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Supersonntag > Halle (Saale) > Kammer-Präsident Keindorf forderte beim Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle: Unternehmertum sollte Pflichtlehrstoff werden >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 16.01.2019 um 10:36:25

Kammer-Präsident Keindorf forderte beim Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle: Unternehmertum sollte Pflichtlehrstoff werden

Ein Glücksbringer kann nie schaden: Ein Schornsteinfeger brachte den Kammer-Präsidenten aus Halle und Magdeburg die Biergläser zum symbolischen Anstoßen auf die Bühne. Ein Glücksbringer kann nie schaden: Ein Schornsteinfeger brachte den Kammer-Präsidenten aus Halle und Magdeburg die Biergläser zum symbolischen Anstoßen auf die Bühne.
Foto: S. Christmann Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Halle (S. Christmann). Glück kann sich keiner „backen“. Aber man kann ihm mit überlieferten Gesten und Bräuchen - so man daran glaubt - eine herzliche Einladung aussprechen. Diese Möglichkeit hat sich Halles Handwerkskammer-Präsident Thomas Keindorf am vergangenen Dienstag beim Neujahrsempfang der gewerblichen Wirtschaft nicht entgehen lassen und einige seiner Berufskollegen - Keindorf ist von Hause aus Schornsteinfegermeister - mitgebracht. Immerhin waren über 700 geladene Gäste, die meisten Unternehmer, in die Händel-Halle gekommen. Sie alle können ein wenig Glück gebrauchen, auch wenn es vielen - vor allem Handwerkern - derzeit mit zum Teil übervollen Auftragsbüchern nicht schlecht geht.

Zu kämpfen hätten alle trotzdem. Zum Beispiel mit der deutschen Klima-, Umwelt- und Energiepolitik. Die, so Steffen Keitel, der neue Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, treffe die Chemie- und die Lebensmittelindustrie - wichtige wirtschaftliche Lebensadern der Region - hart. Weil diese Sparten technologisch bedingt besonders energieintensiv seien. Ein übereilter Kohleausstieg würde die über Jahrzehnte gewachsenen wettbewerbsfähigen Strukturen gefährden. Mehr politische Unterstützung wünschte sich Keitel auch bei der Digitalisierung. Denn Sachsen-Anhalt hinke beim schnellen Breitbandausbau mit Glasfaser- und modernen 5G-Mobilfunknetzen immer noch hinterher.

Die Handwerkerschaft, so Kammer-Präsident Keindorf, treibe vor allem eine Sache um: die Betriebsnachfolge. Wenn jeder zweite Unternehmer älter als fünfzig, jeder dritte sogar älter als sechzig Jahre sei, drohe dem Land über kurz oder lang eine Ausdünnung der Unternehmenslandschaft, weil sich für so manche Betriebe keine oder nicht genug junge Leute fänden, die bereit seien, eine Firma zu übernehmen. Weshalb auch hier die Politik gefragt sei.

Dem dualen Ausbildungssystem müsse von politischer Seite endlich die gleiche Wertschätzung entgegengebracht werden wie der akademischen Ausbildung. Wie man das bewerkstelligen könnte? Eigentlich naheliegend: Unternehmertum sollte zum verpflichtenden Lehrplanstoff in allen Schulformen gemacht werden. Für diese Idee bekam er aus dem Publikum viel Beifall. Genauso wie Bundestagsmitglied Wolfgang Bosbach (von Hause aus Rechtsanwalt), der seinen launigen Festvortrag frei, ohne am Rednerpult stehend, hielt. Er schwang eine Lanze für den Patriotismus. „Patriotismus ist Vaterlandsliebe und Vaterlandsliebe ist eine gute Sache“. Er warb auch für mehr Optimismus in einem so reichen Land wie unserem, auch wenn der Deutsche von jeher dazu neige, den Tunnel zu verlängern, wenn er Licht am Ende eines solchen wahrnähme.

Trotz allem Optimismus‘ treiben auch einen Menschen wie Bosbach Sorgen um. Zum einen die um ein zerfallendes Europa (Stichwort Brexit). „Wenn die europäische Einigung scheitert“, warnte er, „werden wir als einzelne Länder marginalisiert.“ Was nicht bedeuten soll, dass in einem einigen Europa die Schulden der einzelnen Länder vergemeinschaftet werden sollen. Wer handele, müsse auch für die Folgen seines Handelns haften und dürfe sie nicht per se den anderen in der Gemeinschaft mit aufhalsen.

Zum anderen habe er auch große Sorge, dass in Deutschland der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem und sozialem Leistungsgefüge verloren gehen könnte. Was ausgegeben werde, müsse nach wie vor erst einmal erwirtschaftet werden - von diesem Grundsatz dürfe man nicht abrücken. Wie man zum Unternehmer werden kann, hat die heutige Ehrenpräsidentin der IHK Halle-Dessau, Carola Schaar, vorgemacht. Die einstige Lehrausbilderin gründete nach der Wende ein Bildungsunternehmen und hat mit diesem bis heute so ziemlich alle unternehmerischen Höhen und Tiefen mitgemacht, die man mitmachen kann. Vor Kurzem hat sie noch einmal eine neue Firma (mit)gegründet. Auch die Nachfolge an der Spitze ihrer Firma hat sie bestens geregelt. Beispielgebender Lehrstoff für die Schulen im Stoffgebiet Unternehmertum!

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