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Supersonntag > Sangerhausen > Neues vom Schmiedverein >
Daniela Messerschmidt Daniela Messerschmidt
aktualisiert am 07.12.2015 um 15:37:09

Neues vom Schmiedverein

Maritime Begrüßung für die Krämers: Im Hintergrund hat Iris Ziegler (re.) Schmieds Gemälde aufgehängt, auf dem Tisch finden sich eine Sphinx, die Barkarte aus dem Schiffsclub der „Sangerhausen“ sowie eine Tischkarte. Maritime Begrüßung für die Krämers: Im Hintergrund hat Iris Ziegler (re.) Schmieds Gemälde aufgehängt, auf dem Tisch finden sich eine Sphinx, die Barkarte aus dem Schiffsclub der „Sangerhausen“ sowie eine Tischkarte.
Foto: privat
Sangerhausen (red/dM). Im Hintergrund ist die Skyline von Hongkong zu erkennen. Ein stattliches Schiff - MS Sangerhausen - zieht an ihr vorbei. Ein Postkartenmotiv. Wilhelm Schmied hat es in Öl festgehalten. Während das Mo­­torschiff un­­längst seinen Dienst auf ho­­her See quittiert hat und verschrottet wurde, hat Schmieds Gemälde die Heimreise in jene Stadt angetreten, die Na­­mens­pate für das Schiff stand. Als Dauerleihgabe des Kapitäne und Schiffsoffiziere Rostock e.V. konnte der Schmiedverein im Februar diesen Jahres das Gemälde erstmals in seinem „Heimathafen“ präsentieren. Dass es mit dem Schiff selbst noch eine ganz besondere Ge­­schichte auf sich hat, die ihm nämlich zu dem Namen „MS Schwangerhausen“ verhalf, rief die um­­triebige Vorsitzende des Schmiedvereins Iris Ziegler auf den Plan. So findet sich im In­­ternet eine Anekdote vom  ehemaligen Kapitän des MS Sangerhausen, Horst Lubjuhn. Dieser erinnert sich, dass während einer Seereise nach Japan, nur eine Wo­­che nach Ab­­legen des Schiffes im Heimathafen Rostock, während eines Zwischenstopps im Hafen von Antwerpen, eine Stewardess ein Mädchen zur Welt brachte und das MS Sangerhausen daraufhin in „Schwangerhausen“ umgetauft wurde. Die ehemalige Stewardess Ute Krämer stieß im Internet auf die Aktivitäten des Schmiedvereins rund um das Schmied´sche Kapitänsbild und meldet sich daraufhin bei Iris Ziegler. Welche Erinnerungen die ge­­bürtige Dessauerin und ihr Ehemann Lutz Krämer, Vollmatrose aus Breitungen /Harz, (beide sind bis 1983 auf dem MS Sangerhausen gefahren und wohnen heute in Wolfsburg) an ihre Dienstzeit auf dem Schiff und an jene Geschichte um die Blitzgeburt ihrer Kollegin haben, erzählten sie Iris Ziegler jüngst bei einem Besuch. Im Wickeröder Hotel „Fünf Linden“ trafen sich die drei. Iris Ziegler überreichte ihnen als Geschenk des Wilhelm-Schmied-Vereins e.V. eine Re­­produktion von Schmieds „MS Sangerhausen“. Dieses be­­kommt einen Ehrenplatz im Wohnzimmer, denn die beiden sind glücklich darüber, dass das  Kapitänsbild, von dem schon während ihrer Dienstzeit so oft die Rede war, noch exis­­tiert. Während Schmieds Gemälde auf vielen Umwegen wieder Sangerhausen er­­­reicht hat, verlieren sich die Spuren des „MS Sangerhausen Babys“. Der Na­­me der Mutter sei dem Verein bekannt, auch dass ihr Baby, mittlerweile eine erwachsene Frau, in Leipzig wohnt. Der Verein ist nunmehr auf der Suche nach diesen Menschen, die Teil der Geschichte von Wilhelm Schmieds bisher einzigem bekannten Kapitänsbild sind ... Indes, Familie Krämer versprach wiederzukommen. Und nicht nur sie. Zum Sachsen-Anhalt-Tag 2016 haben be­­reits vier Ehepaare - alle ehemalige Besatzungsmitglieder der MS Sangerhausen - ihr Kommen zugesagt und bereits Hotelzimmer gebucht. Sie wollen mehr über Sangerhausen und Maler Wilhelm Schmied erfahren, jenen Künstler, der „ihr Schiff“ in Ölfarbe auf so eindrucksvolle Weise festgehalten hat. 
Übrigens: Auch der Schmiedverein beteiligt sich an „Advent in den Ro­­senhöfen“. Kommenden Donnerstag wird das Schaufenster in der Ky­­lischen Straße umgestaltet. Schmieds Jugendbrigade weicht dann winterlichen Motiven des Meis­ters.  

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