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Supersonntag > Mansfelder Land > Weihnachten in Kalkutta >
Roswitha Hennig Roswitha Hennig
aktualisiert am 13.12.2018 um 13:29:01

Weihnachten in Kalkutta

Die kleine Holzschale mit Silbereinlegearbeiten gab‘s Weihnachten 1968 in Kalkutta. Und das Buch von seinem Schiffsarzt gehört zu Detlef Traues Lieblingslektüre.    Die kleine Holzschale mit Silbereinlegearbeiten gab‘s Weihnachten 1968 in Kalkutta. Und das Buch von seinem Schiffsarzt gehört zu Detlef Traues Lieblingslektüre.
Foto: rh
Mitglied der Marinekameradschaft Hettstedt erinnert sich an ein Weihnachten.

Großörner (rh). Das Weihnachtsfest vor 50 Jahren verbrachte Detlef Traue im Hafen von Kalkutta, wo sein Schiff MS „Freundschaft" einige Tage vor Weihnachten ankam. Damit war die „Freundschaft" am 24.12.1968 das von der Heimat am weitesten entfernte Schiff der Deutschen Seereederei Rostock (DSR).

Weihnachtsbäume hatten sie vom Heimathafen Rostock in mit Erde gefüllten Töpfen mitgebracht. Obwohl sie in der Kühllast gelagert waren, verloren die Bäume bei der kleinsten Berührung ihre Nadeln. Kein Problem, sie wurden einfach mit grüner Farbe besprüht. Geschmückt mit Kugeln und Lametta sahen sie aus wie frisch aus dem Wald und genauso schön wie zu Hause. Obwohl draußen subtropische Temperaturen herrschten, wurde auf dem Schiff zünftig Weihnachten gefeiert. Die Messe war festlich geschmückt, der Smutje hatte Putenbraten vorbereitet. Die Mannschaft hatte beim Kartoffelschälen geholfen, ganz ohne Murren. Weihnachten eben. Richtig emotional wurde es aber, als die Grüße der Liebs­ten von zu Hause vom Band ertönten. Mitarbeiter der DSR hatten das ganze Jahr über heimlich diese Grüße gesammelt, und so mancher gestandene Seemann musste mit den Tränen kämpfen. Wenn z.B. der Vater vom Band erfuhr, dass sein Sprössling jetzt schon laufen oder sprechen kann ...

Der bei allen beliebte Schiffsarzt Dr. Heinz Langer hat in seinem Buch „Nach Yokohama und zurück" auch über dieses Weihnachten berichtet. Erschienen ist das Buch 1973 im Hins­­torff Verlag Rostock .

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