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Supersonntag > Halle (Saale) > Luther2017-Art-Edition >
Susanne Kiegeland Susanne Kiegeland
aktualisiert am 21.04.2017 um 16:47:21

Luther2017-Art-Edition

Über Martin Luther, das „Vor-Denken" und Andy Warhol
Was das Reformationsjahr auch mit Kunst und einem Haufen Dollars zu tun hat


Der 31. Oktober wird in 2017 ein bundesweiter Feiertag sein. Dieser soll nicht nur die übliche Arbeitswoche verkürzen.
Vielmehr soll sich Deutschland an eine "glückliche Wendung in unserer Geschichte erinnern, die uns bis heute prägt,“ wie es von Regierungsseite trefflich formuliert wurde.

1517, einen Tag vor Allerheiligen, kritisierte bekanntlich der Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) in 95 Thesen die damalige Ablasspraxis der Kirche.

Zum 500. Jubiläum dieses historisch relevanten Ereignisses wurde so per einmaligem Gesetz ein Sonderfeiertag für den 31.10.2017 verordnet.
 
Ein Gespräch über Kunst, Kirche und Kommerz mit dem Künstler und Grafiker Jürgen Kuhl (JK) sowie dem Galeristen und Verleger Karsten Ludwig (KL).
 
Welche Idee bzw. Motivation steckt dahinter, eine Martin Luther-Kunstdruck-Edition zu erstellen?

KL:
500 Jahre Reformationsjubiläum - das sind auch 500 Jahre Querdenken und 500 Jahre Querdenker.
Das sind 500 Jahre die zeigen, dass Kritik und Hinterfragen eine Gesellschaft in der Nachschau nach vorne bringen.
Das ist aber auch ein Hinweis, dass es „Vor"-Denker zunächst gesellschaftlich schwerer haben können als vermeintliche „Nach"-Denker. Das ist entsprechend ein Aufruf nicht alles als gegeben hinzunehmen, sondern zu hinterfragen.
 
Martin Luther und Pop-Art - wie kommt man auf die Idee, das zusammen zu führen?
JK:
Kunst ist ein Transformator mit dem die Möglichkeit besteht, bildlich eine ungewohnte Sprache zu sprechen und sich nicht auf den üblichen Jargon einlassen zu müssen. Wenn man beispielsweise ein Luther-Portrait im typisch zeitgenössischen Stil umsetzt, dann wird das kaum auffallen, weil man denkt, dass man das bereits kennt - ja möglicherweise schon einmal gesehen hat.
Die vier unterschiedlich bunten Varianten des Luther kennt man so bislang nicht - sie erinnern allenfalls den einen oder anderen an die Portraitserien der amerikanischen Pop-Art-Legende Andy Warhol.Damit lässt sich zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen und es lassen sich Inhalte nachhaltig abbilden. Pop-Art bietet in diesem Zusammenhang die Chance Historisches sehr modern und auch in der gebotenen Vielfalt darzustellen.
 
Gibt es weitere Gründe, warum man sich ausgerechnet für diese Form der Umsetzung entschieden hat?

KL:
Martin Luther wird gerne als „Reformator“ dargestellt - 2017 ist „Reformationsjubiläum“.
Luther wurde während seiner „reformatorischen Phase“ wegen seiner provokanten und wenig wohlwollenden Kritik zunächst von vielen seiner Zeitgenossen sehr kritisch betrachtet - teilweise geächtet.
Seine spätere bzw. heutige Bewertung hat sich entwickelt - er war zwar ein Visionär, ein Vordenker, wurde aber zu seiner Zeit insbesondere als Querulant wahrgenommen.
JK:
Auch epochal gibt es Parallelen, wenn man die Zeit ein halbes Jahrtausend zurückdreht:
Betrachtet man die Veränderungen zur Nutzung verfügbarer Medien, werden Ähnlichkeiten von 1517 und 2017 sichtbar.
So wurden zu Luthers Zeit durch den verstärkt aufkommenden Buchdruck Medien plötzlich viel breiter und allgemeiner genutzt.
Der Einsatz vornehmlich gedruckter Medien dauerte dann fünf Jahrhunderte an und verändere die Welt.
KL:
Bezogen auf die damalige Zeit, waren die Auswirkungen seinerzeit durchaus vergleichbar mit dem Einfluss, den die neuen, digitalen Medien auf die heutige Zeit haben.
Hier wiederholt sich 500 Jahre später Geschichte - bezogen auf die Mediennutzung durchaus in prägender Dimension.
 
Warum verwendet man konkret den Portrait-Stil von Andy Warhol?
JK:
Ähnlich wie Martin Luther wurde auch Andy Warhol (1928-1987) von vielen seiner Zeitgenossen anfangs sehr kritisch beäugt.
Der Künstler, dessen Werke heute im zweistelligen Millionenbereich gehandelt werden, galt zunächst ebenso als Querulant, der in seinem Genre großer Kritik ausgesetzt war. Man begegnete seinem Werk mit völligem Unverständnis.  Warhol sah den „Kunstbetrieb“ ähnlich kritisch wie Luther den „Kirchenbetrieb“: Beide waren zunächst höchst umstritten!  Heute gilt Warhol als Vordenker, der seiner Zeit (zu) weit voraus war. Die Abbildung Luthers im typischen Portraitstil Warhols schafft eine Brücke zwischen zwei kritischen Zeitgenossen.
 
Andy Warhol selbst hat aber Martin Luther nie portraitiert?!
KL:
Viele der bekannten Portrait-(und auch Gebäude-)Serien Andy Warhols basieren auf der Zusammenarbeit des Pop-Art-Künstlers mit dem deutschen Galeristen Hermann Wünsche. Bereits vor dem Tod Warhols in 1987 interpretierte der Kölner Künstler Jürgen Kuhl (*1941) den Stil Warhols. In diesem Zusammenhang veränderte er bestehende Vorlagen seinen Vorstellungen nach bzw. schuf neue Werke, die Warhol nie erstellt hat - so beispielsweise eine recht bekannte Lady Diana, die Warhol selbst nie portraitierte. Der spätere Austausch zwischen Galerist Wünsche, Andy Warhol und Jürgen Kuhl gipfelte in dem Zugeständnis weiter im warhol´schen Stil zu arbeiten, ihn aber bitte nicht zu kopieren. Warhol selbst erkannte zu einem sehr frühen Zeitpunkt schon die außergewöhnliche Qualität der Arbeit von Jürgen Kuhl. Dem immer mit perfektionistischem Anspruch tätigen Kölner wurde von ihm entsprechend beschieden: „Maybe they are good, but I am the famous artist…“
 
Jürgen Kuhl und qualitativ hochwertiges Kunst-Handwerk - das wurde später auch anderweitig attestiert?
JK:
Wenig ruhmreich und irgendwie doch "hoch geadelt“:
Seitens des amerikanischen Secret Service wurde bestätigt, dass die von mir gefertigten Dollars „erschreckend perfekt“ sind!
 
Was war passiert?
KL:
Irgendwann hatte ich mich gewundert, warum es zunehmend länger dauerte, bis sich die Ateliertür öffnete - nach Jahren erfuhr ich eher zufällig warum:
Jürgen Kuhl konnte ich monatelang nicht mehr erreichen - keine Reaktion über die üblichen Kontaktmöglichkeiten…
Der später mit dem Deutschen Medienpreis ausgestattete Beitrag des „Spiegel“ trug die Überschrift „Der Warhol der Geldfälscher“ - diesen habe ich mit Erstaunen und Erkenntnis gelesen.
 
Man hatte den Künstler festgesetzt, vermutete einen großen internationalen Fälscherring, nachdem man eher zufällig in einer Kölner Müllverbrennung auf säckeweise Dollarnoten stiess.
Nach umfangreichen monatelangen Recherchen musste jedoch der Glaube an einen großen Fälscherring relativiert werden:
Jürgen Kuhl war ganz alleine in seinem Atelier „künstlerisch tätig“ geworden.
Letztendlich wurden bei ihm $ 16,5 Mio. in „erschreckend perfekter Qualität“ sichergestellt - die seinerzeit zweitgrößte jemals überhaupt weltweit sichergestellte Summe.
Der „Künstler“ hatte etwas „getüftelt“ -wie er es selbst formulierte- und erhielt für das besondere Ergebnis 6 Jahre.
 
Was macht Jürgen Kuhl heute?
KL:
Neben seinen eigenen Werken erstellt der Künstler typische Arbeiten im warhol´schen Stil:
Er versetzt sich dabei tief in die Denk- und Verfahrensweise von Andy Warhol - mit dem gewohnt hohen Maß an perfektionistischem Anspruch.
So entstand beispielsweise kürzlich in Kooperation mit ihm anlässlich der Eröffnung der Elbphilharmonie eine limitierte Art-Edition.
Diese - augenscheinlich „typisch Warhol“ - wurde von Kunst- und Kulturinteressierten hervorragend angenommen.
Analog schuf Kuhl nachfolgend die nun vorgelegte „Luther2017“-Art-Edition - so wie es Andy wohl sehr ähnlich umgesetzt hätte.
 
In welcher Technik wurde diese Luther-Edition verlegt?

JK:
Die Erstellung erfolgte analog zum üblichen Vorgehen von Warhol selbst:
Es handelt sich um Kunstdrucke auf schwerem Papier mit büttenartiger Struktur - wie bei Warhols hochwertigen Serien auch.
Bei diesen kommt Siebdruck zum Einsatz - dessen Farbauftrag bewusst erhaben und somit fühlbar ist, wie der Stahlstich einer Dollarnote...
 
Wie hoch ist die Limitierung der Edition?
KL:
Mit der Auflage von 1517 Stck. je Farbstellung soll auf das Reformationsjahr verwiesen werden.
Wir haben uns damit bewusst für eine Stückzahl entschieden, die Interessierten die Möglichkeit gibt einen Kunstdruck zu erwerben, aber auch die Werthaltigkeit der Kunstdrucke dokumentiert.
Zur vergleichenden Einschätzung: Die seinerzeit im Rahmen der 666. Allerheiligenkirmes in Soest von uns verlegte "Wilhelm-Schlote-Edition" war innerhalb von gut 14 Tagen mit 666 Stck. in einer kleineren Stadt ausverkauft.
Heute werden -wie wir gelegentlich erfahren- bereits dreistellige Beträge für einen dieser Jubiläumskunstdrucke gezahlt.
Aus diesen sind zwischenzeitlich begehrte Sammlerstücke geworden.
JK:
Ähnliches sollte bei einer deutschlandweiten Verteilung von nur 1517 Stck. bei der Luther-Edition zu erwarten sein:
Allein im „Bund der Lutherstädte“ sind 16 Orte zusammengeschlossen, in denen Luther gelebt oder gewirkt hat.
Entsprechend wahrscheinlich erscheint, dass die vorgenannte Auflagenhöhe mittelfristig auch bei der Luther-Edition Wertsteigerungspotential bietet.
Bis dahin kann man allerdings auch einfach so Spaß an den Motiven haben oder ein Statement zum Quer- und Vordenken setzen.
KL:
Abschliessend sei erwähnt, dass die Nummer 1 ( 1 / 1517) der Luther-Edition schon jetzt einen „besonderen Platz“ gefunden hat:
Als "Botschafterin des Reformationsjahres 2017" freute sich Frau Prof. Margot Käßmann (ehemalige Landesbischöfin und EKD-Vorsitzende) bei der Übernahme dieser symbolträchtigen Nummer.
JK:
Mir hat das Erstellen der Luther-Portraits viel Freude bereitet: Für mich ist Luther nicht nur ein religiöses Symbol. Für mich ist er ein Mensch der gezeigt hat, dass Außergewöhnliches möglich ist, wenn man es wirklich will, wenn man seine Ziele leidenschaftlich verfolgt. Auch hierin liegt für mich persönlich eine besondere Symbolik des Martin Luther und seines Schaffens, weshalb es mir eine besondere Ehre war, diese Portraitserie zu schaffen.

Hier gibt es die „Luther2017-Art-Edition“

• Limitierte Auflage: 1517 Stück/Motiv
• Von Hand nummerierte Drucke
• Künstler: Hans-Jürgen Kuhl
• Druckart: Siebdruck-Mixed-Media auf Kunstdruck-Karton
• Größe: 60 x 80 cm (Standardrahmenformat)
• Motive: 4 Motive in verschiedenen Farben zur freien Auswahl
• Einzelpreis/Bild: 39 Euro
• Vorteilspreis 4 Bilder: 125 Euro

Die Kunstdrucke sind in folgenden Geschäftsstellen des Wochenspiegel/Super Sonntag erhältlich:
• Humboldtstraße 3-5, 06712 Zeitz
• Schlossstr. 23-24 | 06886 Lutherstadt Wittenberg
• Friedensstraße 14, 06295 Lutherstadt Eiselben

Und im Service Center Mitteldeutsche Zeitung, Am Markt 2, 06108 Halle.


 

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