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Supersonntag > Halle (Saale) > Jugendkonferenz der RÜMSA für Problem-Schulabsolventen: Jeder hat mehrere Chancen >
Sonja Richter Sonja Richter
aktualisiert am 13.11.2018 um 09:31:37

Jugendkonferenz der RÜMSA für Problem-Schulabsolventen: Jeder hat mehrere Chancen

Anett Böhme (Mitte) erzählt von ihrem beruflichen Werdegang, den Stolpersteinen und Hilfen. Von links: Dr. Petra Bratzke, Chefin der Arbeitsagentur Halle, Halles Beigeordnete Katharina Brederlow, von rechts: Jan Kaltofen, Geschäftsführer des Jobcenters Halle, und Martin Schubert vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt. Anett Böhme (Mitte) erzählt von ihrem beruflichen Werdegang, den Stolpersteinen und Hilfen. Von links: Dr. Petra Bratzke, Chefin der Arbeitsagentur Halle, Halles Beigeordnete Katharina Brederlow, von rechts: Jan Kaltofen, Geschäftsführer des Jobcenters Halle, und Martin Schubert vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt.
Foto: S. Richter
Anett Böhme nutzt die Angebote und ist jetzt eine der besten Azubis.

Halle (sr). Im vierten Anlauf hat es endlich geklappt. Anett Böhme lernt Gebäudereinigerin und ist in der Berufsschule eine der besten Schülerinnen.

Die junge Mutti von zwei Kindern hatte den Hauptschulabschluss geschafft, dann aber immer wieder Ausbildungen abgebrochen, weil es mit den Kindern schwierig war, regelmäßig Schule und Betrieb aufzusuchen, und auch, weil ihre Betriebe ihr nicht helfen konnten, das Problem zu lösen. „Am Anfang dachte ich noch, das schaffe ich schon allein", erzählt sie heute. Doch dann hat sie sich doch Hilfe geholt. Im „Haus der Jugend" in Halle-Neustadt sitzen alle Partner unter einem Dach, die jungen Menschen helfen auf ihrem Weg in den Berufsalltag. „Hier hatte ich gute Beratung und viel Hilfe, um einen beruflichen Abschluss zu schaffen", so Anett Böhme und sie kann nur allen Schulabgängern raten, diese professionelle Unterstützung anzunehmen.

Deshalb war sie am Mittwoch auch dabei auf der Jugendkonferenz der RÜMSA (regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt), auf der Jugendliche mit erschwerten Rahmenbedingungen vertraut gemacht worden mit Angeboten und Informationen zur Berufsorientierung, dem Berufseinstieg und auch, welche Hilfen es dabei durch die Agentur für Arbeit gibt. Vertreter verschiedener Unternehmen wie z. B Translogistik oder S.A.M. Telecom diskutierten mit den Mädchen und Jungen, die vor allem aus Klassen des Produktiven Lernens kamen, in kleinen Runden, wie man in ihren Unternehmen und vor allem welche Ausbildung man absolvieren kann.

Denn für jeden gibt es einen Ausbildungsplatz. Das hatte zuvor Dr. Petra Bratzke, Chefin der halleschen Arbeitsagentur, berichtet. In Halle hatten sich in diesem Jahr beispielsweise 900 Schulabsolventen zur Vermittlung gemeldet und denen konnten über 1 000 Stellen angeboten werden, im Agenturbezirk waren es 2 142 Lehrstellen für 1 810 Bewerber. Trotzdem blieben 56 Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag. Allein auf die Zensuren im Zeugnis zu blicken, empfiehlt die Agentur-Chefin den Unternehmern nicht. „Manch schlechter Schüler findet in der praktischen Arbeit Spaß und Bestätigung und entwickelt sich zum engagierten Mitarbeiter. Für Unternehmen lohnt es sich, Zeit und Mühe in die Ausbildung scheinbar weniger geeigneter Jugendlich zu investieren." Die Agentur für Arbeit bietet dafür auch viele Unterstützungsmaßnahmen wie u. a. Einstiegsqualifizierung oder geförderte Berufsausbildung an. „Man muss sich nur mit seinen Fragen und Problemen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden, wir können fast immer helfen", versicherte Dr. Bratzke.

Anett Böhme zumindest ist heute froh, dass sie diese Hilfen angenommen hat. Und genau das hat sie auch den jungen Leuten auf der Jugendkonferenz erzählt.

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