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Supersonntag > Merseburg > Feuer gegen Winterkälte >
Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 09.02.2018 um 13:01:32

Feuer gegen Winterkälte

Spektakulär ist immer der Sprung der „zweibeinigen“ Pferde und dem Pflug durch das Lichtmess-Feuer auf dem Bäckerplatz der Gemeinde. Spektakulär ist immer der Sprung der „zweibeinigen“ Pferde und dem Pflug durch das Lichtmess-Feuer auf dem Bäckerplatz der Gemeinde.
Foto: Ralf Penske
Spergauer Lichtmess bewirbt sich um den Titel als immaterielles Weltkulturerbe

Spergau (red).
An Wetter hatten die Spergauer zum Lichtmess-Umzug schon alles zu bieten - vom extremen Frost bis zu frühlingshaften Temperaturen. Am vergangenen Sonntag, als die bunte Schar der Lichtmess-Gesellschaft wieder durch das Dorf zog, waren die Temperaturen moderat mit frostiger Tendenz.  Das war gut so, denn es galt, mit der Lichtmess-Feier dem Winter den Garaus zu machen.
Bereits in aller Frühe wurden die Bewohner von Spergau mit viel Getöse der Pauken und Trompeten  aus dem Schlaf geholt. Vom Gasthaus „Zur Linde“ zog die illustere Lichtmessgesellschaft, bestehend u. a. aus dem Registrator, den Eierfrauen, Küchenmädchen und -burschen, Wurststangenträgern, Guckekastenmann, Pritschern, Schwarzmachern, Bändermann und Erbsbär, unter den Klängen der Lichtmess-Kapelle zum Bäckerplatz, wo bereits die Holzscheite lichterloh brannten. Immer wieder spektakulär anzusehen, ist der Sprung der „zweibeinigen“ Pferde mit dem Pflug durch das lodernde Lichtmess-Feuer. Danach beginnen die Schwarzmacher die Mädchen und Schaulustige durchs Dorf jagen und ihnen mit einem schwarzen Rußstrich das Gesicht zu „verzieren“.
Nach dem Abbrennen des Lichtmess-Feuers geht die Lichtmess-Gesellschaft zum Heischegang über. Dabei werden allerlei Le-bensmittel von den Dorfbewohnern eingefordert.
Die Spergauer Lichtmess ist bunt, schrill und einzigartig dazu - in der Region gibt es kein vergleichbares Brauchtumsfest, das mit dem Engagement eines ganzen Dorfes regelrecht zelebriert wird.
Die Lichtmess als ein Gebilde aus verschiedenen, bis in urchristliche (vielleicht auch heidnische) Zeiten zurück reichenden Brauchtumselementen, wird in der Gemeinde Spergau seit Jahrhunderten begangen. Wo allerdings der genaue Ursprung des Festes zu suchen ist, bzw. seit wann man das Fest am kalendarischen Lichtmesstag feiert, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Verbrieft ist u. a. in der handschriftlichen Ortschronik für das Jahr 1688: „Es laufen viele Klagen ein, dass in den Fasten und Pfingsten üppige Tänze bey Überbringung derer Meyen vorgingen ...“. Eine erste ausführliche Beschreibung des Festablaufes und der Lichtmess-Figuren ist aber erst knappe 100 Jahre alt. Sie stammt vom Spergauer Pfarrer Theodor Ballien, der seine Aufzeichnungen 1914 im „Merseburger Kreiskalender“ veröffentlichte. Nur zwei Mal musste die lange Festtradition der Lichtmess in der jüngeren Vergangenheit unterbrochen werden - während der beiden letzten Weltkriege.
Um die Tradition weiter hoch zu halten, bewarb sich Spergau, das Fest als immaterielles Weltkulturerbe einzustufen. Schon vor mehreren Jahren wurde das Projekt angeschoben. Sachsen-Anhalt hat inzwischen den Antrag um eine Aufnahme der Spergauer Lichtmess in die deutsche Unesco-Bewerberliste für immaterielles Kulturerbe gestellt.

 

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