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Supersonntag > Halle (Saale) > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Wir im Chipkartenspielkasino >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.06.2014 um 16:57:00

Neues von Halles Lästerschwestern: Wir im Chipkartenspielkasino

Susi & Susi. Susi & Susi.
Foto: Hallesches Fotoatelier
Wir dürfen an dieser Stelle heute über alles schreiben, bloß nicht über Fußball. Okay, wird erledigt. Bälle sind ja auch woanders rund. Und Tore eckig, in denen das Runde landen muss. Wenn man punkten will. Nicht punkten mag ja keiner mehr. Selbst beim Einkaufen kommt man nicht ohne die kleinen runden Dinger aus. Kennen Sie vielleicht jemanden, der gegen Bonisysteme und Rabatt-Angebote immun ist? War ja schon bei unseren Omas so. Die haben fleißig Konsummarken geklebt. Jut, wer zu DDR-Zeiten - hab sie selig - in irgendeinem einem Verein war (und wer war das nicht?), der hat auch Marken geklebt. Nicht, um was zurückzubekommen, sondern um nachzuweisen, dass man ordnungsgemäß abgeführt hat. Den monatlichen Beitrag. Wenn die Nachweismarken, die sich meist in Form und Größe von den Postmarken unterschieden haben, bei Sohnemann oder Tochter im Briefmarkenalbum landeten, hatten Mama oder Papa ein Problem. Ein größeres, wenn sich der Nachwuchs am Parteibuch vergriffen hatte. Was heute die Plastik-Chip-Karten sind, waren früher Ausweisheftchen mit Plastik-Umschlag. Sozialversicherungs-Buch (grüner Pappumschlag statt Plastik), Sportbund-Ausweis (blau), Übungsleiter-Heft (blau), AG Junge Journalisten (Kartonweiß), Deutsches Rotes Kreuz (außen grau, innen lindgrün eingefärbte Seiten), Personalausweis (blau), FDJ (blau), Be-triebsausweis (Farbe je nach Firmenvorliebe), Deutsch-Sowjetische Freundschaft (warum der blau und nicht rot war, er-schließt sich heute keinem mehr), Gewerkschaft (rot, aha, deshalb, Farbe war schon besetzt, als die DSF ankam), Impfausweis (Papier-Gilb), Studentenausweis (gelb, ganz wichtig, um zu Studendenpreisen in Clubs zu kommen und noch eine Person mit hineinzunehmen). Wenn wir nichts konnten - ausweisen konnten wir uns. Heute ist das alles ein einziges Plastik-Chipkartenspiel. In dem nicht wir Karteninhaber, sondern die Datensammler und -verwerter die wahren Gewinner sind. Susi & Susi

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