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Supersonntag > Halle (Saale) > Weitere Teile der historischen Stadtmauer entdeckt - Halle war im Mittelalter eine wehrhafte Stadt >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 21.01.2019 um 16:03:07

Weitere Teile der historischen Stadtmauer entdeckt - Halle war im Mittelalter eine wehrhafte Stadt

Archäologin Ines Vahlhaus bei der Freilegung der äußeren Stadtmauer unter der Ostfahrbahn am Joliot-Curie-Platz. Archäologin Ines Vahlhaus bei der Freilegung der äußeren Stadtmauer unter der Ostfahrbahn am Joliot-Curie-Platz.
Foto: S. Christmann
Von Susanne Christmann

Dass Halles Steintor nicht einfach „nur" ein Tor war, wurde den Archäologen und den im Auftrag der Havag am Jolito-Curie-Platz Bauenden spätestens im Sommer vergangenen Jahres klar, als im Untergrund des Platzes das innere Tor der dreigestaffelten Anlage auftauchte. Trotz dieser in einer Linie hintereinander stehenden Toranlagen war die Stadt an dieser Stelle leichter als anderswo angreifbar, so Caroline Schulz, Projektleiterin und Referentin für Mittelalter und Stadtarchäologie am Landesamt für Denkmalpflege.

Wie wehrhaft Halle im Mittelalter ansonsten aber war, zeigen die jetzt freigelegten 40 Meter langen Teile der äußeren Stadtmauer, die genau unter der Ostfahrbahn des Joliot-Curie-Platzes liegen. Die 1,20 Meter breiten, gut erhaltenen Fundamente können allerdings nicht in ihrer gesamten Ausdehnung erhalten werden - die neue Abwasserleitung braucht Platz. Aber ehe sie ihn bekommt, werden alle Funde - nicht nur die Mauern der Stadtbefestigung, sondern auch Keramikgefäße, Pfeifenköpfe mit dem halleschen Stadtwappen und Ofenkacheln - akribisch dokumentiert und archäologisch ausgewertet. Auch die im Zuge der Bauarbeiten freigelegten zahlreichen Holzwasserleitungen, die meist aus Kiefernstämmen gefertigt waren.

Halle hat seine Bürger also schon ab 1500 auf diese Weise mit Frischwasser versorgt. Bis 1800 müssen mindestens drei unterschiedliche Wasserleitungssysteme immer wieder ergänzt und über einen längeren Zeitraum erweitert und erneuert worden sein. Für die Hallesche Verkehrs AG (Havag) bedeutete das, ihre gesamte Bautechnologie den archäologischen Arbeiten anzupassen. Man unterstütze, so Erhard Krüger, Bereichsleiter Infrastruktur, das Landesamt bei den Ausgrabungen nicht nur mit zeitlichen, personellen und technischen Ressourcen. Sondern man hat Abläufe verändert, Arbeiten an anderer Stelle aufgenommen, die eigentlich für später geplant waren.

Man kann es sich derzeit zwar nur schwer vorstellen, aber die geplante Fertigstellung des „neuen" Joliot-Curie-Plaztes Ende April 2019 will man einhalten. Im September 2018 wurde ja bereits vorfristig die Westfahrbahn wieder für den Verkehr freigegeben. Mit den Bauarbeiten in der Großen Steinstraße will man ebenfalls Ende April 2019 fertig werden.
 

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