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Supersonntag > Halle (Saale) > Archäologische Grabungen in Wettin: Mittelburg gibt erstmals ihre Geheimnisse preis >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 14.12.2018 um 16:28:24

Archäologische Grabungen in Wettin: Mittelburg gibt erstmals ihre Geheimnisse preis

Das Ausgrabungsfeld auf dem Gelände der Mittelburg in Wettin. Bis zum Frühling 2019 wird hier noch gegraben. Das Ausgrabungsfeld auf dem Gelände der Mittelburg in Wettin. Bis zum Frühling 2019 wird hier noch gegraben.
Foto: S. Christmann Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Halle (sc). „Oh, eine Mu-schel!" Grabungsmitarbeiterin Felicitas Lehmann hält kurz inne in ihrer Tätigkeit und zeigt den Fotografen zum Medientermin auf der Mittelburg in Wettin kurz ihren Fund.

Der Inhalt der Muschel, so er-klärt Projektleiter Professor Matthias Becker später, habe sicher zu dem gehört, was die Menschen, die früher auf dem Gelände der Mittelburg arbeiteten und lebten, verspeist haben.

Aber die Archäologen des Landesamtes haben bei ihren Grabungen, die dem Neubau eines Schulgebäudes für das Burggymnasium mit 18 Klassenzimmern vorgelagert sind (Baubeginn: Mai 2019), bedeutendere Funde gemacht und erste neue historische Erkenntnisse gewonnen. Zahlreiche Befunde aus dem Mittelalter traten zu Tage, die belegen, dass im zentralen Bereich der Mittelburg nicht erst, wie bisher angenommen, seit dem 12., sondern bereits seit dem 10. Jahrhundert Menschen gelebt und gearbeitet haben. Dieses „Geheimnis" hat eine Siedlungsschicht mit zahlreichen verzierten Gefäßscherben preisgegeben, die die Archäologen in die Zeit der Wettiner Grafenburg des 10. Jahrhunderts datieren. Weil seit dieser Zeit die Mittelburg immer genutzt wurde, hatten hier bis heute noch nie Grabungen stattgefunden. Deshalb verspricht man sich von der Auswertung aller Funde, die längst nicht abgeschlossen ist, noch sehr viel mehr Erkenntnisse über das (frühe) Leben und Arbeiten auf dem Gelände der Mittelburg.

Dass die Leute im 12. bis 4. Jahrhundert sich auch zu vergnügen wussten, davon zeugt ein Spielstein. Den hat man, so die Archäologen, offensichtlich aus einer Gefäßscherbe gefertigt, also rund geschliffen. In den Grabungsflächen konnte eine ältere Burgmauer von ca. 1,60 Meter Breite nachgewiesen werden, die ein kleineres Areal als heute umschloss. An diese Mauern angrenzend befanden sich steinerne Gebäude mit Lehmestrich. Hier können durch Überlagerung von Mauern unterschiedliche Phasen erkannt werden. Da diese deutlich tiefer liegen als das heutige Burgniveau, muss die Fläche immer wieder aufgefüllt worden sein, wenn Neubauten errichtet wurden. Das führte dazu, dass jüngere Gebäude teilweise auf Entlastungsbögen gesetzt werden mussten, um statische Probleme zu lösen.

Alle Mauern sind aus dem die Landschaft beherrschenden Porphyr errichtet. Zum Teil hat man die Steine nur in Lehm gelegt, z.T. vermörtelt, jedoch sind die Mauern durchgehend von guter Qualität. Nach bisheriger Kenntnis wurde dieser Bereich spätestens seit jener Zeit genutzt, als die Oberburg er-richtet wurde. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, und die Auswertung des Fundmaterials lässt noch weitere Erkenntnisse zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Burg er-warten. Bereits jetzt lassen die Befunde den Schluss zu, dass der Bereich der Mittelburg früher und intensiver genutzt wurde, als dies bisher bekannt war.

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