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Supersonntag > Halle (Saale) > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Lügen und Lügen lassen >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 28.04.2017 um 18:16:22

Neues von Halles Lästerschwestern: Lügen und Lügen lassen

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Dass kein Mensch immer zu 100 Prozent ehrlich ist und die Wahrheit sagt bzw. sagen kann, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen. Was leider auch zur Folge hat, dass einige diese Erkenntnis sehr großzügig auslegen. Sie flunkern immer ir-gendwie, weil, der Mensch könne ja nicht anders und außerdem seien Lügen oft sehr hilfreich. Klar, für den, der lügt, allemal, will er doch mit der Schummelei in der Regel unangenehme Folgen von sich abwenden. Gerne wird die Notlüge als sehr segensreich für den Angelogenen apostrophiert, schließlich mache man das, um dem Empfänger der Botschaft nicht weh zu tun. Manche beste Freundinnen flunkern sich ein Leben lang was vor. Natürlich siehst Du in der Hose oder dem Kleid gaaar nicht dick aus und die Farbe Neongelb steht fast keinem Menschen auf dieser Welt, aber an Dir sieht sie fantastisch aus. Und Oppa, der schon gar nicht mehr weiß, wie lange er schon mit seiner Holden zusammen ist, antwortet pflichtschuldigst auf die Frage, ob es ihm den schmecke, das von ihr zubereitete Mittagessen, stets mit einem „Wunderbar!". Obwohl er Brokkolie noch nie gemocht hat. Ist ja auch irgendwie nett, wenn er ihre haushälterischen Anstrengungen anerkennt und mit diesem einem Wort er zugleich der Mühe enthoben wird, selber was zu kochen. Einen ganz besonders ehrenwerten Grund für eine Lüge hatte jüngst die Ex-Frau eines US-amerikanischen Golfers und Porsche-Enthusiasten. Als der Anfang April nach schwerer Krankheit in seinen letzten Atemzügen lag, war sie bei ihm und sagte: „Donald Trump ist abgesetzt worden." Erst da konnte der entschlossene Gegner des neuen US-Präsidenten getröstet und beruhigt seine Augen für immer schließen. Ob es nicht verwerflich sei, einen Sterbenden anzulügen, wurde die Frau anschließend gefragt. Selbstverständlich nicht, meinte diese, warum sollte sie ihn nicht mit einer frohen Botschaft verabschieden? Und außerdem: vielleicht werde es am Ende gar keine Lüge sein.

Susi & Susi

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