Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Supersonntag > Dessau-Roßlau > Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch zu Gast am Gymnasium Philanthropinum in Dessau >
Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 09.04.2019 um 13:36:46

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch zu Gast am Gymnasium Philanthropinum in Dessau

Auf Einladung des Debattierclubs des Gymnasiums besuchte Landtagspräsidentin Gbariele Brakebusch die Schule. Auf Einladung des Debattierclubs des Gymnasiums besuchte Landtagspräsidentin Gbariele Brakebusch die Schule.
Foto: Frank Schmidtke Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
von Frank Schmidtke

Sachsen-Anhalts Spitzenpolitiker geben sich im Dessauer Gymnasium Philanthropinum ja fast schon die Klinke in die Hand. Nachdem sich vor ein paar Tagen Innenminister Holger Stahlknecht den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellte, tat dies nun auch die Präsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch. Eingeladen hatte wieder der Debattierclub des Gymnasiums unter Leitung von Undine Thiele. 

Bevor sich Sachsen-Anhalts ranghöchste Politikerin den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellte, ging die 65-jährige gelernte Verwaltungsfachangestellte und Erzieherin auf einige Stationen ihres Lebens ein. Sie sei verheiratet, habe drei Kinder und sieben Enkelkinder und sei Zeit ihres Lebens in der Börderegion verwurzelt. Nach ersten Schritten in der Kommunalverwaltung habe sie immer mehr Spaß daran gefunden, politische Verantwortung zu tragen, bis sie ihr Weg schließlich folgerichtig, aber für sie selbst eher überraschend an die Spitze des Landtages geführt hätte.

Die Einstiegsfrage einer Schülerin aus der Gesprächsrunde war dann auch gleich eine Punktlandung zum Veranstaltungsthema: „Wie hat sich die Debattenkultur verändert mit dem Einzug der AFD in den Landtag? Gibt es spürbare Unterschiede in der Gesprächs- und Debattenkultur?“ Die Landtagspräsidentin wollte diese Frage nicht auf einen konkreten Zeitpunkt reduziert wissen und berichtete, dass sich die Debattenkultur, aber auch die Gesellschaft außerhalb des politischen Spektrums, generell in den letzten Jahren total gewandelt hätten, leider nicht immer nur zum Besseren, so Brakebusch. „Als ich mein Amt antrat, da habe ich zu jedem im Landtag gesagt, dass der Respekt vor dem Gegenüber immer da sein muss, dass dies eigentlich für uns das unsichtbare Polster sein muss und man dem Anderen Raum lässt, sein Gesicht zu wahren“. 

Die Instrumentarien, welche bei Nichteinhaltung der parlamentarischen Ordnung der Präsidentin zur Verfügung stehen, interessierten dann auch viele Schüler. Da gäbe es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, hitzige Gemüter abzukühlen und so die Debatten wieder in sachliche Bahnen zu lenken. Allerdings sollte man diese möglichst selten anwenden. Manchmal wird so etwas durch einige Abgeordnete geradezu provoziert, um Aufmerksamkeit zu erlangen, so Brakebusch. „Wenn jemand wissen möchte, wie viele Ordnungsrufe ich persönlich schon erteilt habe – einen einzigen“. 

Eine Schülerin, die mit dem Debattierclub eine Landtagssitzung in Magdeburg mitverfolgen konnte, schilderte der Landtagspräsidentin das Befremden, welches sie empfand, als mitten in einer Rede, Abgeordnete umhergingen und Gummibärchen verteilten oder auf Instagram surften. Das, so meinte sie, werfe doch ein schlechtes Licht auf die Debattenkultur. Brakebusch gab ihr da recht und sagte: „Ich übe dieses Amt sehr gern aus, aber die Landtagssitzungen hasse ich inzwischen“. 
Ein weiteres Thema war die, nach Meinung eines Schülers, zunehmende Abkopplung von Gesellschaft und Politik. Er vertrat die Ansicht, dass Lobbyismus und finanzielle Interessen Priorität in der politischen Wahrnehmung fänden. Bezug nehmend auf seine Frage zum Generationenkonflikt und dem Stellenwert, den diese Problematik in der aktuellen Politik einnimmt, antwortete Brakebusch etwas ausweichend und diplomatisch: „Ich denke, wir müssen toleranter werden. Die Jüngeren müssen die Interessen der Älteren sehen und die Älteren aber auch die Interessen der Jüngeren“. Ein schwieriges Thema wie die Landtagspräsidentin einräumte. Leider war dann die als Veranstaltungsdauer angesetzte eine Stunde für solch komplexe Fragen natürlich auch nicht im Entferntesten ausreichend.

Die Schüler erlebten dennoch eine hochinteressante Gesprächsrunde mit einer routinierten Politikerin, die nach eigenen Worten Freude daran habe, Dinge voranzutreiben. Am Ende wurde mal wieder die Erkenntnis deutlich, dass es im politischen Prozess ohne Respekt vor anderen nicht möglich ist, Kompromisse zu schließen und Mehrheiten zu finden. 

Als Landtagspräsidentin wacht Gabriele Brakebusch übrigens auch darüber, dass die Redezeit bei Debatten nicht überschritten wird. Vielleicht hätte sie sich an diesem Vormittag selbst ein klein wenig zurücknehmen sollen, um in der Kürze der Zeit den Schülern mehr Raum für Fragen und Anmerkungen zu lassen. Es ist eben nicht so einfach mit einer gesunden Debattenkultur. Sie will wirklich gelernt sein.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Video-Porträt: Osterkirche in Trüben Video-Porträt: Osterkirche in Trüben In Trüben (bei Zerbst) steht eine Osterkirche. Auf dem Gelände und in der Kirche selbst ist der Leidensweg Jesu dargestellt. Von der Ankunft in...
Anzeige
Unser Land
Video: Osterfeuer in der Region Köthen Video: Osterfeuer in der Region Köthen Schülerreporter Chris Luzio Schönburg war am 20. April 2019 unterwegs bei Osterfeuern in der Region Köthen und Umgebung: ...
Anzeige
Neues von Halles Lästerschwestern: Mensch, Eier! Neues von Halles Lästerschwestern: Mensch, Eier! Liebe Veganer, wir fühlen mit Euch. Zum Osterfest Eier, wohin man schaut. Man kann ihnen einfach nicht entkommen, auch wenn man vegane Osterkarotten aus...
Anzeige
Unser Land