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Supersonntag > Halle (Saale) > Gesellen auf Wanderschaft - Turmtreppe im Peißnitzhaus fachmännisch eingebaut >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 16.11.2018 um 14:28:43

Gesellen auf Wanderschaft - Turmtreppe im Peißnitzhaus fachmännisch eingebaut

Voller Bewunderung für die gute Tischlerarbeit: Stefan Bünsow und Roland Gebert vom Peißnitzhausverein, Katrin Schirmer und Matthias Padel (re.) von der Firma Klöpferholz, die Holz bereitstellte, und Treppenbauer Michael Broens (2.v.re.) Voller Bewunderung für die gute Tischlerarbeit: Stefan Bünsow und Roland Gebert vom Peißnitzhausverein, Katrin Schirmer und Matthias Padel (re.) von der Firma Klöpferholz, die Holz bereitstellte, und Treppenbauer Michael Broens (2.v.re.)
Foto: Kerstin Eschke Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Im Juli und August machten über 100 Wandergesellen Station an der Saale.   

Halle (ke). Sie sind stolz auf ihr Können und der Tradition verpflichtet: die Wandergesellen. Unterwegs in Kluft mit Stock, Tuch und Hut. Sie reisen, um zu arbeiten, und arbeiten, um zu reisen. Die Wanderschaft ist eine Jahrhunderte alte Tradition im deutschsprachigen Raum. Im Juli und August ar-beiteten 112 Wandergesellen aus Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und Frankreich auf der Sommerbaustelle des Peißnitzhauses. Unter ihnen waren Steinmetze, Zimmerer, Köche, Fahrradmechaniker. Sogar ein Schneider war dabei.

Die Wandergesellen und -gesellinnen wirkten fachmännisch an verschiedenen Bauabschnitten am Peißnitzhaus. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierte am Mittwoch Roland Gebert den anwesenden Handwerkern und Unternehmern. Sie waren zu einer Dankeschönveranstaltung  eingeladen. Sie hatten eines gemein: Sie unterstützen die Sanierung des Peißnitzhauses auf vielfältige Weise. „Ohne die Unterstützung mit Material, Know-How und Werkstattnutzung wären die Bauarbeiten nicht so weit fortgeschritten“, freut sich der Vereinsvorsitzende Roland Gebert.

Der Sommerbaustelle vorangegangen war eine lange Vorbereitungszeit. Ein dreiköpfiges Organisationsteam nahm im Dezember 2017 erstmals Kontakt mit dem Peißnitzhausverein auf. Ab Mai begannen Gesellin Kathrin und die Gesellen Jonas und Paul vom Orga-Team vor Ort mit der Organisation der  insgesamt sieben Baustellen. Am 21. Juli schließlich startete die Sommerbaustelle offiziell.

Micheal Broens staunte während der Begehumg nicht schlecht, als er die fertige Turmtreppe sah: „Eine sehr gute Handwerksarbeit!“ Der Treppenbauer unterstütze die Gesellen mit seinem Know-How. Er plante die Treppe und entwarf Schablonen für die filigranen Schnitzarbeiten. Nach der Sanierung des Daches werden auch die Besucher und Gäste des Hauses die Handwerkskunst bewundern können. Dann wird der Turm nach fast fünfzig Jahren wieder geöffnet und die Hallenser können von dort aus die Aussicht auf die Peißnitz genießen.

Jetzt schon sichtbar ist die völlig neu gestaltete Sonnenterrasse unterhalb der Felsen. Hier ist ein idyllischer Ort für Familien- oder Firmenfeiern entstanden. Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste vom Team des Peißnitzhaus-Cafés. „Yoko“ wurde die überdachte Terrasse getauft. „Das ist japanisch und heißt übersetzt Sonnenterrasse“, erläuterte Gebert.

Einen Hingucker haben die Zimmerergesellen mit der  mo-bilen Fachwerkhütte geschaffen. Die Besucher des Weihnachtsmarktes werden sie an der Ulrichskirche erstmals be-wundern können, wenn daraus Glühwein und Kinderpunsch gereicht werden. Außerdem wird es wieder ein wärmendes Feuer geben.

Die Sommerbaustelle kostete den Verein 90 000 Euro. Darin sind alle Kosten für das Baumaterial und für die Verpflegung der Gesellinnen und Gesellen enthalten. Gebert: „Dank vieler Spenden, ob mit Material, mit Essen oder mit Transportmitteln, konnte die Sommerbaustelle vom Verein finanziell gestemmt werden.“

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