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Supersonntag > Köthen > Themenjahr im Super Sonntag -Der Ort zum Sonntag: Das Landesarchiv Sachsen-Anhalt >
Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 08.02.2019 um 16:35:25

Themenjahr im Super Sonntag -Der Ort zum Sonntag: Das Landesarchiv Sachsen-Anhalt

Dr. Andreas Erb und Ines Hildebrand.  Dr. Andreas Erb und Ines Hildebrand.
Foto: Stefan Julius Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Der Mann mit dem Dornenkranz

Dessau (red).
In diesem Jahr begeben sich die Reporter auf eine Reise an Orte, die gewöhnlich, außergewöhnlich und un­­gewöhnlich sind.

Der aktuelle Ort zum Sonntag ist die Abteilung Dessau des Landesarchivs Sachsen-An­halt. Auf fünf Etagen des Alten Wasserturms und auf drei des Magazinanbaus lagern 6.200 Meter laufende Akten, 49.000 Karten, mehr als 4.000 Urkunden und fast 17.000 Fotos. Im 100. Jahr des Bauhauses haben wir hier gemeinsam mit Dr. Andreas Erb, Leiter der Abteilung Dessau und Mitarbeiterin Ines Hildebrand nach Zeugnissen der Bauhäulser, ihrem Wirken und ihrem Einfluss in Dessau und darüber hinaus gesucht und gefunden.

In einem als „geheim“ deklarierten Bericht der Bayrischen Politischen Polizei vom 28. Februar 1935 an die Landeskriminalpolizeistelle, Herrn Oberstaatsanwalt Dr. Lämmler, in Dessau wird von den Vorgängen während der Urnenbesetzung von Hugo Junkers auf dem Waldfriedhof in München nach Aussagen des Friedhofsverwalters folgendermaßen berichtet:  „…Der Trauerakt verlief würdevoll, es wurden viele Kränze niedergelegt. Mir selbst fiel aber folgendes auf: Als letzter Redner trat aus den Trauergästen ein unbekannter Mann hervor und legte vor der Urne einen auffallend bescheidenen kleinen Kranz nieder... Ich kann mich an den Wortlaut seiner kurzen Rede nicht mehr erinnern, ich weiß aber noch, dass er als „Arbeitsloser“ den Kranz niedergelegt und dem genialen Erfinder dafür gedankt hat, dass er durch seine Erfindung Arbeit schuf. ... Der niedergelegte Kranz zeigte besondere Eigenart; es war ein aus dem Heckendorn selbst geflochtener kleiner Kranz, lediglich mit etwas Grün und drei Rosen geziert.“

Der Mann mit dem Dornenkranz war der Bauhäusler Siegfried Ebeling (1894-1963). 1923/24 arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft in der Propagandaabteilung im Junkers-Flugzeugwerk, bis er 1924/25 ein Studium am Weimarer Bauhaus aufnahm. Doch Gropius´ Ansichten über „Wohnmaschinen“ kamen denen Ebelings in keiner Weise nahe – im Gegenteil, Ebeling kritisiert die nach seiner Ansicht wenig ausgereifte Forschung zum systematischen Hausbau von Gropius.  

In Hugo Junkers traf er auf einen Visionär in der Forschung zum energetischen Haustyp, so dass er 1926/27 in der Junkers-Hausbauabteilung zusammen mit Peter Drömmer, Ludwig Wagenseil und Mathias Lürken arbeitete. In dieser Zeit entstand seine in der Welt der Architekturtheorie Aufsehen erregende Schrift „Der Raum als Membran“ – ein Meilenstein auf dem Weg der heute modernen Solararchitektur. Doch als Junkers seine Forschungsschwerpunkte in Sachen Hausbau revidierte, kündigte Ebeling 1927 seine Mitarbeit auf, blieb Junkers jedoch weiterhin verbunden. Ebeling wirkte später als Architekt und Maler.

Die Akte der Oberstaatsanwaltschaft Dessau einschließlich der Fotografien des Dornenkranzes sind online recherchierbar (http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/suchinfo.aspx) und in der Abteilung Dessau des Landesarchivs Sachsen-Anhalt als „Archivale des Monats Februar“ einsehbar.

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