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Supersonntag > Halle (Saale) > Bildung im Vorübergehen: Wilhelm Heinrich Wackenroder >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 15.02.2017 um 11:09:02

Bildung im Vorübergehen: Wilhelm Heinrich Wackenroder

Hans-Peter Keil beim Anbringen des Zusatzschildes. Vom Rabatt beim Autokauf spendierte der Hallenser das Zusatz-Straßenschild. Hans-Peter Keil beim Anbringen des Zusatzschildes. Vom Rabatt beim Autokauf spendierte der Hallenser das Zusatz-Straßenschild.
Foto: Kerstn Eschke Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Zwei Pünktchen machen den großen Unterschied.

Halle/Frohe-Zukunft (ke/Bürgerstiftung). Ein liebevoll gedecktes Tischchen stand am Mittwochvormittag an einer Straßenecke in der Frohen Zukunft. Darauf Sekt, Häppchen, frische Blumen und ein Buch mit den Dichtungen, Schriften und Briefen des Schriftstellers Wilhelm Heinrich Wackenroders.  Anlass war die Anbringung des 144. Zu-satzschildes des Projektes der Bürgerstiftung Halle „Bildung im Vorübergehen“.

Hans-Peter Keil spendete das Zusatzschild für die Wackenroder Straße. „Beim Autokauf hatte ich einen Rabatt ausgehandelt. Was tun mit dem Geld?“ fragte er sich. „Zinsen gibt es auch nicht mehr.“ Und so überlegt er sich: „In ‚Bildung‘ im Vorübergehen ist das Geld gut angelegt.“ Gesagt, getan: Er setzte sich mit der Bürgerstiftung in Verbindung und lernte das Leben und Wirken des Romantikers Wackenroder kennen. Keil gab zu: „Ich konnte mit dem Namen lange nichts anfangen.“ Mit dieser Unkenntnis war er nicht alleine. Denn als vor vielen Jahren die Straßenschilder erneuert wurden, wurde aus der „Wackenroderstraße“, die „Wackenröderstraße“. Zwei kleine Pünkten über dem „O“ sorgten für ein Schmunzeln und dem humorvollen Kommentar von Hans-Peter Keil, die Schildermacher hätten wohl zu tief ins Hasse-röder-Glas geschaut. Mittlerweile sind die „Ö“-Strichelchen überklebt.

Wer war also Wilhelm Heinrich Wackenroder? Obwohl dem Juristen und Schriftsteller Wilhelm Heinrich Wackenroder nur ein kurzes Leben bestimmt war, bleibt sein Name der Nachwelt erhalten, vor allem dank seines Studienfreundes Ludwig Tieck. Die gemeinsamen Reisen durch ganz Deutschland auf den Spuren der Literatur-, Kunst- und Baugeschichte wurden zum Vorbild aller späteren romantischen Kunstreisen. Das posthum veröffentlichte Werk „Herzensergießungen eines Klosterbruders“, das von beiden Freunden verfasste Aufsätze über Kunst, Malerei und Musik vereint, wurde zum Manifest der romantischen „Kunstreligion“.

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