbewahrt beziehungsweise geparkt werden. Wird ein Haus immer wieder mit Graffiti besprüht, weil es inmitten der Großstadt in einem bei „Sprayern“ beliebten Viertel steht, könnten die Eigentümer beispielsweise eine spezielle Schutzbeschichtung auf der Außenwand aufbringen. Diese verhindert das Eindringen der Farbe in die Bausubstanz und erleichtert deren Beseitigung.

Auch Überwachungskameras können in einem solchen Fall als Abschreckung dienen. Allerdings sind bei der Überwachung von privaten Grundstücken einige rechtliche Vorgaben zu beachten. Weiterhin erschrecken sich viele Täter, wenn sie plötzlich durch einen Bewegungsmelder beleuchtet werden, und suchen unmittelbar das Weite. Das gilt sowohl für „Sprayer“ als auch für Vandalen oder Einbrecher. Letztere suchen sich ihre Objekte im Regelfall gezielt aus. Ebenso gezielt können Hausbesitzer aber durch einen professionellen Einbruchschutz entgegenwirken. Hierzu gehören beispielsweise:
  • einbruchsichere Türen und Fenster mit spezieller Türsicherung
  • Bewegungsmelder mit heller Beleuchtung im Außenbereich
  • die Absprache mit Nachbarn bei längerer Abwesenheit
  • Überwachungskameras
  • Wachhunde
  • Schilder, welche auf Überwachungskameras oder Wachhunde hinweisen
  • Alarmanlagen
  • belebte Wohnungen, beispielsweise durch ferngesteuerte Rollläden oder Lichter
  • Entfernung von Sichtschutz wie Mauern, Hecken & Co
  • Vermeidung von eindeutigen Anzeichen der Abwesenheit wie einem überfüllten Briefkasten 

Prävention ist bekanntlich besser als Reaktion und durch solch vorbeugende Maßnahmen kann das Risiko von Graffiti, Vandalismus oder Sachbeschädigungen zumindest deutlich reduziert werden. Eine Garantie gibt es dennoch leider nicht.








 

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