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Supersonntag > Halle (Saale) > Kolumne > Das 10. Hallische Hansefest wirft seine Schatten voraus: Durchs Puttentor ins Hansedorf >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.09.2018 um 15:11:11

Das 10. Hallische Hansefest wirft seine Schatten voraus: Durchs Puttentor ins Hansedorf

Die Hanseschar bei Foto- und Filmaufnahmen am Drachenbrunnen vor dem Westportal der Marktkirche.                                                                                                              Die Hanseschar bei Foto- und Filmaufnahmen am Drachenbrunnen vor dem Westportal der Marktkirche.
Foto: S. Christmann Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Halle (sc). Wann man denn die fertigen Filme im Fernsehen schauen könne, fragte eine vorübergehende Frau, als die Hanseschar zünftig gewandet jüngst an einem Sonntag für Foto- und Filmaufnahmen auf dem Hallmarkt, rund um den Drachenbrunnen vor dem Westportal der Marktkirche sowie rund um den Roten Turm auf dem Markt posierte. Direkt im Fernsehen laufen die Filme zwar nicht, aber jedermann kann sich die fertigen Werke, die alle mit der halleschen Geschichte zu tun haben, während des 10. Hallischen Hansefestes, das vom 25. bis 27. Mai auf der Ziegelwiese und am Riveufer stattfinden wird, im extra aufgebauten Hanse-Kino-Zelt ansehen.

Thematisch im Mittelpunkt will sich der ausrichtende Hanseverein zum 10. Hansefest Kindern und Jugendlichen widmen. Mit (mittelalterlichen) Spielen für sie und mit dem Bau von (funktionierenden) Hansekoggen im DIN-A-4-Format, die dann anschließend auf der Saale zu Wasser gelassen werden, um zu sehen, welches Modell - versehen mit dem Namen seines Erbauers - es am weitesten schafft. Durch ein vier Meter hohes Puttentor tritt man ins Hansedorf ein, das auf der einen Seite die Zeit der alten Hanse und auf der anderen die der neuen Hanse darstellt. Direkt am Saaleufer legt die „Wipper" an, das Dienstschiff des Wasser- und Schiffahrtsamtes Merseburg, und lädt zur Besichtigung ein. Auch die „Askania" - der historische Kaffenkahn der Jugendwerkstatt „Frohe Zukunft" legt an. (Dessen „Schiffsführer" Bischoff Thietmar von Merseburg hat uns gebeten, an dieser Stelle dazu aufzurufen, sich für jeweils eine von zwei hisorischen Flussreisen - vom 21. bis 26. Juli von Alsleben nach Halle sowie vom 25. bis 29. Juli von Halle nach Merseburg - zu bewerben. Interessierte ab 14, die einmal leben, essen und schlafen wollen wie im Jahre 1018 melden sich bitte per Mail an: thietmar2015@web.de.)

Die vereinseigene Theatertruppe „Quinta-X-Essentia" unter Leitung von Michael Waldow probt zur Zeit an dem neuen Stück zur halleschen Geschichte, das zum 10. Hallischen Hansefest aufgeführt werden soll. Die Truppe hat übrigens bisher schon über 25 Sketche rund um die Geschichte von Halle einstudiert und aufgeführt. Das Mittelalter wird darin vor allem unterhaltsam dargestellt, in etwa so, wie die Spielleute das damals taten.

Unterhaltsam sind auch die Informationsheftchen, in denen die Hansemagd im Comicstil die Historie hallescher Orte veranschaulicht. In Szene gesetzt hat der Verein auch verbürgte historische Geschehnisse wie zum Beispiel den Verrat von 1478, mit dem die Stadt an Bischof Ernst ausgeliefert wurde und die Pfänner aus der Stadt gedrängt wurden.

Vor den Augen der Festbesucher wird der hallische Hansetaler, der auf der einen Seite eine Hanse-Kogge zeigt und auf der anderen das Hanse-Wappen, in Kupfer, Silber und Gold geprägt. Auch anderen mittelalterlichen Handwerkern wie Töpfern oder Schmieden können die Festbesucher über die Schultern schauen. Für die Jüngsten gibt es einen eigenen Mittelalterspielplatz. Ganz Mu-tige können sich auch in die „Schandgeige" - eine meist hölzerne Fessel, die in Europa vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit als Folterinstrument verwendet wurde - spannen lassen.

Pünktlich zum Hansefest erscheint das 1. Hallische Hansebuch - ein Bildband über zehn Jahre Hansefest in Halle mit 40 QR-Codes zu 23 selbst gedrehten Filmen und sieben Sagen zum Anhören.

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