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Supersonntag > Halle (Saale) > Kolumne > Gepanschte Medikamente, gefälschte Rezepte, unrechtmäßig abgerechnete Leistungen - KKH beklagt Schaden durch Betrug von 3,7 Millionen Euro für 2017 >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.09.2018 um 15:23:01

Gepanschte Medikamente, gefälschte Rezepte, unrechtmäßig abgerechnete Leistungen - KKH beklagt Schaden durch Betrug von 3,7 Millionen Euro für 2017

Am teuersten zu stehen kamen die KKH Verstöße im Arzneimittelsektor: Hier geht es allein um Forderungen in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro. Am teuersten zu stehen kamen die KKH Verstöße im Arzneimittelsektor: Hier geht es allein um Forderungen in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro.
Foto: KKH
Hannover (KKH). Durch gepanschte Medikamente, gefälschte Rezepte und unrechtmäßig abgerechnete Leistungen ist der KKH Kaufmännische Krankenkasse im Jahr 2017 der bislang größte Schaden durch Betrug entstanden: 3,7 Millionen Euro. Ein Ermittlerteam der KKH deckte bundesweit 270 neue Delikte auf und stellte in 22 Fällen Strafanzeige.

„Betroffen sind nahezu alle Bereiche des Gesundheitswesens", sagt Dina Michels, Chefermittlerin bei der KKH. Der Betrug in der ambulanten Pflege habe aber besonders deutlich zugenommen. In diesem Bereich registrierten die Ermittler 2017 auch die meisten Fälle. Da das Dunkelfeld aber nach wie vor extrem hoch ist, fordert die KKH bundesweit eine stärkere Spezialisierung der Polizei mit Blick auf Korruption im Gesundheitswesen. In Niedersachsen und Bayern beispielsweise ist dies bereits auf den Weg gebracht. Da meist nur Experten die Methoden der Betrüger durchschauen könnten, müsse es bei der Polizei dringend mehr Abrechnungsspezialisten und IT-Experten geben, so Michels.

Am teuersten zu stehen kamen die KKH Verstöße im Arzneimittelsektor: Hier geht es allein um Forderungen in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro. Den mit 1,5 Millionen Euro größten Schaden in diesem Bereich verursachte ein Apotheker, der im großen Stil Krebsmedikamente panschte. Die zweithöchste Schadenssumme verzeichnete die KKH bei Krankengymnasten und Physiotherapeuten mit insgesamt mehr als 500.000 Euro. So soll in einem der Fälle ein Physiotherapeut seine Berufsurkunde und Fortbildungsbescheinigung gefälscht und unerlaubt Leistungen erbracht haben.

Die TOP FÜNF der neu aufgedeckten Fälle 2017 (Fallzahlen in Klammern):

1.    Ambulante Pflege (110)

2.    Krankengymnasten/Physiotherapeuten (52)

3.    Arzneimittel (22)

4.    Orthopädische Hilfsmittel/Sanitätshäuser (10)

5.    Ergotherapie (9)

Die TOP FÜNF Bereiche nach Schadenssumme (Betrag in Klammern in Euro):

1.    Arzneimittel (2,3 Millionen)

2.    Krankengymnasten/Physiotherapeuten (504.000)

3.    Ambulante Pflege (237.000)

4.    Krankenhaus stationär (206.000)

5.    Orthopädische Hilfsmittel/Sanitätshäuser (199.000)

Die TOP FÜNF Beispiele für aufgedeckte Betrugsfälle 2017

1.    Ein Apotheker vertreibt gepanschte Krebsmedikamente. Schaden allein bei der KKH: über 1,5 Millionen Euro, Gesamtschaden: über 50 Millionen Euro. Der Fall erregte in den Medien großes Aufsehen.

2.    Ein Arbeitgeber erschleicht mit Scheinarbeitsverträgen Leistungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) sowie Krankengeld. Schaden bei der KKH: fast 60.000 Euro.

3.    Ein Klinikum rechnet die Leistungen eines Arztes für sich ab, obwohl er diese ambulant in seiner eigenen Arztpraxis erbracht hat. Schaden bei der KKH: mehr als 39.000 Euro.

4.    Ein hiesiger Pflegedienst setzt einen ausländischen Pflegedienst mit eigenen Mitarbeitern ein, die nicht ausreichend qualifiziert sind. Außerdem werden nicht erbrachte Leistungen abgerechnet. Schaden für die KKH: knapp 29.000 Euro.

5.    Ein Klinikum stellt offenbar sechs gefälschte Verordnungen aus. Schaden bei der KKH: 12.000 Euro.

KKH-Fachtagung – „Betrug im Gesundheitswesen kein Kavaliersdelikt"

Vom 11. bis 12. April 2018 findet bei der KKH die 8. Fachtagung „Betrug im Gesundheitswesen"

statt. Die Veranstaltung gehört mittlerweile zu den größten und wichtigsten ihrer Art in Deutschland. Rund 200 Experten diskutieren in Hannover über Strategien für erfolgreiche Ermittlungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Unter ihnen sind zahlreiche Richter, Staatsanwälte, Wissenschaftler, Rechtsanwälte sowie Vertreter von Krankenkassen und Verbänden. „Betrug im Gesundheitswesen ist kein Kavaliersdelikt. In letzter Konsequenz zahlen wir alle drauf, denn diese fehlenden Gelder müssen durch die Solidargemeinschaft finanziert werden", sagt die niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann, Schirmherrin der Veranstaltung. Einzelne schwarze Schafe unter Ärzten und Apothekern trügen dazu bei, dass das Vertrauen in das Gesundheitssystem als Ganzes in Frage stehe. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Verantwortlichen bei der Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen an einem Strang ziehen."

 

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