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Supersonntag > Halle (Saale) > Kolumne > Neues von Halles Lästerschwestern: Kunstvolle Trinkwasserversorgung >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 23.05.2014 um 13:09:26

Neues von Halles Lästerschwestern: Kunstvolle Trinkwasserversorgung

Susi & Susi Susi & Susi
Foto: Hallesches Fotoatelier
Kreativität kann viele Wege nehmen. Sie kann zu Werken zwischen Kunst und Kitsch führen, die den Erschaffer unglaublich reich macht. Die Rede ist von Jeff Koons, den zur Zeit teuersten lebenden Künstler der Welt. Gerade hat man bei Christie's eines seiner Werke versteigert - für sagenhafte 33,8 Millionen Dollar. Nun geht aus der Meldung nicht hervor, ob das 1992 im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) ausgestellte Werk - ein mit echtem Bourbon-Whiskey gefüllter Zug aus Stahl in Modellbahngröße - vor der Versteigerung immer noch in Besitz des Künstlers war. Aber selbst, wenn nicht - auch von dieser Versteigerungssumme wird der Künstler sicher jede Menge abbekommen (haben). Wir fragen uns da unter anderem schon, ob es ein dankbarer Job ist, als Paparazzi auf Koons Pfaden wandeln zu müssen? Schafft man es geldbörsenfüllend, ihn ab und an abzuschießen oder nutzt er sein Geld auch dafür, sich richtig abzuschotten vom gierig-neidischen Rest der Welt? In unseren Klatschblättern taucht er unseres Wissens nicht eben gerade häufig auf ... Man könnte ja nun auch versuchen, es ihm irgendwie gleich zu tun. Der Möglichkeiten gäbe es wirklich einige. Ein Rennauto für BMW designen beispielsweise, zwischendurch mal ein Bisschen schauspielern, für Lady Gaga ein Album-Cover oder eben für einen sauteuren Wein das Etikett gestalten. Alles irgendwann mal auf Koons' Künstlermist gewachsen. Äußerlich muss man dabei keineswegs was Aufregendes hermachen. Koons, der heute immer noch ganz lieb aussieht, haftete lange das Image eines braven Buben an. Aber, um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, was macht eigentlich der Käufer mit dem Whiskey-Zug? Das Zeug trinken? Ginge - schließlich wurde der Bourbon waggonweise mit ordentlichen Steuerbanderolen versehen. Das Kunstwerk, respektive dessen Seele, wäre dann zwar futsch. Aber einen Rausch für 34 Millionen Dollar, den kann sich schließlich auch nicht jeder dahergelaufene Depp antrinken. Susi & Susi

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