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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 08.11.2018 um 21:17:56

Diesen Ankauf finanzierte die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung für die Moritzburg besonders gern: Silbernes Waschgeschirr, geschaffen von August Hosse

Kustos Ulf Dräger, Moritzburg-Chef Thomas Bauer-Friedrich und Martin Hoernes von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung nehmen das wertvolle Objekt ganz genau unter die Lupe.  Kustos Ulf Dräger, Moritzburg-Chef Thomas Bauer-Friedrich und Martin Hoernes von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung nehmen das wertvolle Objekt ganz genau unter die Lupe.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). Die Initialien A. H. haben (nicht nur) in Deutschland durch die Verbrechen von Adolf Hitler einen mehr als bitteren Beigeschmack. In Halle aber sollte man dabei zuerst an August Hosse denken. Der war ein zu seinen Lebzeiten von 1657 bis 1732 in ganz Europa geschätzter Goldschmiedekünstler, von dem die 1685 entstandene Taufschüssel in der Moritzkirche, zwei Becher im Silberschatz der Halloren, die Zepter für die 1694 gegründete Universität und nicht zuletzt sechs vergleichsweise wuchtige, barocke Deckel-Humpen mit der prachtvollen Darstellung der Weihnachtsgeschichte stammen.

Aber Hosse konnte auch anders. Wie das am vergangenen Mittwoch präsentierte, jüngst von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung erworbene und der Stiftung Moritzburg als Dauerleihgabe überlassene Stück beweist: ein silbernes Lavabo (Waschgeschirr, das bei hochgestellten Leuten während der Mahlzeiten von der Dienerschaft zum Händewaschen gereicht wurde). Die Helmkanne und die Schale mit dem gekehltem Rand haben so gar nichts mehr von Hosses früherer spätbarocken Formensprache an sich. Vielmehr hat sich der Meister hier dem frühen Regence-Stils hingegeben - „ein Glanzstück erster Qualität" sagen die Fachleute.

Zehn lange Jahre hat es gebraucht, bis das Stück von den ersten Überlegungen an seinen Weg nach Halle in die Moritzburg gefunden hatte. Volker Wurster von der Galerie Neuse in Bremen hatte von Anfang an gewusst, dass das Stück nur in Halle und nirgendwo anders seinen Platz finden musste. Aber erst, nachdem die Provenienz (Herkunftsweg) der Waschgarnitur so weit wie möglich geklärt war. Und natürlich die Finanzierung. Zur genauen Summe wollte Martin Hoernes von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung nichts sagen, weil „die vielen Nullen vielleicht ablenken würden von der Schönheit des Objektes." Das Objekt hat jedenfalls seinen Preis, den ein öffentliches Museum heute nicht mehr zahlen kann, weil kaum noch ein Haus über ein Ankauf-Budget verfüge, bedauerte Hoernes. So erwarb es die Stiftung selbst und gab es nach Halle als Dauerleihgabe, worüber vor allem auch Kustos Ulf Dräger sehr froh ist. Er hat über die zehn Jahre lang an diesem „Deal" mitgearbeitet.

August Hosse war ein waschechter Hallenser, den er wurde hier geboren und starb auch hier. Er gehörte zu den angesehendsten Bürgern der Stadt und war einer der vier Vorsteher der Gemeindeviertel, in die damals die hallesche Bürgerschaft eingeteilt war. Er hatte ein Amt als Ratsverwandter inne und wirkte als Richter im städtischen Gericht. Sein Wohnhaus befand sich am Großen Berlin. Seiner kunsthistorischen Bedeutung entsprechend wird das Werk von August Hosse im Kunstmuseum Moritzburg seit 1912 erforscht. In den letzten 25 Jahren wurden lediglich sechs bisher unbekannte Arbeiten von seiner Hand bekannt.

Das silberne Lavabo wird 2019 für drei Monate in der Reihe „Das besondere Kunstwerk" der Öffentlichkeit präsentiert. Bei Führungen in der Studiensammlung und im Depot kann man es ebenfalls bewundern. Was noch fehlt, ist eine Schau, in der sich alles „nur" um Hosse und sein Werk dreht.

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