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Supersonntag > Dessau-Roßlau > Aus dem Dornröschenschlaf erweckt: Verein für Anhaltische Landeskunde pflegt wieder entdeckten Urnenhain >
Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 28.11.2018 um 08:55:47

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt: Verein für Anhaltische Landeskunde pflegt wieder entdeckten Urnenhain

Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Hermann Seeber (l.) und  Ralf Rakwitz, Vorsitzender der Regionalgruppe Dessau. Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Hermann Seeber (l.) und Ralf Rakwitz, Vorsitzender der Regionalgruppe Dessau.
Foto: Anke Katte Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Dessau (ak). Einen für viele Jahrzehnte in Vergessenheit geratenen Urnenhain hat eine Gruppe von Landeskundlern aus Dessau aus dem Dornröschenschlaf befreit. Bei den rund 700 Grabstätten, die sich unmittelbar hinter dem ehemaligen Krematorium auf dem Gelände des Ehrenfriedhofes befinden, handelt es sich wahrscheinlich um die ersten Feuerbestattungen in Dessau. Vier Jahre lang haben zehn Mitglieder des Vereins für Anhaltische Landeskunde (Regionalgruppe Dessau) in 680 Stunden ehrenamtlicher Arbeit dafür gesorgt, dass der Urnenhain heute wieder erkenn- und erlebbar ist.

Viele der umgestoßenen Grabmale waren unter einer dicken Laub- und Erdschicht verborgen. Was noch an Erinnerungskultur stand, hatte die Natur im Laufe der Jahrzehnte unter Dornen und dichten Sträucher nach und nach verschwinden lassen.
„Es war ein hartes Stück Arbeit, die Fläche nach und nach von Überwuchs und Unrat zu befreien“, erzählt Ralf Rakwitz, Vorsitzender der Regionalgruppe Dessau. „Unterstützt wurden wir dabei durch das Friedhofswesen der Stadt Dessau-Roßlau, deren Mitarbeiter zunächst einige Wildwuchsbäume fällten, die Eibenbüsche einkürzten und Splitt für die Wege anlieferten.“

Zu den zehn Aktiven, die sich seit 2014 regelmäßig an den Arbeitseinsätzen beteiligten, gehört auch Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Hermann Seeber. Neben der körperlichen Arbeit zählte für ihn besonders auch das Erlebnis der Gemeinschaft. „ Ich war mit 71 Jahren damals der Jüngste der Truppe, unser ältestes Mitglied war 83, als wir mit den Arbeiten begannen und alle haben über diese langen Zeitraum durchgehalten.“

Wie Nachforschungen von Vereinsmitglied Margot Schoch, die sich intensiv mit der Begräbniskultur in Dessau beschäftigt, ergaben, wurde im August 1922 im „Anhalter Anzeiger“ über die 1000. Feuerbestattung im Dessauer Krematorium berichtet. 324 Urnen davon haben auf diesem Hain ihre Ruhestätte gefunden. Feuerbestattungen sind in Anhalt erst seit 1907 erlaubt, die Kirchen gaben es später ihren Segen zu dieser Art der Beisetzung. Das Krematorium wurde 1910 errichtet. Bis Ende der 1980er Jahre wurden hier etwa 100.000 Leichen eingeäschert. Heute leidet das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk zusehends unter Vandalismus und Verfall.

Die Grabstätten auf dem Urnenhain sind - bis auf wenige spätere Nachbestattungen - größtenteils aus den Jahren 1910 bis 1926. Zwei Gräber werden auch heute noch von den Angehörigen regelmäßig besucht und gepflegt.

Am 30. November, 9.30 Uhr wird in unmittelbarer Nähe des Urnenhains ein Gedenkstein eingeweiht, der über das Projekt des Vereins für Anhaltische Landeskunde und den Urnenhain informiert.

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