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Supersonntag > Halle (Saale) > Konjunkturindex im Handwerk steigt immer weiter, aber Problem bei der Nachwuchssuche >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 11.08.2018 um 20:08:42

Konjunkturindex im Handwerk steigt immer weiter, aber Problem bei der Nachwuchssuche

Vor allem öffentliche Auftraggeber sorgen für volle Auftragsbücher im Bauhaupthandwerk. Hier der Umbau des Juliot-Curie-Platzes. Vor allem öffentliche Auftraggeber sorgen für volle Auftragsbücher im Bauhaupthandwerk. Hier der Umbau des Juliot-Curie-Platzes.
Foto: Archiv/Kerstin Eschke Galerie (1 Bild)
Handwerkskammer stellte Konjunkturumfrage für das 2. Halbjahr vor.   

Halle (ke/HWK). „Wir befinden uns auf einem Allzeithoch seit 1990“, resümierte Jens Schumann, Pressesprecher und stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer Halle, bei der am Mittwoch stattgefundenen Pressekonferenz zur Konjunktur im 2. Halbjahr 2018. „Die Betriebe sind für ein Vierteljahr im Voraus ausgebucht. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 91 Prozent“, führte Schumann weiter aus.

Die Hochkonjunktur im Handwerk stützt sich auf die Bauhaupt- und Ausbauhandwerke sowie die Handwerke für gewerblichen Bedarf. Dazu zählen u.a. Metallbauer, Gebäudereiniger oder Feinmechaniker. In den anderen Handwerken ist die Stimmung zwar auch gut, aber deutlich abgeschwächt und schwankend.

Im zweiten Quartal sank erneut die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle. 13 842 Betriebe sind derzeit angemeldet. Das sind 243 weniger als zum 30. Juni 2017. Trotz dieser negativen Entwicklung sind in den Handwerksunternehmen 1 000 Mitarbeiter mehr beschäftigt. Das heißt, aktuell arbeiten 71 500 Menschen in bei der Handwerkskammer Halle organisierten Betrieben. Für Handwerkskammerpräsident Thomas Keindorf liegt eine mögliche Erklärung in der mangelnden Attraktivität einer Selbstständigkeit. Die Verantwortung für einen Betrieb und seine Mitarbeiter tragen zu wollen, ist gering. Guter Verdienst und geregelte Arbeitszeiten in großen Wirtschaftunternehmen sind für junge Menschen verlockender.

Bei der derzeitigen sommerlichen Hochkonjunktur zeigt sich sehr deutlich eine roße Schwäche der Betriebe: Der Nachwuchsmangel. Aufgrund der guten Nachfrage stoßen die Betriebe an ihre Kapazitätsgrenze. Sie würden die Aufträge gerne erfüllen und dafür Personal einstellen. Doch es fehlen qualifizierte Bewerber.

Vor allem die öffentliche Hand bekommt die Kapazitätsgrenze zu spüren. Rangen vor einigen Jahren noch mehrere Unternehmen um einen öffentlichen Auftrag, nimmt heute nur selten ein Handwerksbetrieb an einer Ausschreibung teil. Die Gründe sind vielfältig, so Keindorf: „Zum einen ist die Bearbeitung der Ausschreibungsunterlagen arbeits- und zeitaufwändig, zum anderen zahlen private Auftraggeber schneller.“

Einen Handwerksberuf zu ergreifen wird für junge Leute immer weniger attraktiv. Während die Zahl der Gymnasiasten weiter steigt, sinkt das schulische Niveau der Mädchen und Jungen, die sich für einen Handwerksberuf entscheiden. Heiko Eckert, Prokurist und Ausbilder in der Industrie Service GmbH aus dem Kabelsketal, schilderte, wie das Elektrounternehmen Bewerberinnen und Bewerber findet und für eine Ausbildung fit macht: „Die Einstellung von Studien- und Ausbildungsabbrechern hat einige Zeit die Ausbildungsplatzlücke geschlossen. Doch das reicht nicht mehr. Wir geben Schulabbrechern und jungen Menschen aus sozial schwachen Familien eine Chance. Sie erhalten Nachhilfe oder Unterstützung, wenn es um die Bezahlung von Schulden geht.“ Das alles kostet dem Unternehmen zusätzliches Geld. Dennoch lohnt sich die Investition. Eckert lobt den Werdegang, den die Auszubildenden zum Elektroniker in verschiedenen Fachrichtungen nehmen: „Sie sind unserem Unternehmen gegenüber sehr loyal eingestellt und sie sind am Ende der Ausbildung fit für einen verantwortungsvollen Beruf, bei dem es um die Sicherheit von Menschen geht.“

Eckert und Keindorf appellierten an die Politk, die Strukturen der derzeitigen vorberuflichen Ausbildung zu überdenken. Sie wurden in Zeiten festgezurrt, als es noch mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gab. Man wünscht sich eine bessere An-passung an die Bedürfnisse der Betrieb und finanzielle Unterstützung.

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