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Supersonntag > Halle (Saale) > Beim 8. Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ ist alles besonders: Musik, Orte und Instrumente >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 12.03.2018 um 15:04:14

Beim 8. Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ ist alles besonders: Musik, Orte und Instrumente

Vahid Shadidifar wird die Santur spielen, ein Musikinstrument, das auf eine lange Geschichte verweisen kann. Beim 8. Musikfest wird er es am 24. Juni beim Konzert „Persische und deutsche Preziosen“ im KulturGut Ermlietz erklingen lassen.                   Vahid Shadidifar wird die Santur spielen, ein Musikinstrument, das auf eine lange Geschichte verweisen kann. Beim 8. Musikfest wird er es am 24. Juni beim Konzert „Persische und deutsche Preziosen“ im KulturGut Ermlietz erklingen lassen.
Foto: S. Christmann Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Halle (sc). Wer weiß, was eine Santur, ein Psalter und ein Cimbalom sind? Das sind Musikinstrumente, die teilweise auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken können, aber heute - bei uns in Deutschland - fast in Vergessenheit geraten sind. Aber zum 8. Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland", das vom 15. bis 24. Juni stattfindet, werden sie genauso (wieder) zum Leben erweckt, wie die Musik von 57 (regionalen) Komponisten zu hören sein wird, die ebenfalls zu Unrecht - wie der das Musikfest organisierende Verein Straße der Musik findet - mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind.

Mann muss einen Heinrich Wettstein, einen Johann Georg Ebeling, einen Friedrich Wilhelm Marpurg, einen Richard Bartmuß, einen Oskar Böhme, einen Friedrich Schneider, einen Leopold Sylvius Weiss, einen Richard Eilenberg oder einen Johann Friedrich La Trobe als Komponisten nicht unbedingt kennen. Aber spätestens, wenn zum Musikfest ihre Musik aufgeführt wird, wird man sich vielleicht fragen, warum man diesen „unerhörten" Komponisten bisher so wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Der Musikwissenschaftler Professor Helmut Loos, der die Schirmherrschaft über das 8. Musikfest übernommen hat, hat darauf übrigens eine (streitbare) Antwort: „Im Musikleben beschränken wir uns gern auf einige wenidge, lang erprobte Großmeister, deren Werke wieder und wieder gespielt werden", schreibt er in seinem Grußwort. „Es spricht überhaupt nichts dagegen, diese Musik zu lieben, aber müssen andere Komponisten deswegen abgewertet und zu minderwertigen Fachvertretern erklärt werden, zu Pygmäen neben Riesen? In meinem Fach, der Musikgeschichte ist dies sogar wissenschaftlich zu beweisen versucht worden. Das ist Unsinn. Ihre Sonderstellung haben die ‚großen Komponisten erst nachträglich erhalten, als ihnen im 19. Jahrhundert in der aufstrebenden bürgerlichen Geslleschaft eine Führungsrolle als Leitfiguren zugeschrieben worden ist.‘"

Sei es, wie es sei: Musik aus Mitteldeutschland ist viel mehr als Bach und Händel, mehr als die Händelhalle in Halle, die Semperoper in Dresden oder Thomanerchor aus Leipzig. So hat sich der Verein Straße der Musik auch auf die Fahnen geschrieben, neben den „vergessenen" Komponisten - aktuell beträgt die Zahl der durch den Verein wieder „ausgegrabenen" Komponisten 1654 - „vergessene" bzw. nicht so im Rampenlicht stehende Orte der Musik eben wieder dorthin zu rücken: ins Rampenlicht. Etwa die Kirche in Mösthinsdorf, die Kirchen St. Wenzel und St. Marien-Magdalenen in Naumburg (Wandelkonzert von Hildebrandt zu Ladegast am 17. Juni) und die St. Andreas Kirche in Eisleben, die erstmals beim Musikfest dabei sind.

Kein „vergessener" Ort der Musikaufführung ist die Konzerthalle Ulrichskirche in Halle. Aber neu ist, dass sie nun auch als ein Ort entlang der Straße der Musik geführt (als der 33.) wird. Daniel Schad, Vorstandsvorsitzender des Vereins, überreichte Jürgen Reichardt, Leiter des Dienstleistungszentrums Veranstaltungen in der Stadtverwaltung, das entsprechende Schild, das unmittelbar neben dem Denkmalsschild angebracht werden soll. Die musikhistorische Bedeutung der Konzerthalle Ulrichskirche sei schon dadurch gegeben, sagt der Verein, dass schon während der Zeit der katholischen Servitenmönche hier gesungen wurde.

Die Besucher des 8. Musikfestes „Unerhörtes Mitteldeutschland" können insgesamt 57 unerhörte Komponisten entdecken. Alle sind mit Mitteldeutschland verbunden. Zehn dieser Komponisten feiern 2018 ein rundes 50-er Jubiläum. Bereits beim Eröffnungskonzert am 15. Juni 2018 in der Laurentiuskirche zu Halle erklingen 20 verschiedene Komponisten, die alle mit Halle in Verbindung stehen.

Alle auftretenden Künstler, so versichert der Verein, seien Meister ihres Faches. Der Straße der Musik e.V. konnte Musiker des Gewandhausorchesters, des MDR-Sinfonieorchesters, der Staatskapelle Halle und vom Theater Dessau gewinnen. International gefeierte Solisten und Organisten sind dabei. Hervorzuheben ist der siebenfache Grammy-Preisträger Cord Garben, der für das Musikfest Unerhörtes Mitteldeutschland ein wunderbares Konzert zusammengestellt hat (Konzert am 24. Juni 2018 in Löbejün).

Zum 7. Mal findet innerhalb des Musikfestes der „Tag der Haus- und Hofmusik" in Halle statt. Alle „Hallenser, Halloren und Hallunken" sind am 16. Juni zur Teilnahme aufgerufen. Familien, Laien- und Profimusiker, Ensembles, Solisten, Chöre und Orchester solen zu ungezwungenen Konzerten mit Werken Überwiegend mitteldeutscher Komponisten einladen. Verbunden ist mit diesem Tag auch (wieder) ein Fotowettbewerb.

Das komplette Programm des Musikfestes und alle weiteren Informationen findet man im Netz unter www.strasse-der-musik.de.

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