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Supersonntag > Halle (Saale) > Holger Krostitz war vier Mal in Folge Torschützenkönig beim Halleschen FC - Sohn Nico und Enkel Tim haben Liebe zum Fußball geerbt >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 22.11.2018 um 11:22:29

Holger Krostitz war vier Mal in Folge Torschützenkönig beim Halleschen FC - Sohn Nico und Enkel Tim haben Liebe zum Fußball geerbt

HFC-Torschützenkönig Holger Krostitz mit Sohn Nico. HFC-Torschützenkönig Holger Krostitz mit Sohn Nico.
Foto: W. Bahn
Halle (Wolfram Bahn). Das kommt ganz selten vor. In der Familie von Holger Krostitz ist die Liebe zum Fußball mittlerweile über drei Generationen vererbt worden. Sein Sohn Nico und Enkel Tim sind in die Fußstapfen des 63-jährige früheren Torjägers des HFC getreten. Der gelernte Gießerei-Facharbeiter galt jahrelang als Torgarant beim halleschen Traditionsklub. In den 163 Oberligaspielen für die Rot-Weißen erzielte er insgesamt 51 Tore. Allein zwischen 1978 und 1981 kam Holger Krostitz auf 43 Treffer und war damit vier Mal in Folge der HFC-Torschützenkönig in der Oberliga. Das brachte ihm drei Nominierungen für die DDR-Nationalelf gegen Spanien, Rumänien und Griechenland  ein. „Doch zum Einsatz kam ich nie", bedauert der gebürtige Hallenser. Auch blieb ihm nach drei Testspielen mit der Olympiaelf eine Reise 1980 nach Moskau, wo die DDR die Silbermedaille gewann, verwehrt.

Nico Krostitz, der am heutigen Donnerstag (22. November) seinen 40. Geburtstag feiert, begann als Kind im Trainingszentrum Halle-Süd bei Motor Halle. Er ging dann nach Ammendorf, ehe ihn der HFC zu den A-Junioren holte. Er hat seinen siebenjährige Sohn Tim bei den Bambinis vom BSV Ammendorf angemeldet. „Ich spiele am liebsten im Sturm, da kann man Tore schießen", bekennt der jüngste Krostitz-Sprössling. Und offenbart damit, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. „Im Flur zeigt mir Opa manchmal seine Tricks von früher", verrät Tim, der natürlich HFC-Fan ist. Mit seinem Vater wird er am Sonnabend um 14 Uhr im Erdgas Sportpark das Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach  verfolgen. Er staunt immer wieder, wenn sein Opa aus alten Fußballzeiten erzählt. Besonders die Begegnungen des HFC gegen den Erzrivalen des 1. FC Magdeburg waren immer ein Spektakel.

Das trifft vor allem auf die Partie vom 6. Oktober 1979 im Kurt-Wabbel-Stadion zu. Es wird das „Jahrhundert-Spiel" von Holger Krostitz. Dem halleschen Torjäger gelang gegen den Europokalsieger von 1974 ein lupenreiner Hattrick. „Es war ein Wahnsinnsspiel", gerät er regelrecht ins Schwärmen, wenn er an die Begegnung vor 25 000 Zuschauern denkt. Es ist bis heute der höchste Sieg des Halleschen FC in der langen Geschichte der Duelle mit den Blau-Weißen. Werner Peter hatte die Gastgeber in Führung gebracht. Nach der Pause drehte die Elf von Trainer Peter Kohl richtig auf. Innerhalb von 20 Minuten baute der damals 24-jährige Krostitz den Vorsprung auf  4:0 aus. Das Stadion stand Kopf. Der Jubel kannte keine Grenzen, als Peter sogar auf 5:0 erhöhte. Eine Demütigung für den Favoriten. Achim Streich konnte kurz vor Schluss nur noch den Anschlusstreffer für die Magdeburger erzielen. Dort saß HFC-Legende Klaus Urbanczyk als Cheftrainer auf der Bank. Eine Konstellation, die der Partie noch eine besondere Brisanz verlieh. „Das hat uns beflügelt", so der dreifache Torschütze.

Am Ende der Saison sprang dennoch nur ein siebter Platz heraus. „Wir verpassten damit einmal mehr die Qualifikation für internationale Spiele im Europapokal", so Krostitz über seine wohl beste Oberliga-Saison, die er im Trikot des HFC spielte. Mehr geärgert hat ihn allerdings, dass er 1981 für anderthalb Jahre zur Armee nach Bad Salzungen eingezogen wurde. „Und das im besten Fußballalter und auf dem Höhepunkt meiner Laufbahn", grämt es ihn noch immer, dass er durch diese unfreiwillige Unterbrechung irgendwie seinen Torriecher verlor. Und er mit dem HFC im Jahr 1984 sogar absteigen musste. Und das mit Urbanczyk als Trainer. Damit war auch die Zeit vorbei, in der jeder HFC-Oberligaspieler pro Saison drei paar Adidas-Fußballschuhe erhielt.

Nach der Halbserie verließ Krostitz damals den HFC in Richtung Buna Schkopau. Seine Karriere  klang viele Jahre später in der Landesliga bei Romonta Stedten aus. Ex-HFC-Spieler Uwe Zorn, der die Elf noch heute trainiert, hatte ihn dorthin gelockt. Und der fußballverrückte Top-Stürmer blieb fünf Jahre, bis er mit 47 aufhörte. Danach kickte er mit der  Traditionself des Halleschen FC weiter, bis ihm sein Herz vor drei Jahren ein Stoppzeichen setzte. Sein Ausflug ins Mansfelder Land bescherte Holger Krostitz ein Erlebnis, das nur wenigen Fußballern zuteil wird: In der Saison 2000/2001 spielte er bei Romonta zusammen mit seinem Sohn Nico. Der war nach seinem Abschied beim HFC, bei dem er zuletzt in der Zweiten auflief, nach Stedten gegangen. „Das war eine schöne Zeit, die wir nicht missen möchten", sind sich beide einig.


 

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