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Supersonntag > Halle (Saale) > Meinung > Ein Krebsforscher aus Halle schlägt Alarm: Raucht sich Sachsen-Anhalts Jugend zu Tode? >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 28.04.2017 um 20:06:39

Ein Krebsforscher aus Halle schlägt Alarm: Raucht sich Sachsen-Anhalts Jugend zu Tode?

Mit drastischen Bildern machte Professor Stephan Feller von der Uni Halle in der vergangenen Woche auf die Entwicklung bei jungen Rauchern aufmerksam.        Mit drastischen Bildern machte Professor Stephan Feller von der Uni Halle in der vergangenen Woche auf die Entwicklung bei jungen Rauchern aufmerksam.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). „Sachsen-Anhalts Jugend raucht sich zu Tode!" Mit dieser drastisch-zugespitzen Aussage meldete sich in der vergangenen Woche auf der öffentlichen Beigeordnetenkonferenz in Halle Professor Stephan Feller von der Martin-Luther-Uni zu Wort.

Er stellte den Inhalt einer Petition vor, die gemeinsam mit dem Landeselternrat, dem Tumorzentrum Magdeburg, dem Krukenbergzentrum des Uni-Klinikums Halle, dem Landesschülerrat, Professor Schmoll von der Sachsen-An-haltischen Krebsgesellschaft und der Stadt Halle in den Landtag in Magdeburg eingebracht werden soll. Demnach sei das Ausmaß der Tabaksucht bei jungen Rauchern und Schwangeren im Land katastrophal und verschlechtere sich weiter.

Was das Rauchen - nicht nur bei jungen Leuten - bewirke, sieht der Tumorexperte in der Klinik: durch Tabakkonsum (der Mutter und des Umfeldes) verursachte gravierende Schädigungen von Säuglingen und Kindern und Tabakkonsum-induzierte Tumorerkrankungen bei Erwachsenen. Diese seien in Sachsen-An-halt besonders häufig. Für Feller und die anderen Einreicher der Petition habe die Landespolitik noch nicht klar genug erkennen lassen, dass sie in der Lage sei, diesen „bedrohlichen Fehlentwicklungen" effekiv entgegenzusteuern.

Der Landtag müsse umgehend selbst tätig werden. Erforderlich sei ein ganzes Maßnahmebündel. Im Landesschulgesetz (LSG) müsse die Suchtprävention (Tabak, Alkohol, illegale Drogen, digitale Medien) explizit in den Paragraphen verankert werden. Bisher spreche das LSG nämlich „nur sehr schwammig von Schulgesundheitspflege". Des weiteren fordern die Petitionsunterzeichner ein striktes Tabak- und Alkoholverbot auf allen öffentlichen Spielplätzen im Land, genau so, wie es bereits seit 2008 im Land Brandenburg gesetzlich vorgeschrieben ist.

Außerdem müsse umgehend eine landesweite Informa-tionskampagne zur Problematik des Passivrauchens auf den Weg gebracht werden. Denn jede Woche würden durchschnittlich mindestens zwei Menschen in Sachsen-Anhalt an den Folgen des Passivrauchens sterben. Den meisten Leute sei nicht be-wusst, dass auch Passivrauchen massive Schäden verursachen könne, besonders in der Schwangerschaft und bei Kindern.

Gefordert wird in der Petition auch ein Verbot der Tabakwerbung auf allen landeseigenen Flächen und Gebäuden. Auch die Städte und Gemeinden sollen in dieser Weise aktiv werden. Es sei nämlich eindeutig erwiesen, dass Tabakwerbung zum Einstieg in den Tabakkonsum beitrage, besonders, wenn die Kinder sie ständig auf ihrem täglichen Schulweg präsentiert bekämen. Zur Suchtprävention müssten den Schülern und Lehrer - auf die verschiedenen Alterstufen abgestimmt - umfangreiche, aktuelle und effektive Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt werden, denn die Suchtpräventionsmaßnahmen des Landes an Schulen seien völlig unzureichend. Zudem müsse dringend auch die Beratung von Schwangeren dahingehend verbessert werden. Jedes Jahr würden im Land über 3 000 Schwangere rauchen, was dazu führe, dass Babys während oder nach der Geburt sterben. Andere Kinder würden deshalb mit gravierenden Schäden wie Herzfehlern, Missbildungen der Extremitäten, Kiefer-Lippen-Gaumenspalten, Lungendefekten und Hörschäden geboren. Auch Verhaltensstörungen und Diabetes könnten die Folgen dessen sein, dass die Mutter entweder in der Schwangerschaft selber geraucht hat oder Passivrauch ausgesetzt gewesen war.

Die Stadt Halle bekennt sich zur der Petition, muss aber selbst erst mal „aufräumen". Die Satzung zur Benutzung öffentlicher Spielplätze hat zwar einen Passus, in dem ein generelles Rauchverbot verankert ist. Der sei aber bisher nicht in Kraft getreten, weil man versäumt habe, die entsprechende Änderungssatzung zu veröffentlichen. Das soll jetzt nachgeholt werden. Prüfen wolle man auch, ob sich ein generelles Rauchverbot auf Schulhöfen und Sportanlagen durchsetzen lässt.

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