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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 05.09.2018 um 14:33:54

Supersommer - miese Ernte. Der Bauernverband macht auf die schwierige Situation der Landwirte aufmerksam

Die Nachernte-Idylle trügt: auch diese Felder zwischen Nietleben und Bennstedt mussten viel zu früh abgeerntet werden.  Die Nachernte-Idylle trügt: auch diese Felder zwischen Nietleben und Bennstedt mussten viel zu früh abgeerntet werden.
Foto: S. Christmann
Magdeburg (Landesbauernverband/sc). Was für die einen ein „Supersommer" zum genießen des Bade- und Ferienwetter ist, ist für die anderen eine „Katastrophe". So sieht es jedenfalls der Landesbauernverband. hatte jüngst bei etwa 100 Mitgliedsbetrieben die Realerträge abgefragt und beschrieb danach in einer Pressemitteilung die erreichten Ergebnisse als ein „Desaster".

Noch nie habe man mit der Getreide- und Rapsernte so früh - also drei Wochen eher als üblich - beginnen müssen. Auch alteingesessene Landwirte könnten sich nicht daran erinnern, bereits Mitte Juli mit der Mähdruschernte fertig gewesen zu sein. Der Vergleich zum mittleren Ertrag der Jahre 2011 bis 2016 hätte ans Tageslicht gebracht: bei den Getreidearten Gerste, Roggen und Weizen sei die diesjährige Ernte zwischen 25 und 46 Prozent geringer ausgefallen. Am niedrigsten seien die Erträge mit 25 Dezitonnen je Hektar bei Roggen und mit 42 Dezitonnen pro Hektar bei Weizen ausgefallen. Auch die Rapsernte sei sehr mager ausgefallen. Seien sonst Erträge um die 40 Dezitonnen pro Hektar üblich, erzielte man 2018 nur magere 25 Dezitonen pro Hektar - 36 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Es habe auch nicht nur einen Betrieb gegeben, der nicht mal 20 Dezitonnen vom Hektar holen konnte.

Die niedrigen Erträge seien oft auch noch mit Qualitätseinschränkungen des Erntegute gekoppelt. Getreide weise oft einen besonders hohen Kleinkornanteil auf. Viele Partien seien oft nur als Futter, das niedrigere Erlöse einbringt, zu gebrauchen.

Selbst auf den guten Standorten in der Magdeburger Börder und im Süden des Landes wurde nur eine miese Ernte eingefahren. Alle Kulturen würden unter der extremen Dürre und den hohen Temperaturen leiden - eine wirkliche Ausnahmesituation, so Bauernverbands-Präsident Olaf Feuerborn. Die schwierige Lage setzt sich fort: Rüben hätten bisher kaum Rübenkörper angesetzt, die Kartoffelbestände fielen zusammen, seit Wochen wüchse der Mais nicht weiter, habe oft nicht mal Kolben angesetzt. Auch bei den so genannten Sonderkulturen wie Zwiebeln, Arznei- und Gewürspflanzen würde sich jetzt schon eine Missernte abzeichnen. Selbst wenn man Feldgemüse beregne, wachse es derzeit nur schlecht.

In den Grünlandregionen seien die Wiesen und Weiden seit Wochen verdorrt, ein zweiter Aufwuchs sei ausgeblieben. Der Landesbauernverband hat von der Landesregierung Hilfe gefordert. Denn diese Dürre entspräche höherer Gewalt. Die außergewöhnlichen Umstände könnten die Landwirte nicht allein tragen. Die Ernteerlöse werden nicht ausreichen, um in wenigen Wochen mit der Aussaat für die Ernte 2019 beginnen, Betriebsmittel zu kaufen und Pachten zahlen zu können.

„Wir lassen unsere Landwirtinnen und Landwirte nicht allein. Wir ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um sie zu unterstützen. Ich habe in den letzten Tagen und Wochen viele Briefe geschrieben und um Unterstützung gebeten. Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Auch bereits etablierte Maßnahmen können helfen, wie der von der Landgesellschaft angebotene Ankauf von Flächen mit Rückkaufoption", macht Ministerin Dalbert deutlich. Das Angebot der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt sieht vor, dass die landwirtschaftlichen Betriebe Flächen mit garantierter Rückkaufmöglichkeit durch den Eigentümer an die Landgesellschaft verkaufen können. Dadurch wird die kurzfristige Liquidität gesichert und die Landwirte werden entlastet. Die Landwirte können die Flächen bei der Landgesellschaft pachten und zurückkaufen, sobald es ihre wirtschaftliche Situation wieder zulässt.

Zur Forderung nach dem Ausruf eines Notstandes für die Landwirtinnen und Landwirte sagt Dalbert: „Der Begriff Notstand ist sachlich nicht korrekt. Es geht um die Feststellung für Sachsen-Anhalt, ob die Dürre als widriges Witterungsverhältnis mit einer Naturkatastrophe gleichzusetzen ist. Das ist gegeben, wenn die Erträge der Landwirtschaftlichen Unternehmen um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Durchschnittsertrag gesunken sind. Dies werden wir selbstverständlich prüfen. Die Prüfung ist jedoch erst möglich, wenn die Ernteergebnisse vorliegen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung, um Beihilfen gewähren zu können."

Folgende weitere Maßnahmen hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie bereits ergriffen: Auf Initiative von Sachsen-Anhalt hat die Amtschefkonferenz beschlossen, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufzufordern, Hilfen für durch Trockenheit geschädigte Landwirtinnen und Landwirte auf Bundes- und EU-Ebene zu prüfen.

Seit dem ersten Juli dürfen ökologische Vorrangflächen auf Antrag in allen Regionen Sachsen-Anhalts für Futterzwecke genutzt werden. Damit soll tierhaltenden Unternehmen geholfen werden. Auf Bitte von Ministerin Dalbert hat Finanzminister Schröder die Finanzämter darauf hingewiesen, die besondere Situation der Landwirtschaft, wie in der Vergangenheit, angemessen zu berücksichtigen. Über Anträge der Landwirte, unter anderem auf Stundung fälliger Steuern oder Anpassung der Vorauszahlungen unter Einbeziehung der aktuellen Situation, soll nach pflichtgemäßem Ermessen schnell entschieden werden. Den Landwirten wird geraten, frühzeitig den Kontakt mit dem jeweils zuständigen Finanzamt zu suchen. Außerdem hat Ministerin Dalbert die Landwirtschaftliche Rentenbank gebeten, das Programm zur Liquiditätssicherung für von der Dürre betroffene Betriebe zu öffnen. Diese bietet zinsgünstige Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe an, die einen Ergebnisrückgang von mindestens 30 Prozent im be-troffenen Betriebszweig nachweisen können. Um ein Förderdarlehen der Rentenbank zu erhalten, sind die Kreditanträge an die jeweilige Hausbank zu richten.

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