Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Halle (Saale) > Hallescher FC - Torwart Jens Adler feiert vor 35 Jahren sein Debüt in der DDR-Oberliga - Heute trainiert er den HFC-Nachwuchs. >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 19.02.2019 um 13:22:32

Hallescher FC - Torwart Jens Adler feiert vor 35 Jahren sein Debüt in der DDR-Oberliga - Heute trainiert er den HFC-Nachwuchs.

Jens Adler bei seinem Oberliga-Debüt vor 35 Jahren. Rechts neben ihm liegt Lothar Kurbjuweit. Jens Adler bei seinem Oberliga-Debüt vor 35 Jahren. Rechts neben ihm liegt Lothar Kurbjuweit.
Foto: HFC-Archiv Galerie (1 Bild)
Von Wolfrahm Bahn

Beim Pokal-Drama von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen fühlt sich Jens Adler sofort an sein Oberliga-Debüt vor 35 Jahren erinnert. So wie Borussia-Ersatzkeeper Oelschläger bekam auch er damals am 18. Februar 1984 erst kurz vor Spielbeginn überraschend die Info, dass er in der Ersten aushelfen müsse. „Ich war damals 18 und habe am Vormittag noch bei der Zweiten des HFC gegen Dynamo Halle-Neustadt im Tor gestanden. Plötzlich hat mich der Trainer zur Pause ausgewechselt und zu Bernd Bransch in die Kabine geschickt", erzählt der dem „SuperSonntag".

Der Klubchef teilte ihm mit, dass beide Stammtorhüter verletzt seien. Ohne Umschweife fragte er ihn dann: „Traust du dir zu, nachher in der Oberliga im Tor zu stehen?". Und „Adel", wie er bis heute von seinen Freunden nur gerufen wurde, traute sich. Doch anders als jüngst der Dortmunder Ersatz-Keeper schlug der 18-jährige Hallenser damals voll ein.

Jens Adler ließ in der Partie gegen Frankfurt/Oder, die torlos endet, nichts anbrennen. Er schaffte es auf Anhieb im „Sportecho" in die „Elf des Tages". Und die Fußball-Fachzeitschrift „Fuwo" bescheinigt ihm, dass er von Anfang an Ruhe ausgestrahlt habe. Ein Einstand nach Maß. Trainer Klaus Urbanczyk beließ ihn die ganze Rückrunde über im Kasten des Oberligisten. So nahm eine außergewöhnliche Karriere ihren Lauf, die dem heutigen Torwarttrainer beim HFC-Nachwuchs  sogar einen Eintrag in die Geschichtsbücher einbrachte. Bis dahin musste die Torwart-Legende der Rot-Weißen aber erst noch ein richtiges Wellental der Gefühle durchschreiten. Es folgte der Absturz in die DDR-Liga, ein mühevoller Kampf um den Wiederaufstieg und schließlich 1991 der vielumjubelte Sprung in die 2. Bundesliga. Dazwischen lag der Mauerfall und das Ende der DDR. 

„Es waren schon bewegte Zeiten damals", sagt der zweifache Familienvater. Er erinnert sich auch noch genau an den Tag, als er völlig unverhofft in die Nationalelf berufen wurde. Als er mit seiner Frau nach einem Stadtbummel nach Hause kam, hing plötzlich ein Zettel an der Tür. „Darauf stand, dass ich mich am 9. September bis 18 Uhr in der Sportschule in Kienbaum einfinden sollte", muss Adler noch heute schmunzeln, wenn er daran denkt. Auch Anzug und Krawatte sollte er einpacken. Er war für das letzte Spiel der DDR-Auswahl am 12. September 1990 in Belgien nominiert. Mit Darius Wosz ist er damals im Wartburg nach Kienbaum gefahren. Freilich ohne große Erwartungen. Doch nachdem Matthias Sammer in der 90. Minute das 2:0 für die DDR erzielte hatte, wechselte Trainer Eduard Geyer den Hallenser ein. Er stand noch 102 Sekunden im Tor, dann war Schluss. Dadurch wurde Jens Adler vom HFC der letzte Nationalspieler der DDR.

„Für mich waren das die geilsten zwei Minuten meiner Karriere", ist der Hallenser bis heute stolz auf seinen historischen Auftritt in Brüssel. Immerhin gehört er damit auch zum Klub der insgesamt 273 DDR-Nationalspieler. Er ging Mitte der 1990er Jahre nach Brandenburg und danach zu Hertha BSC. Dort stand er mit dem heutigen Berliner Trainer Pal Dardai und dem jetzigen Bayern-Coach Nico Kovac im Kader. Wie zuvor in der Nationalelf reichte es für „Adel" auch bei Hertha nur zu einem Spiel. „Doch vor 75 000 Leuten im Olympia-Stadion zu spielen, war schon toll", schwärmt er noch immer davon und fügt dann an: „Schade, dass Hertha aus dem Pokal geflogen ist".     

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Neues von Halles Lästerschwestern: La dolce vita Neues von Halles Lästerschwestern: La dolce vita Habt Ihr auch solche Angst? Vor den Dickmachern, die die heutige Welt bella-figura-feindlich bevölkern? Zum Beispiel die bösen, bösen...
Anzeige
Trauerportal
Elisabeth-Krankenhaus: Hohe Ehrung für die Krebsmediziner Elisabeth-Krankenhaus: Hohe Ehrung für die Krebsmediziner Mit der ersten Rezertifizierung des Onkologischen Zentrums haben die beteiligten Fachbereiche am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle erneut...
Anzeige
Vorstellung der neuen Spielzeit der Bühnen Halle ließ sich nicht vom „Theaterstreit“ trennen: Eine (fast) bühnenreife Inszenierung Vorstellung der neuen Spielzeit der Bühnen Halle ließ sich nicht vom „Theaterstreit“ trennen: Eine (fast) bühnenreife Inszenierung Halle (S. Christmann). Für hallesche Verhältnisse konnte man den personellen Zuspruch, den die (nichtöffentliche) Veranstaltung zur Vorstellung...
Anzeige
Sag Ja!