Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Mansfelder Land > Was war mein Großvater für ein Mensch? >
Roswitha Hennig Roswitha Hennig
aktualisiert am 21.11.2017 um 14:19:07

Was war mein Großvater für ein Mensch?

Stephan Maximillian Müller (re.) und Heimatforscher Horst Stübner auf Spurensuche im alten Rittergut Klosterrode. Stephan Maximillian Müller (re.) und Heimatforscher Horst Stübner auf Spurensuche im alten Rittergut Klosterrode.
Foto: J. Dallmann Galerie (1 Bild)
Klosterrode (red). Zum Tag des offenen Denkmals im September war Stephan Müller das letzte Mal in Klosterrode. Drei bis vier Mal im Jahr kommt der  48-Jährige ins Mansfeldische, denn eigentlich er wohnt in der Nähe von Köln, ist dort aufgewachsen. Doch in Klosterrode liegen seine Wurzeln. Sein Großvater war der Rittergutbesitzer Maximillian Müller. Der hatte das Anwesen 1904 gekauft und weiter aufgebaut. Max Müller war sehr fortschrittlich eingestellt, er fuhr das erste Auto in Klosterrode, hatte moderne Maschinen, war ein großer Arbeitgeber, war heimatverbunden und hat sogar ein Heimatbuch geschrieben. In Klosterrode er­­­innerten sich Zeitzeugen auch Jahrzehnte später noch an ihn, als vermögenden, aber gönnerhaften Rittergutbesitzer, der nicht arrogant auftrat. Er habe, so die Überlieferung, den Kindern im Ort zu deren Einschulung oder Weihnachten Geschenke gemacht oder sich darum ge­­kümmert, dass seine Arbeiter Schuhe hatten. Zu der damaligen Zeit war Schuhwerk keine Selbstverständlichkeit.
Seit gut anderthalb Jahren ist Stephan Müller auf Spurensuche, möchte wissen, wer sein Großvater war, was ihn angetrieben hat, wie er als Familienmensch war, wie als Unternehmer, und warum er 1929 pleite ging. „Ich bin hin und her gerissen. Es ist eine viel verzweigte Ge­­schichte, vieles in seinem Leben werde ich vielleicht nie herausfinden“, so der Enkel. Derzeit beschäftigt ihn der Bankrott des Großvaters intensiv. Noch tappt er im Dunkeln, ob der durch die damalige Weltwirtschaftskrise, durch schlechte Berater, den Tod seiner Mutter oder durch andere Dinge verursacht wurde. Doch Stephan Müller, der seinen Großvater übrigens auch im Namen trägt, denn sein zweiter Vorname ist ebenfalls Maximillian, hat sich festgebissen...
So viel weiß er: Max Müller war in erster Ehe mit einer Elisabeth  von Wendenburg verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, mit einer Susanne hatte er dann sechs Kinder. Unklar aber ist, ob er mit dieser Susanne auch verheiratet war. Eines dieser Kinder ist jedenfalls Stephan Müllers Vater Peter, geboren 1936. 1938 starb Max Müller. Auf dem alten Eisleber Friedhof ist bis heute die Grabstelle, wo neben Max Müller auch dessen Eltern sowie Elisabeth und Susanne liegen.
Nach dem Bankrott des Rittergutbesitzers Max Müller ist die Familie nach Hedersleben bezogen. Elisabeth hat sie durchgebracht, auch nach Max‘ Tod hat sie Susanne und die Kinder unterstützt. Im Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Leipzig, später übersiedelte sie in den Western. „Mein Vater hat seinen Vater nie kennengelernt, aber Elisabeth hat sehr viel von ihm und dem Leben auf dem Gut erzählt. Als Kind und Jugendlicher hat mir mein Vater darüber erzählen wollen, mich hat es damals nicht interessiert“, sagt Stephan Müller wehmütig. Im heimischen Wohnzimmer hingen immer zwei Gemälde, auf einem die Fabrik Neuglück, auf dem anderen das Neue Schloss Klosterrode. Auch als er 1993 mal mit seinem Vater in Klosterrode war, hat er nicht nachgefragt. Jetzt ist es für Fragen zu spät, denn der Vater starb vor sieben Jahren. Es leben noch zwei Tanten, aber auch die können sich nicht mehr erinnern...
So durchforstet Stephan Müller Archive, sucht im Internet, setzt Puzzleteil für Puzzleteil zusammen. Aber ein Ganzes ergibt es nicht. Immer wieder kommen neue Fragen hinzu.
Im Internet ist Stephan Müller vor einem Jahr auf den Heimatforscher Horst Stübner aus Blankenheim gestoßen. Beide Männer haben sich inzwischen einige Male gesehen und Stephan Müller hofft darauf, dass sich durch ihn vielleicht neue Türen öffnen. Er kennt viele Nachfahren von Arbeitern auf dem einstigen Rittergut in Klosterrode und Blankenheim. „Damals wurde der Nachlass meines Großvaters aufgelöst. Vielleicht hat irgendwer noch irgendetwas. Ein Foto zum Beispiel, wie Max Müller darauf zu sehen ist“, sagt er. Wer tatsächlich etwas auf dem Dachboden schlummern hat, das an den eistigen Rittergutsbesitzer erinnert, kann sich gerne bei Heimatforscher Horst Stübner aus Blankenheim melden.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Neues von Halles Lästerschwestern: Wir schenken, also sind wir Neues von Halles Lästerschwestern: Wir schenken, also sind wir Geht‘s Euch auch so? Wenn wir mal ehrlich sind, türmt sich jetzt zum dritten Advent alles, was mit dem Schenken zu tun hat, zu einem doch recht...
Anzeige
Unser Land
Bluray-Verlosung: Emoji - Der Film Bluray-Verlosung: Emoji - Der Film Eine Abenteuerreise in die geheime Welt des Smartphones. Textopolis ist eine geschäftige Stadt, in der alle Emojis wohnen. In dieser Welt haben alle Emojis...
Anzeige
Schnäppchen in der Weihnachtszeit – Wie spart man wirklich bares Geld? Schnäppchen in der Weihnachtszeit – Wie spart man wirklich bares Geld? Gerade jetzt in der Weihnachtszeit überschlagen sich Einkaufszentren, Supermärkte und Discounter beinah vor lauter Top-Angeboten und Schnäppchen....
Anzeige
Trauerportal